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Borna Freibad nach Sanierung wieder offen
Region Borna Freibad nach Sanierung wieder offen
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00:20 27.06.2018
Eine von wenigen, die sich am Sonnabend ins und auf das Wasser trauten, war die achtjährige Karlotta. Quelle: Julia Tonne
Pegau

Zehn Grad Celsius und Regen. Die ungemütliche Kombination hielt Karlotta und ihre Schwester Hannah am Sonnabend nicht davon ab, baden zu gehen. Schließlich mussten beide lange genug auf die Neueröffnung des Pegauer Freibads warten. Und da das Wasser doppelt so warm war wie die Außentemperatur, fiel das Abtauchen noch leichter.

Bürgermeister spendiert Freibier

Trotz des wenig sommerlichen Wetters wagten sich etliche Besucher ins Freibad, die Badehosen allerdings blieben bei den meisten zu Hause im Schrank. Auch Pegaus Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) kam in Regenjacke und gut beschirmt, gab nicht in Badeoutfit den Startschuss in die Saison. Dafür gab er ein Fass Freibier aus.

Rund 2,6 Millionen Euro investiert

Seit Anfang September 2017 ist das Bad rundum erneut worden, rund 2,6 Millionen Euro wurden in die Sanierung der Wasserbecken, in neue Elektrik, das Sanitärgebäude und in die Umgestaltung der Außenanlagen gesteckt. Geld, das zum größten Teil von der Sächsischen Aufbaubank zur Beseitigung der Hochwasserschäden und aus dem Fördermitteltopf „Stadtumbau“ kam. Die Stadt selbst steuerte immerhin fast eine halbe Million Euro zum Mammutprojekt bei.

Frage stand: Abriss oder Sanierung?

„Das Bad gibt es seit 1964, seitdem hat es aber kaum wesentliche Veränderungen und Instandsetzungen erfahren“, erklärte Rösel bei der Eröffnung. Das Hochwasser im Jahr 2013 habe dem Areal dann „den Rest gegeben“. So seien jährlich – durch Risse in Boden und Wänden – 72 000 Kubikmeter Wasser verbraucht worden – was dem Verbrauch von rund 2400 Einwohnern im Jahr entspricht. „Das konnten wir so nicht lassen. Blieb also nur: Abriss oder Sanierung.“

Frank Rösel, Gunther Grothe, Jörg Wiltschko und Peter Bringer (von links) blieben lieber an Land. Quelle: Julia Tonne

Die Stadt entschied sich für zweiteres, überlegte zunächst, das Bad ein Jahr lang komplett zu sperren. Doch Bauamtsleiter Gunther Grothe zeigte sich zuversichtlich, den Umbau in kürzerer Zeit über Herbst und Winter zu schaffen. „Und er hat recht behalten“, sagte Rösel, auch wenn es durch den strengen Frost im März noch einmal zu Verzögerungen gekommen sei. Aus dem Grund ist noch immer nicht alles fertig.

Restarbeiten sollen bis zu den Ferien fertig sein

Laut Grothe fehle im hinteren Becken die Folie, müsse die Umrandung gepflastert werden. Letzter Schritt sei der Aufbau der Röhrenrutsche. „Ende der Woche, also pünktlich mit Beginn der Sommerferien, sollte alles fertig sein“, hofft er. Auch Betreiber Jörg Wiltschko hofft das. Die Sonne jedenfalls stehe bereits in den Startlöchern, die Eintrittspreise blieben unverändert. Und auch die Bewirtung sei geklärt.

Am und im hinteren Becken ist noch einiges zu tun. Bis Ende der Woche könnten auch hier die Arbeiten beendet sein. Quelle: Julia Tonne

Matthias Maurer hat den Frei-Bad-Imbiss – kurz FBI – übernommen, bietet Salate, Schnitzel, Nudeln und natürlich Eis an. „Die Perspektive für das Bad ist im Vergleich zu anderen Bädern im Umkreis gut“, begründet er seinen hiesigen Einstieg. In dieser Dimension gebe es in der Nachbarschaft kein Freibad. Und in der Tat könnte auf dem Pegauer Areal noch wesentlich mehr passieren als in den vergangenen Monaten. Das jedenfalls ließ der frühere Rathauschef Peter Bringer durchblicken. Er sprach davon, dass einige Überlegungen in Richtung Saunalandschaft gingen. „Das Potenzial ist groß, das Bad um Wellness zu ergänzen.“

Elfi Horn: „Bin überwältigt“

Die Pegauerin Elfi Horn ließ es sich am Sonnabend nicht nehmen zu gucken, was aus dem Gelände geworden ist. „Und ich bin schlicht überwältigt“, gab sie zu. Das Bad habe ihr immer besonders am Herzen gelegen, schließlich habe sie 1964 zu den rund 3000 Freiwilligen gehört, die es erbaut hätten. „Damals sind etliche Monate für freiwillige Arbeit draufgegangen, aber die Pegauer wollten unbedingt ein Bad haben, also haben wir geschuftet“, erinnert sich die frühere Rettungsschwimmerin.

Von Julia Tonne

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