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Borna Geschichtswerkstatt Neukieritzsch: Alte Ansichten wecken Neugier
Region Borna Geschichtswerkstatt Neukieritzsch: Alte Ansichten wecken Neugier
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00:25 28.02.2018
Sie engagieren sich für die Geschichtswerkstatt Neukieritzsch: Hella Hallert, Detlef Bergholtz und Gerd Janietz (v.l.). Quelle: Robin Seidler
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Neukieritzsch

In Erinnerungen konnten am Sonnabend die Besucher der Geschichtswerkstatt in Neukieritzsch schwelgen. Zum Tag der offenen Tür des Vereins kamen gut 20 Besucher in die Alte Poststraße. Sie lauschten dabei besonders den Geschichten der Vereinsmitglieder während eines einstündigen Vortrags. Diesen hatten die Vorsitzende Hella Hallert, ihr Stellvertreter Gerd Janietz sowie Detlef Bergholtz zusammengestellt.

Rundgang durch den Ort

„Wir präsentieren unseren Gästen Neukieritzsch in Schwarz-Weiß-Bildern“, sagte die 62-jährige Vorsitzende. Die Vorlage dafür sei der Rundgang durch den Ort gewesen, den der Verein im Rahmen der 175-jährigen Feierlichkeiten des Ortes unternommen hatte. Dabei gingen die Referenten unter anderem auf die Geschichte des Bahnhofs und verschiedener Fabriken ein.

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Zu vielen einzelnen Häusern des Ortes gaben sie ebenfalls Auskünfte, so zum Beispiel zur Drogerie von Arno Sältze. Auch der Gasthof „Zur Post“ kam zur Sprache. „Auf der dortigen Kegelbahn habe ich mir noch Geld damit verdient, die Kegel wiederaufzustellen“, erinnerte sich Gerd Janietz. Prägend für Kieritzsch sei früher auch gewesen, dass es noch Straßengräben gab und die Grundstücke nur über Brücken erreichbar waren. „Wir hatten auch viele breite Straßen“, sagte Hella Hallert. Ihr Stellvertreter hat bei den Bauarbeiten in der Lindenstraße sogar einen Kopfstein gerettet, der nun in den Räumen der Geschichtswerkstatt zu sehen ist.

Bilder und Akten

Dass der Verein bei seiner Arbeit immer auf Hilfe der Bevölkerung angewiesen ist, zeigt das Beispiel von Roland Kreiß, der Bildmaterial des ehemaligen Gemischtwarenladens zur Verfügung stellte und auch Auskünfte gab. Zwei ganze Akten übergab Annemarie Pjetzko dem Verein. Sie war jahrelang in der Otto-Grotewohl-Schule Lehrerin und sogar Schulleiterin. „Ich habe nach meiner Tätigkeit Informationen zusammengetragen, unter anderem auch die Briefwechsel mit Ottos Grotewohls Frau Johanna“, sagte sie.

Nach dem Tag der offenen Tür hat der Verein mit einen 13 Mitgliedern auch in Zukunft viel vor. „Im Blickpunkt steht natürlich immer die Dokumentation“, so Detlef Bergholtz. In diesem Jahr geht es um die Entwicklung der Partnerschaft mit der Gemeinde Deizisau. Zudem arbeiten die Mitglieder jährlich an einer Broschüre mit, die die Gemeinde herausgibt.

Verein vor zehn Jahren gegründet

„Für das Jahr 2020 stehen viele Vorhaben auf dem Plan“, sagte die Vereinsvorsitzende. „Einerseits wollen wir die 30 Jahre Neukieritzsch nach der Wiedervereinigung in unserer Chronik ergänzen, andererseits wird unser Verein selbst zehn Jahre alt.“ Zudem kann Neukieritzsch dann sein 85. Jubiläum feiern. Ein weiteres Projekt soll die Geschichte der Pleiße sein, die früher mehrmals umverlegt wurde. „Uns interessiert dabei besonders der Verlauf zwischen Regis-Breitingen und Rötha. Wir arbeiten dabei mit Ortschronisten aus Regis zusammen.“

Von Robin Seidler

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