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Borna Förderverein in Oelzschau will Orgel und den Kreuzweg sanieren
Region Borna Förderverein in Oelzschau will Orgel und den Kreuzweg sanieren
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15:00 16.08.2019
Blick in die sanierte Magdalenenkirche in Oelzschau. Quelle: André Neumann
Rötha/Oelzschau

Es riecht immer noch ein wenig nach frische Farbe im Inneren der Magdalenenkirche in Oelzschau. Was kein Wunder ist, denn die wurde erst kürzlich innen saniert, und hier und da war auch in den zurückliegenden Wochen noch eine Kleinigkeit zu tun.

Dass die Dorfkirche heute so schmuck ist, hat sehr viel mit dem Förderverein zu tun, den es seit 2012 gibt, und der sich seitdem gemeinsam mit der Kirchgemeinde eifrig und erfolgreich um den Erhalt und die Verschönerung des Gotteshauses kümmert.

Fragt man den Vereinsvorsitzenden Nick Heyme, wie es dazu kam, nennt der den Namen Kurt Ziesler. „Der hatte den Wunschtraum, dass die Kirche ihren Turm, ihre Laterne wiederbekommt“. Der baufällige Turm war 1971 abgenommen worden.

Rührige Oelzschauer Bürger treiben die Sanierung ihrer Kirche voran

Förderverein Oelzschau hat 30 Mitglieder

Ziesler hatte sich schon lange um die Kirche und die Glocken gekümmert, als er irgendwann im Kegelverein, so erinnert sich Heyme, sagte: Wir müssen einen Förderverein gründen, um Spenden sammeln zu können.

So kam es zur Vereinsgründung und zum ersten großen Projekt des Vereins, der heute um die 30 Mitglieder hat. Drei Jahre später war die Außensanierung vollbracht, und die Magdalenenkirche hatte wieder einen Turm. Der Förderverein hatte rund 20.000 Euro zusammengetragen, immerhin rund zehn Prozent der Gesamtkosten.

Und schon begaben sich die Vereinsmitglieder wieder in die Planungen. Immer, wie Vorsitzender Nick Heyme betont, gemeinsam mit der Kirchgemeinde, denn sie sei natürlich Eigentümer und damit Bauherr. Diesmal ging es um die Innensanierung.

Oelzschauer halfen bei der Sanierung der Kirche mit

Die begann schließlich Mitte 2018, und obwohl das aus verschiedenen Gründen später war, als erhofft, blieben die Oelzschauer bei ihrem Ziel: Das Krippenspiel sollte in der Kirche stattfinden können.

Also fassten viele Oelzschauer selbst mit an. Sie räumten aus, verhüllten den Altar und die Orgel, schraubten die Bänke ab, die bei einem Oelzschauer in der Scheune eingelagert wurden, rissen den Fußboden raus und schlugen rundherum bis in 1,50 Meter Höhe den Putz ab.

Dann kamen die Handwerker. Die Elektrik wurde erneuert, der Fußboden, die überarbeiteten Bänke wieder aufgebaut, es wurde geputzt und gemalert. Ein kleiner Umbau an der Orgelempore fällt kaum auf und schafft mehr Raum, unter anderem zum Abstellen der Stühle, die bisher an den Seiten des Kirchenschiffes standen.

Deckenbilder über dem Altarraum stark beschädigt

Und tatsächlich: Weihnachten konnten die Oelzschauer in ihrer Kirche feiern. Nun, da die Kirche auch innen schmuck ist, hat der Förderverein bereits die nächsten Aufgaben vor Augen. Da sind zum einen die zwölf quadratischen Deckenbilder, die über dem Altarraum den Kreuzweg von Jesus Christus zeigen.

Bei genauerem Hinsehen fällt auf, wie stark beschädigt die einzelnen Bilder sind. Ein Restaurator hat sie in Augenschein genommen. Die Diagnose lautet: Allein eine Notsicherung, die erst einmal nur den weiteren Verfall stoppen würde, würde rund 33.000 Euro verschlingen. „Dafür sind schon Förderanträge gestellt worden“, sagt Heyme.

Restaurierung der Orgel als nächstes Ziel

Möglicherweise kann zuvor schon die Restaurierung der Orgel in Angriff genommen werden. Das Instrument aus dem sächsischen Orgelbaubetrieb Schmeisser ist reichlich 100 Jahre alt und nicht mehr bespielbar.

Die Kirche, sagt Nick Heyme, gehört zum Dorf, ist ihr Mittelpunkt. Das hätten ihm seine Eltern so beigebracht, auch wenn er nicht in christlichen Glauben erzogen worden sei. Und so wie er haben auch etlich andere Oelzschauer ein Herz für ihre Kirche, Gläubige und nicht Gläubige.

Eine Tatsache, die auch Pfarrer Matthias Lehmann vom Kirchspiel im Leipziger Land schätzt: „Wir haben 18 Kirchen und sind sehr froh, dass es solche rührigen Vereine gibt.“ Die würden es schaffen, auch Leute zu aktivieren, an die die Kirchgemeinde selbst vielleicht nicht herankommt.

Von André Neumann

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