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Borna Gökelmann: „Landesdirektion ist sehr wohl tätig geworden“
Region Borna Gökelmann: „Landesdirektion ist sehr wohl tätig geworden“
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15:00 23.06.2018
Der Präsident der Landesdirektion Sachsen, Dietrich Gökelmann. Quelle: André Kempner
Landkreis Leipzig

Einigermaßen verwundert zeigte sich die Landesdirektion Sachsen über die jüngsten Äußerungen von Landrat Henry Graichen (CDU) zum Thema Rettungsdienst. Der Kreischef hatte es als „peinlich“ bezeichnet, dass auf seine Selbstanzeige vom Februar seitens der LD noch keine Reaktion erfolgt sei. LD-Chef Dietrich Gökelmann fiel daraufhin aus allen Wolken. Man habe sehr wohl reagiert und Maßnahmen ergriffen, ließ der Präsident der Landesdirektion via Pressestelle mitteilen. LVZ liegt inzwischen Gökelmanns Schreiben an Graichen vor, das vom 13. Juni datiert. Als Graichen seinem Unmut öffentlich Luft machte, steckte die Antwort noch ungelesen in der Post.

Probleme bei Hilfsfristen sind offensichtlich

Die geschilderten Probleme könnten nur in Zusammenarbeit mit allen an der Integrierten Regionalleitstelle (IRLS) beteiligten Städten, Gemeinden und Kreisen sowie Vertretern der IRLS einer „zufriedenstellenden Lösung“ zugeführt werden, schreibt Gökelmann. Die LD habe die von Graichen vorgetragene Kritik zum Anlass genommen, die Stadt Leipzig zu einer Stellungnahme aufzufordern. „Dass es ein Problem bezüglich der Einhaltung der Hilfsfristen gibt, ist offensichtlich“, erklärte dazu Holm Felber, Pressesprecher der LD. Deshalb habe seine Behörde etliche Schritte eingeleitet. Felber betont allerdings, dass man nur rechtsaufsichtlich, nicht als Fachaufsicht, tätigen werden könne. „Wir fungieren als Moderator, geben Anstöße, begleiten den Prozess. Aber gelöst werden müssen die Probleme von den Beteiligten vor Ort.“

Landesdirektion bewilligt 600 000 Euro

Die LD habe sehr aktiv daran mitgewirkt, dass alle das Thema auf dem Schirm haben, erklärte Felber. So sei der jüngste Regionalkonvent genutzt worden, um Lösungswege mit der Stadt Leipzig und den beiden Landkreisen Leipzig und Nordsachsen zu erörtern. Auch finanzielle Unterstützung wird gewährt. Knapp 600 000 Euro bewilligt die LD, damit der Landkreis seine Technik aufrüsten kann. „Mit dem Geld werden wir digitale Alarmumsetzer – sogenannte DAU – sowie Meldeempfänger anschaffen“, bestätigte Graichen am Freitag. „Zwar existieren 35 dieser Alarmumsetzer im Kreis.“ Die Technik sei allerdings veraltet und passe nicht mehr zu den neuen Standards der IRLS.

Digitale Alarmumsetzer ab September flächendeckend

Bis Ende September, so der Kreischef, soll die Umrüstung der DAU abgeschlossen sein. Insgesamt kosten die Umsetzer rund 85 000 Euro; die digitalen Meldeempfänger, die bald alle Rettungskräfte, Katastrophenschützer und Kameraden erhalten, schlagen mit weiteren 660 000 Euro ins Kontor. Die Gesamtsumme der Investition beziffert Graichen auf 800 000 Euro, das Land fördere diese Summe zu 75 Prozent. Die Gemeinden sind ebenfalls mit einem Eigenanteil für die Wehren im Boot. Die LD hat bereits angekündigt, das Thema im Auge zu behalten. Vierteljährlich will man sich über den Ausbau des digitalen Alarmierungssystems berichten lassen.

Graichen: Leipzig braucht mehr Rettungskapazitäten

Ob die Installation der Alarmumsetzer schon den Durchbruch bringt, wagt Graichen indes zu bezweifeln. „Die Hilfsfristen werden sich erst wieder verkürzen, wenn es in der Stadt Leipzig mehr Rettungskapazitäten gibt.“ Eine Einschätzung, die auch die LD teilt. „Besonders in Leipzig fehlen derzeit Fahrzeuge“, so Felber. Die Stadt Leipzig müsse auf diesen Mangel reagieren.

Vereinbart wurde, sich nach Ablauf des ersten Halbjahres die Entwicklung der Hilfsfristen erneut anzuschauen. Ein gemeinsames Treffen mit beiden Landkreisen, LD, Stadt Leipzig und IRLS ist für August geplant.

Von Simone Prenzel

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