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Borna Groitzsch: Spielplatz Nummer 8 ist saniert
Region Borna Groitzsch: Spielplatz Nummer 8 ist saniert
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00:25 20.08.2018
Die Steppkes schieben mit Bürgermeister Maik Kunze und Ortsvorsteher Jens Riemann (r.) die rot-weiße Absperrung beiseite - jetzt ist ihr Spielplatz eröffnet.
Die Steppkes schieben mit Bürgermeister Maik Kunze und Ortsvorsteher Jens Riemann (r.) die rot-weiße Absperrung beiseite - jetzt ist ihr Spielplatz eröffnet. Quelle: Claudia Carell
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Kleinhermsdorf / Groitzsch

Eine Spielplatzeröffnung gehört eindeutig zu den schönen Terminen eines Bürgermeisters. Der Groitzscher Stadtchef Maik Kunze (CDU) hat das Glück, dass er innerhalb relativ kurzer Zeit gleich achtmal Steppkes und Eltern einen solchen Platz feierlich übergeben durfte. Am Donnerstagnachmittag war er in Kleinhermsdorf. Der Ortsteil liegt bei Lucka an der sächsisch-thüringischen Landesgrenze und ist eins der 29 Groitzscher Dörfer.

Spielgeräte aus Stahl und Kunststoff

Viele Kinder mit Eltern und Großeltern sowie Anwohner waren gekommen. Die Feuerwehrleute grillten Bratwürste und Steaks, es gab Bier und rote Limo. Mädchen und Jungen nahmen die neuen Spielgeräte flugs in Beschlag: Sie schaukelten, wippten, kletterten und drehten auf dem kleinen Karussell ihre Runden. Das größte Spielgerät ist eine Kombination mit Rutsche, Leiter, Kletterwand, Rampe, Hängebrücke und Rutschstange. An den beiden Schaukeln gab es besonders viel Gedränge. „Schaukeln ist am schönsten“, meinte die vierjährige Selma.

Ihr Vater Michel Fritzsche sah ihr und seiner älteren Tochter Martha (8) lächelnd zu, wie sie über den neuen Platz tobten. Genau hier spielte er früher auch: „Das war damals schon ein Spielplatz. Fein, dass er jetzt wieder intakt ist.“ Er wuchs in Kleinhermsdorf auf und findet seinen Heimatort so schön, dass er heute mit seiner Frau und den Kindern gern hier lebt.

Dorf mit 90 Bewohnern

Sie wohnen nicht weit entfernt. „Die Mädchen können alleine zum Spielplatz gehen, das ist das Schöne im Dorf“, sagte seine Frau Katrin. Sie stammt aus Neukieritzsch und ist gern nach Kleinhermsdorf gezogen. Der Sackgassenort habe einen großen Vorteil, „die Ruhe ist herrlich“. Wenn Freunde aus der Stadt zu Besuch sind, würden sie oft sagen: „Es ist wie Urlaub hier.“

Auch wenn es in den Dörfern heute nur noch wenig aktive Landwirtschaft gibt, haben einige Bewohner Tiere, zum Beispiel Schafe. Das sei prima für Kinder, sie dürfen die Tiere ab und zu füttern. „Wir sind hier wirklich glücklich und zufrieden“, so das Ehepaar. „Der Spielplatz in der Dorfmitte ist auch ein schöner Treffpunkt.“

Nach der Wende, 1992, wurde das Spielareal saniert. Im Laufe der Jahrzehnte gingen die Geräte, meist aus Holz, nach und nach kaputt, berichtete Ortsvorsteher Jens Riemann. Der Ortschaftsrat machte sich für die Sanierung stark. Im Dorf mit 90 Einwohnern gebe es knapp zwanzig Kinder.

Förderung über Leader-Programm

Generell sei die ehemalige Gemeinde Berndorf „gut ausgestattet“, was Spielplätze betrifft. Neben Kleinhermsdorf haben auch Hohendorf, Langenhain und Berndorf solch einen Tobeplatz.

Groitzsch erneuert derzeit Stück für Stück seine Spielplätze in der Stadt und den vielen Ortsteilen. Kleinhermsdorf ist der achte sanierte Platz, sagte Steffen Löbig vom Bauamt der Stadtverwaltung. 53 000 Euro hat die Sache gekostet, dafür fließen Fördermittel aus dem Leader-Programm. Das Bauamt hat sich ausschließlich für Spielgeräte aus Stahl und Kunststoff entschieden, die robust und wetterbeständiger seien als die aus Holz, so Löbig. Als Nächstes soll der Platz in Berndorf an die Reihe kommen.

Von Claudia Carell

17.08.2018
17.08.2018