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Borna Gebrauchter PC für Bornaer Jugendhaus: Bedarf an Rechentechnik aber viel größer
Region Borna Gebrauchter PC für Bornaer Jugendhaus: Bedarf an Rechentechnik aber viel größer
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00:17 05.12.2017
Christine Laube (von rechts) kann mit Nele, Lea und Pascal wieder Hausaufgaben machen. Der Computer ist eine erste Spende.
Christine Laube (von rechts) kann mit Nele, Lea und Pascal wieder Hausaufgaben machen. Der Computer ist eine erste Spende. Quelle: Julia Tonne
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So einfach kann es gehen: Nachdem die Leipziger Volkszeitung die Aktion „Licht im Advent“ gestartet und über das Schicksal der Kids im Bornaer Kinder- und Jugendhaus berichtet hat, ist etwas in Bewegung gekommen. Ein Bornaer brachte vor wenigen Tagen einen funktionstüchtigen Computer samt Drucker in Gnandorf, dem Sitz des Klubs, vorbei. Seitdem drängeln sich die Kids vor diesem einen Rechner. Denn für Hausaufgaben sind mitunter Internetrecherche notwendig, Briefe werden am Rechner entworfen. Jugendliche müssen Lebensläufe tippen, die ihre Bewerbungsunterlagen komplettieren sollen. Deshalb wird weit mehr Technik benötigt, um dem Nachwuchs den Weg in den digitalen Alltag zu ebnen. Spenden für die Aktion „Ein Licht im Advent“ sollen Neuanschaffungen ermöglichen.

Seit Diebe mehrmals in der Vergangenheit zugeschlagen haben, war von Technik in dem Kinderclub nicht mehr viel übrig. Mit einer Ausnahme: Einen PC gab es noch für die Büroarbeit, die sowohl Leiterin Christine Laube als auch deren Stellvertreterin Gabriele Haferkorn erledigen. „Aber um für die Jugendlichen Workshops anbieten zu können oder um über die Online-Ausleihe der Bibliothek Bücher zu bestellen, reicht der ja hinten und vorne nicht“, so Haferkorn. Zwar nutzte Laube jede freie Minute, um mit Kindern gemeinsam Hausaufgaben zu machen und ihnen bei der Suche im Netz zu helfen, „aber das kann ja kein Dauerzustand sein“, so die Leiterin.

Seit mehreren Wochen mittlerweile lieg die Arbeit am Rechner zu weiten Teilen auf Eis. Dabei sei die dringend notwendig, viele der Kinder und Jugendlichen aus dem Bornaer Ortsteil lernen zuhause nicht den richtigen Umgang, verbringen ihre Zeit lediglich mit Spielen. „Die Basis, die die Kinder haben, lautet, dass man mit Computern spielen kann“, sagt Haferkorn. Dass Rechner auch für die Arbeit benötigt würden, sei den meisten nicht klar. Dabei forderten laut Haferkorn schon die Lehrer in den Grundschulen, dass für Vorträge und Hausaufgaben der Computer genutzt werden solle. „Und das müssen wir dann hier übernehmen.“ Für die zehnjährige Lea ein großes Glück. Sie konnte zusammen mit Laube ein Referat und ein Plakat über die Zecke ausarbeiten, bekam anschließend in der Schule eine Zwei dafür.

Für die meisten Kinder und Jugendlichen ist es keine Selbstverständlichkeit, den richtigen Umgang mit der Technik zu lernen. Entweder ist sie zuhause nicht vorhanden „oder den Eltern fehlt schlicht die Bereitschaft zu helfen“, erklärt Laube. Dabei bräuchten sowohl die Grundschüler als auch die Jugendlichen Hilfe, sei es bei der Filterung der unendlich vielen Informationen im Netz, sei es beim Ausprobieren verschiedener Programme. Einen Schwerpunkt in den kommenden Monaten sehen Laube und Haferkorn darin, ihre Schützlinge im Umgang mit sozialen Netzwerken zu schulen. „Das Internet vergisst nie, umso wichtiger ist es klarzumachen, welche Informationen die Kinder von sich und Freunden preisgeben dürfen“, macht Laube deutlich.

Die beiden Leiterinnen der Einrichtung unter Trägerschaft der Kindervereinigung Leipzig hoffen, mit den Spendengeldern Tablets anschaffen zu können. Diese sollen vor allem den größeren Besuchern ermöglichen, Bewerbungen zu schreiben oder sich online gleich bei potenziellen Arbeitgebern melden zu können. Die Jüngeren können Programme wie Word und Power Point ausprobieren, aber auch Fotos bearbeiten und Fotobücher gestalten. „Eben kreativ werden – und nicht nur daddeln“, betont Haferkorn.

Von Julia Tonne