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Borna Groitzscher Nabu-Gruppe hat neuen Chef – und dieses Jahr viel vor
Region Borna Groitzscher Nabu-Gruppe hat neuen Chef – und dieses Jahr viel vor
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11:00 04.02.2020
Ingo Thienemann (li.) trat im Januar die Nachfolge von Peter Windolph an und leitet nun die Nabu-Regionalgruppe Südraum Leipzig mit Sitz in Groitzsch. Quelle: Kathrin Haase
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Groitzsch

An der Spitze der Nabu-Regionalgruppe Südraum Leipzig hat es nach fünf Jahren einen Wechsel gegeben. Ingo Thienemann (60) trat im Januar die Nachfolge von Peter Windolph (69) an, der aus Altersgründen einen Gang zurückschaltet. Neuer Stellvertreter ist der Bornaer Jörg Geier (58).

Eine Wahlperiode hatte der Leipziger Windolph die Regionalgruppe geleitet. Er bezeichnet die Rotation nun als „natürliches Nachrücken“ und schickt hinterher: „Ich bleibe weiter aktives Mitglied.“ Künftig will sich der einstige Gymnasial- und Berufsschullehrer verstärkt „seinem Baby“, dem Aufschlussgraben in Werben widmen. Dort läuft seit einigen Jahren mit der Agrargenossenschaft Kitzen ein Beweidungsprojekt mit schottischen Galloway-Rindern.

800 Mitglieder von Markkleeberg bis Eschefeld

Neben der Fachgruppe „Ornithologie und Naturschutz“ führt Ingo Thienemann nun in Personalunion auch die Nabu-Regionalgruppe, zudem ist er kommissarischer Leiter der Naturschutzstation in Groitzsch. Die Regionalgruppe umfasst das Gebiet südlich von Markkleeberg zur anhaltischen Landesgrenze bis nach Eschefeld. Sie zählt derzeit etwas mehr als 800 Mitglieder, wobei sich der harte Kern auf 20 Personen beschränkt.

Die Nabu-Regionalgruppe Südraum Leipzig hat in diesem Jahr viel vor. Wanderungen, Arbeitseinsätze und Exkursionen stehen auf dem Programm.

Jahresplan mit Wanderungen und Vorträgen

Für dieses Jahr haben sich die Naturfreunde viel vorgenommen. Das geht aus dem Jahresplan hervor (siehe Infokasten), der neben Arbeitseinsätzen, Wanderungen und Exkursionen auch eine Reihe von Vorträgen und Veranstaltungen vorsieht. Die nächste steht bereits am 13. Februar ins Haus: ein Vortrag von Andreas Fischer über naturkundliche Reiseeindrücke von Reunion und Mayotte.

Kopfweidenschnitt am Katzengrund

Gepostet von NABU Regionalgruppe Südraum Leipzig am Freitag, 27. Dezember 2019

Großprojekte in Werben, Groitzsch und Maltitz

Daneben betreuen die Naturschützer ihre Großprojekte wie den Aufschlussgraben Werben – hier weiden derzeit 16 Galloway-Rinder – oder die Sedimentbecken in Maltitz. Dabei handelt es sich um eine ehemalige Industrieanlage für das Kraftwerk Mumsdorf, in der sich zahlreiche Amphibienarten angesiedelt haben.

Inzwischen sind hier drei Feuchtbiotope, zwei Trockenbecken als Lebensraum für Eidechsen sowie eine Blüh- und Schmetterlingswiese entstanden. Für den 8. Februar kündigt Ingo Thienemann einen Arbeitseinsatz im Areal an. Die Wiesen müssen gemäht und beräumt sowie ein Zaun im Eingangsbereich in Ordnung gebracht werden, zudem werde ein Pferdeunterstand errichtet. Künftig sollen Ponys die Flächen von Büschen und unerwünschtem Krautwuchs freihalten.

