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Borna Ganztagsbetreuung geht an die Diakonie
Region Borna Ganztagsbetreuung geht an die Diakonie
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18:23 14.09.2018
Theaterprojekt in der Lernförderschule Elstertrebnitz. Quelle: Claudia Carell
Landkreis Leipzig

Bedenken, die die Linksfraktion gegen die Vergabe der Ganztagsbetreuung an drei Förderschulen vorgebracht hatte, wurden von der Mehrheit des Kreistages nicht geteilt. Wie berichtet, hatten Vertreter der Linken Bauchschmerzen mit der geplanten Übertragung der Aufgabe an die Diakonie Leipziger Land. Der Vorlage der Verwaltung war am Mittwoch allerdings eine breite Zustimmung beschieden.

Deutliche Mehrheit für Vergabe an Diakonie

Mit deutlicher Mehrheit sprachen sich die Abgeordneten auf ihrer Sitzung im Bornaer Stadtkulturhaus dafür aus, die Hortbetreuung an den Schulen zur Lernförderung in Borna, Elstertrebnitz und Burkartshain in die Hände der Diakonie zu legen.

Das Thema war zu Beginn der Sitzung auch in der Fragestunde hochgekocht. Eine Rednerin kritisierte, dass es sich um staatliche Schulen handele, in die nunmehr ein religiös gebundener Träger einsteigen soll. „Ich frage mich, welche Alternative haben Eltern, die das nicht wünschen“, so die Fragestellerin. Den Eltern, so ihre These, dürfe nicht einfach ein religiöser Träger übergestülpt werden.

Lüpfert: „Verwaltung hat Auftrag umgesetzt“

Zum Verfahren machte Ines Lüpfert, Zweite Beigeordnete des Landkreises, Ausführungen. „Die Verwaltung hat einen Auftrag des Ausschusses für Soziale Infrastruktur umgesetzt“, erinnerte sie. Das Gremium habe im September 2017 die Richtung vorgegeben und der Überführung der Aufgabe in freie Trägerschaft zugestimmt. Daraufhin sei ein Interessenbekundungsverfahren eingeläutet und auch die Arbeitsgemeinschaft der freien Träger informiert worden. „Im Ergebnis“, so die Beigeordnete, „hat nur die Diakonie ihr Interesse bekundet.“ In Gesprächen, die daraufhin stattfanden, sei von dem Bewerber ein Konzept für die Arbeit an den drei Standorten vorgelegt worden.

Verwaltung sieht kein Problem

„Dieses Papier hat uns überzeugt und ist aus unserer Sicht tragfähig.“ Die Verwaltung sieht kein Problem darin, dass es sich mit der Diakonie um einen konfessionellen Arbeitgeber handelt. „Es wird auch kein Kind zum Beten gezwungen oder daran, am Morgenkreis oder einer Andacht teilzunehmen.“ Auch die Ansage, der christliche Jahreskreis sei fester Bestandteil des Alltags, sei für die Kreisspitze kein Ausschlussgrund gewesen, betonte Ines Lüpfert.

Frommelt: „An staatliche Schule gehört unabhängige Ganztagsbetreuung

Die Fraktion der Linken hingegen rief das Konzept der Religionspädagogik sehr wohl auf den Plan. „An eine staatliche Schule“, ergriff Kreisrätin Bärbel Frommelt das Wort, „gehört eine unabhängige Ganztagsbetreuung. Im Unterschied zu einer Kita in kirchlicher Trägerschaft oder einem Pflegeheim, für das sich Familien bewusst entscheiden, haben sie bei der Förderschule, auf die ihr Kind geht, keine Wahl.“ Zudem habe es bisher auch keine Klagen von Eltern gegeben, die den Kreis zum Handeln zwingen würden, führten die Linken ins Feld.

Sebastian Stieler, Mitglied der CDU-Fraktion, hielt die geäußerten Befürchtungen für extrem übertrieben. „Die Kinder werden nicht den ganzen Tag die Bibel lesen und in Mönchskutten herumlaufen.“ Die Argumente der Linkspartei hielt der Bornaer zudem für äußerst fadenscheinig. „Letztlich“, so Stieler, „geht es Ihnen nur darum, die Diakonie zu verhindern.“

Grundgerüst wird noch mit Leben erfüllt

Stefan Winkelmann, zuständiger Fachbereichsleiter, versicherte, dass man die pädagogischen Abläufe zusammen mit den bisherigen Mitarbeitern sowie den Eltern gestalten wolle. „Bisher haben wir nur ein Grundgerüst unserer Vorstellungen abgegeben, das natürlich noch mit Leben erfüllt werden muss“, betonte der Vertreter der Diakonie.

Letztlich stimmten 47 Kreisräte für die Vorlage, 17 vor allem aus den Reihen der Linken votierten mit Nein, zwei enthielten sich. Damit wird die Nachmittagsbetreuung an den drei Häusern ab 1. Januar 2019 von der Diakonie Leipziger Land übernommen.

Von Simone Prenzel

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