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Borna Gemeinderat vertagt Entscheidung zu Grundschule Deutzen
Region Borna Gemeinderat vertagt Entscheidung zu Grundschule Deutzen
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17:24 26.06.2019
Der Streit um die Grundschule Deutzen geht in die nächste Runde. Quelle: André Neumann
Neukieritzsch/Deutzen

Die Zeit wird knapp und knapper. In siebeneinhalb Wochen beginnt das neue Schuljahr, und es ist völlig offen, wo die Schüler der Grundschule „4 Jahreszeiten“ Deutzen dann lernen werden. Die Gemeindeverwaltung beharrt auf dem Standpunkt, dass eine Beschulung in Deutzen wegen der Mängel an der Elektroanlage nicht zu verantworten sei. Deswegen soll die Schule samt jahrgangsübergreifendem Unterricht vorübergehend nach Neukieritzsch ausgelagert werden.

Viele Eltern wollen das nicht, sie fordern Alternativen, entweder eine Teilreparatur im Deutzener Schulgebäude oder übergangsweise Schulcontainer. Auf jeden Fall wollen sie ihre Kinder nicht ins Obergeschoss der Grundschule Neukieritzsch schicken.

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In dieser Situation hat die jüngste Gemeinderatssitzung am Dienstagabend – bei brütender Hitze und mit rund 40 Besuchern im Sitzungsraum unterm Dach – keine konkreten Ergebnisse gebracht. Die Verwaltung hatte einen Beschlussantrag für die Notauslagerung der Grundschule auf die Tagesordnung gesetzt, mit einem zweiten sollte ein Planungsauftrag für eine Erweiterung im Deutzener Hort vergeben werden. Dort will die Gemeinde die Deutzener Schüler vor und nach der Fahrt von und nach Neukieritzsch betreuen lassen.

Bei brütender Hitze verfolgten die Zuschauer die Debatte im Gemeinderat zur Grundschule Deutzen. Quelle: André Neumann

Beide Beschlüsse wurden auf Antrag der Fraktion Bürger für Deutzen von der Tagesordnung genommen. „Ich weiß nicht, wie es jetzt weitergehen soll“, bedauerte Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) mit unverhohlenem Ärger. Er warf den Gemeinderäten, die für die Änderung der Tagesordnung gestimmt hatten, mangelnden Mut vor, über die Situation zu diskutieren.

Notauslagerung bleibt weiterhin lediglich eine Verwaltungsentscheidung

Die Notauslagerung bleibt daher weiterhin lediglich eine Verwaltungsentscheidung ohne Bestätigung durch einen Stadtratsbeschluss.

Auch das jetzt vorliegende Dekra-Gutachten, das die Situation der elektrischen Anlage bewertet, „lässt eine Beschulung in Deutzen in den nächsten Jahren nicht zu“, zeigte sich Hellriegel überzeugt.

Wobei sich am Dienstagabend erneut zeigte, dass die vorliegenden Dokumente unterschiedlich gedeutet werden. Hella Hallert (Linke) sah unter anderem Hinweise auf verschmutzte Motoren und lose Kabel, Mängel, die aus ihrer Sicht der Hausmeister hätte beheben müssen. Und sie stellte fest: „Hier steht nicht: Der Schulbetrieb ist einzustellen.“

Hauptamtsleiterin Petra Jung, Bauamtsleiter René Hertzsch und Schulleiterin Silke Schröder in der Grundschule Deutzen. Quelle: André Neumann

Bauamtsleiter René Hertzsch entnahm dem Gutachten dagegen: „Es sind im Normalbetrieb jederzeit Gefährdungen für Leib und Leben möglich.“ Ein Vertreter der Eltern, selbst Mitarbeiter einer Elektrofirma, erneuert seine schon einmal geäußerte Ansicht, die nötigsten Reparaturen könnten mit weit weniger Geld, als von der Gemeinde veranschlagt, erledigt werden.

Reparatur der Elektroanlage klappt nicht während der Ferien

Während die Argumente hin und her gingen, erinnerte die Vorsitzende der CDU-Fraktion Silke Lorenz: „Am 17, August ist Einschulung und am 19. August der erste Schultag. Das sollten wir im Auge behalten.“ Der Bürgermeister hatte schon zuvor darauf hingewiesen, dass eine Containerlösung, auch wenn es dafür mittlerweile drei Angebote gebe, zeitlich bis dahin nicht zu schaffen sei.

Und auch Bauamtsleiter Hertzsch blieb dabei: Die Reparatur der Elektroanlage sei „nichts, was ich über die Ferien hinbekomme.“

In dieser Situation regte Hermann Patzschke (CDU) eine Sondersitzung des Gemeinderates an. Man brauche eine Lösung, die den Schulbetrieb sichert, sagte er. Bis zu der Sitzung sollten alle Gemeinderäte das Elektriker-Protokoll bekommen, auf das die Verwaltung ihre Entscheidung zur Notauslagerung gestützt hatte.

Michael Wagner forderte zudem Kostenschätzungen für beide Alternativen, für die Ertüchtigung der Schule und für die Container. Bürgermeister Hellriegel sagte das alles zu, warb aber zugleich noch einmal energisch für seine Haltung. „Ein Neubau mit Turnhalle in Deutzen wäre die sinnvollste Lösung. Kinder für 400.000 Euro zwei Jahre in Container zu sperren, wäre rausgeschmissenes Geld.“

Es mag an der großen Hitze gelegen haben, aber Protest und Widerspruch hielten sich am Ende der langwierigen Debatte im Gemeinderat in Grenzen.

Von André Neumann

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