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Borna Geldregen im Landkreis Leipzig: Je 10 000 Euro für Kirche, Stadtbad und Musikfest
Region Borna Geldregen im Landkreis Leipzig: Je 10 000 Euro für Kirche, Stadtbad und Musikfest
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20:00 28.11.2017
Klassik-Nacht mit dem Leipziger Symphonieorchester beim 1.Neuseenland Musikfest im Hafen Zwenkau. Die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse fördert das Musikfest und den Klangkörper auch 2018. Quelle: Andre Kempner
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Borna/Leipzig

Knapp 63 000 Euro reicht die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig im kommenden Jahr aus. Der Stiftungsrat gab jetzt der Förderliste mit insgesamt zwölf Projekten seinen Segen. Außerdem steuert die Stiftung 30 000 Euro für ein Großevent bei, das im Oktober 2018 unter dem Titel „Europas Epochen-Brüche“ den Bogen von der Völkerschlacht bis ins Heute spannen soll. Wie berichtet soll dabei auf dem Wermsdorfer Schloss Hubertusburg und in Leipzig das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren im Mittelpunkt des Gedenkens stehen. Die drei Sparkassenstiftungen stemmen die Veranstaltung gemeinsam.

Die Liste geförderter Projekte

NeuSeenLandMusik e.V.: 10 000 Euro für das 2. NeuSeenLand-Musikfest vom 28. Juni bis 1. Juli 2018

Stadtverwaltung Pegau: 10 000 Euro für die künstlerische Gestaltung der Fassade des Pumpenhauses im Stadtbad Pegau

Kirchspiel im Leipziger Neuseenland, Mölbis: 10 000 Euro für Bronzeplastik des historischen Dorfkerns, Dauerausstellung, Beschilderung und Info-Broschüre

Bauernrathaus Prießnitz e.V.: 8963,87 Euro für Erhalt und Sanierung des historischen Bauernrathauses Prießnitz, Holzschutzgutachten, Bekämpfung Nagekäfer, Zimmererarbeiten der Umgebinderestaurierung

Leipziger Symphonieorchester gGmbH: 6500 Euro für Konzerte 2018 und Instrumente

Pro Agra-Park e.V.: 4000 Euro für Fotoprojekt „Narrenbäume“, Ausstellung vom 9. Juni bis 26. August 2018

Stadtverwaltung Frohburg: 3900 Euro für die Anschaffung eines Media-Presenters für die Dauerausstellung im Schloss Frohburg

Musikverein Neukieritzsch-Regis e.V.: 2289 Euro für „Für den guten Ton in Neukieritzsch“, Anschaffung eines Altsaxophones

Stadtverwaltung Pegau: 2000 Euro für die Sanierung des Denkmals der Gefallenen im Ersten Weltkrieg im Ortsteil Weideroda

Interessengemeinschaft Kriegsgräberdenkmal Gnandstein/Heimat und Gesellschaftsverein Gnandstein e.V.: 1844,50 Euro für die Umfassung des Kriegsgräberdenkmals Gnandstein

Kinderfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Prießnitz: 1749,90 Euro für die Unterstützung der Anschaffung zweier Ausbildungskoffer für die frühkindliche Brandschutzerziehung

Stadt- und Heimatverein Rötha e.V.: 1700 Euro für die Konservierung und Restaurierung im Rahmen eine Diplomarbeit – „Zerstörtes Friesenbild“

Indes bleiben die Zeiten auch für die Kultur- und Umweltstiftung rau. Die anhaltende Zinsflaute setzt ihr weiter zu. Zwar rechnet sie im kommenden Jahr mit einem Ertrag von insgesamt zwei Prozent, und Direktor Stephan Seeger meint dazu: „Wer hat das heute schon.“ Doch ohne eine Spende des Mutterhauses würde die Stiftung ihre Ziele nicht verwirklichen können. Wie schon in diesem Jahr rechnet sie auch 2018 mit einer Zuwendung von 101 000 Euro. Dafür sei die Stiftung dankbar, betont Seeger. Die Spende sei auch ein Ergebnis des geschäftlichen Erfolges der Sparkasse.

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Riskante Geldgeschäfte darf die Stiftung, die über einen Grundstock von fünf Millionen Euro verfügt und seit 2001 fast 1,5 Millionen Euro ausgereicht hat, nicht tätigen. „Sichere Anlagen bedeuten aber auch weniger Zinsen“, so Seeger. Etwa zwei Drittel des Vermögens stecken in festverzinslichen Wertpapieren, 20 Prozent sind in risikoarmen Aktien angelegt. Einen Ausweg aus der Zinskrise sucht die Kultur- und Umweltstiftung im boomenden Immobilienmarkt. Nach einem Beschluss des Stiftungsrates vor zwei Jahren dürfen nunmehr maximal zehn Prozent des Kapitals in Immobilien investiert werden. Die Stiftung ist dazu einem Immobilienfonds beigetreten, in dem sechs gemeinnützige Organisationen zeichnen. Im vorigen Jahr wurde ein Wohn- und Geschäftshaus in der Leipziger Karl-Liebknecht-Straße erworben, in diesem Jahr ein noch im Bau befindliches Wohn- und Geschäftshaus in Berlin, das schon jetzt komplett vermietet ist. Unter anderem ziehen dort die Johanniter-Unfall-Hilfe und ein Penny-Markt ein. Bei den Immobilien „sind wir noch in der Investitionsphase“, sagt Seeger. „2018 erhoffen wir uns erste Erträge, die über denen der sonstigen Anlagen liegen.“

Glatt durch ging im Stiftungsrat die Förderliste fürs kommende Jahr. Zwölf der 14 Anträge wurden bedacht, neun davon sogar in der beantragten Geldhöhe. Allerdings hat die Stiftung im Bereich der Umwelt wie gehabt kaum eine Auswahl. „Hier würden wir uns mehr interessante Projekte wünschen“, erklärt Direktor Seeger. Das größte Stück vom Förderkuchen gibt es mit jeweils 10 000 Euro für das Kirchspiel in Mölbis, für die künstlerische Gestaltung der Pumpenhaus-Fassade im Pegauer Stadtbad und für das zweite Neuseenland-Musikfest in Zwenkau. „Die Premiere des Musikfestes ist als Erfolg zu werten“, so Seeger. Die Unterstützung im zweiten Jahr sei weiterhin als Starthilfe zu verstehen. Leer geht dieses Mal der Verband Jahrfeier Völkerschlacht bei Leipzig 1813 aus. In den letzten acht Jahren sei der Verein mit 40 000 Euro unterstützt worden, erläutert Seeger. Doch die Förderung sei kein Automatismus. Außerdem warte die Stiftung mit dem Event in Wermsdorf mit einer eigenen Veranstaltung zum Thema Völkerschlacht auf.

Ganz wichtig sei der Stiftung auch die Schlossbibliothek Rötha, sagt Seeger. Sie fördere die Stelle der Hilfswissenschaftlerin an der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek, die sich um den Bestand kümmert, mit jährlich 6000 Euro.

Von Frank Prenzel