Lebensraum für Vögel geschaffen

Neben den Schmetterlings- und Teichgärten in der Groitzscher Anlage „Zur Erholung“ sowie dem im Herbst 2018 angelegten Randstreifen in Hohendorf kümmert sich die Regionalgruppe seit dem Sommer um ein Brachpieper-Habitat im Bergbaugelände Schleenhain. Diese Vogelart liebt weite Offenlandflächen, wie sie im Bergbaulandschaft vorkommen, sagt Ingo Thienemann. Bei krautigen Strukturen oder gar Gehölzen „verschwindet er schnell wieder“.

Veranstaltungsplan für 2020

8. Februar: Arbeitseinsatz ab 9 Uhr an den Sedimentbecken Maltitz

13. Februar: Vortrag von Andreas Fischer „Naturkundliche Reiseeindrücke von Reunion und Mayotte

16. Februar: Wasservogelzählung am Werbener See, Treff mit Peter Windolph um 9 Uhr am Umspannwerk

12. März: Vortrag von Christopher Arnold „Wiesenmahd unter Aspekten des Naturschutzbundes – Vorstellung von Möglichkeiten zur tierschonenden Mahd“

9. April: Exkursion mit Jörg Geier und Peter Windolph „Naturvielfalt am Großstolpener See“

14. Mai: Exkursion mit Ingo Thienemann in der Schnauderaue bei Hohendorf

23. Mai: Naturkundliche Wanderung durch das Pfarrholz Groitzsch mit Christina Fischer und Thomas Schleehahn.

30. Mai: Vogelstimmenführung im Alberthain Pegau mit Ingo Thienemann.

11. Juni: Exkursion mit Peter Windolph „Unterwegs in der Weidelandschaft Profen-Nord

27. Juni: Tag der offenen Tür von 14.30 bis 17.30 Uhr im Naturschutzzentrum Groitzsch, Neuer Weg

13. August: Sommertreffen im Naturschutzzentrum

10. September: Exkursion mit Ingo Thienemann und Rainer Koschnicke „Biber – Spurensuche in der Elsteraue“

26. September: Regionale Obstausstellung von 10 bis 16 Uhr im Naturschutzzentrum

10. Oktober: Exkursion mit Mike Jessat und Simon Rockstroh „Das Weideprojekt Phönix-Nord“

12. November: Vortrag von Peter Windolph „Canadien Way of Life“ sowie Jahresplanung

10. Dezember: Rückblick über Projekte und Beobachtungen im Jahr 2020

„Es war ein Herzensprojekt von Harald Krug, den Brachpieper und andere Stelzenarten hier zu halten“, erinnert sich der Kleinpriesligker an den Ornithologen und jahrelangen Leiter der Ökologischen Station Borna-Birkenhain. „Irgendwann wird der Bergbau hier durch sein, aber um den Vogel perspektivisch zu halten, müssen wir etwas tun.“ Zunächst sollen drei Ponys das Grün niedrig und die Flächen offen halten. Finanziell unterstützt wird das Projekt vor Mibrag, der auch die Flächen gehören.

Zwischen Golfrasen und Wald

Es gibt viel zu tun für die Regionalgruppe um ihren neuen Leiter Ingo Thienemann, der in Kleinpriesligk den Landschaftshof Harmonie betreibt und sich um ökologischen Landschafts- und Gartenbau kümmert. Naturschutz gehe nicht immer mit deutscher Ordnung konform, warb der 60-Jährige um Verständnis, dass es zwischen „Golfrasen und Wald“ noch etwas anderes gebe.

Er appelliert daher an alle Kommunen, Garten- und Grundstücksbesitzer, „auch mal etwas wachsen zu lassen“. Orte wie Groitzsch, Böhlen oder Neukieritzsch machen das vor. Seit dem akuten Bienensterben im vergangenen Jahr und der darauf folgenden Welle der Entrüstung habe bereits ein Umdenken eingesetzt.

Hier gehts zur Seite des Nabu in Groitzsch

Von Kathrin Haase

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