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Borna Kein Millionenauftrag: Zof kommt nicht zum Zug
Region Borna Kein Millionenauftrag: Zof kommt nicht zum Zug
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10:55 01.11.2018
Landrat Henry Graichen (CDU) wird keinen Auftrag an Zof erteilen. Quelle: Frank Schmidt
Landkreis Leipzig

Die geplante Vergabe der Flüchtlingssozialarbeit an den Duisburger Verein „Zukunftsorientierte Förderung“ (Zof) ist vom Tisch. Nachdem schwere Vorwürfe gegen den Sozialdienstleister bekannt wurden, wird der Landkreis Leipzig von der geplanten Zusammenarbeit Abstand nehmen.

Landkreis übernimmt Regie in der Flüchtlingssozialarbeit

Das Land Berlin hatte bereits Eignung und Glaubwürdigkeit des Bieters in Frage gestellt und Zof den Stuhl vor die Tür gesetzt. Nun sieht es so aus, dass die Duisburger auch rund um Borna nicht zum Zuge kommen. Die zwei Lose, die Zof im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung des Landkreises gewonnen hatte, würden aufgehoben, teilte Brigitte Laux, Sprecherin des Landratsamtes, am Dienstag mit. „Für die beiden Lose erfolgte im Rahmen diverser Abstimmungsprozesse unter Abwägung aller Umstände und des öffentlichen Interesses die Entscheidung, die Aufgabe der Flüchtlingssozialarbeit durch eigene Beschäftigte des Landratsamtes Landkreis Leipzig zu erledigen und sich nicht eines Dienstleisters oder freien Trägers zu bedienen“, erläuterte Laux.

Schon im zuständigen Ausschuss hatte es Kritik gehagelt. Während der Zuschlag für das Los 2 (Bereich Grimma, Borsdorf, Belgershain, Parthenstein, Brandis, Machern, Trebsen, Bennewitz, Wurzen, Thallwitz und Lossatal) an die Johanniter-Unfallhilfe Leipzig erteilt wurde, verweigerte die Ausschussmehrheit am 11. Oktober den Zuschlag an den Verein Zof.

Stellenausschreibung wird vorbereitet

Der Träger aus dem Ruhrgebiet hat in der Tat schwer zu kämpfen. Der ehemalige Geschäftsführer der Duisburger soll nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Duisburg rund zwei Millionen Euro Flüchtlingshilfe-Gelder veruntreut haben und saß dafür bereits in Untersuchungshaft. Insgesamt wird in dem Verfahren gegen elf Personen ermittelt.

Dass Zof bei der Ausschreibung preislich die Nase vorn hatte, soll jetzt kein Grund mehr sein, den Zuschlag zu erteilen. „Eine Weiterführung des Vergabeverfahrens ist aufgrund des fehlenden Vergabewillens des Auftraggebers nicht möglich“, erklärt Laux. Der Bieter sei über die Entscheidung, die Vergabe aufzuheben und den Zuschlag nicht zu erteilen, schriftlich informiert worden. „Die Ausschreibung der Stellen für die Flüchtlingssozialarbeit wird aktuell vorbereitet.“ Es sei nicht geplant, erneut ein Vergabeverfahren einzuleiten.

Verein weist Vorwürfe zurück

Bülent Aksen, neuer Geschäftsführer des Vereins, hatte die Vorwürfe vor wenigen Tagen gegenüber LVZ zurückgewiesen und betont, dass gegen den Verein selbst nicht ermittelt werde. Zof habe ein erhebliches Eigeninteresse, die Dinge selbst aufzuklären, bekräftigte Aksen, denn die „in der Presse kursierenden Gerüchte“ würden sich erheblich nachteilig in laufenden Ausschreibungsverfahren auswirken. Im Landkreis Leipzig war es für Zof um ein Auftragsvolumen von insgesamt über 1,1 Millionen Euro gegangen.

Von Simone Prenzel

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