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Borna Groitzscher Ordnungsdienst fährt E-Auto
Region Borna Groitzscher Ordnungsdienst fährt E-Auto
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15:39 24.10.2018
Carmen Wiesehügel vom Groitzscher Stadtordnungsdienst fährt jetzt ein Elektroauto VW E-Up mit einem Farbdesign wie Polizeifahrzeuge; hier bei einer Kontrolle an der Kreuzung Bundesstraße 176/Luckaer Straße.
Carmen Wiesehügel vom Groitzscher Stadtordnungsdienst fährt jetzt ein Elektroauto VW E-Up mit einem Farbdesign wie Polizeifahrzeuge; hier bei einer Kontrolle an der Kreuzung Bundesstraße 176/Luckaer Straße. Quelle: Olaf Krenz
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Groitzsch

 Ein neues Polizeifahrzeug ist in Groitzsch unterwegs, scheint es. Allerdings führt die farbliche Gestaltung ein wenig in die Irre. Vielmehr setzt mit diesem Kleinwagen die Kommune auf Elektromobilität. Der VW E-Up steht vor allem dem Stadtordnungsdienst zur Verfügung, wie auf der Heckscheibe steht.

E-Auto im Polizei-Design

„Die Gemeindliche Vollzugsbedienstete erfüllt ja ortspolizeiliche Aufgaben“, sagt Silke Große. Deshalb wurde eine einheimische Firma beauftragt, das eigentlich weiße E-Auto mit Folien im blau-silbernen Design zu bekleben, das dem der sächsischen Polizei ähnelt, so die Amtsleiterin der Haupt- und Ordnungsverwaltung. Zusätzlich prangt das Stadtwappen auf den vorderen Türen des Viersitzers.

Groitzsch hat für den Stadtordnungsdienst ein Elektroauto angeschafft. Mit der Farbgestaltung wie Polizeifahrzeuge sowie Stadtwappen (seitlich) und der Internet-Adresse der Stadt fällt der Kleinwagen VW E-Up auf. Quelle: Stadtverwaltung

Groitzsch setzt auf Umweltfreundlichkeit

Damit setzt Groitzsch sein Engagement bei Umweltfreundlichkeit und Energieeffizienz nach LED-Straßenlampen und Blockheizkraftwerk fürs Fitness- und Wellnesscenter „Azur“ fort. „Wir wollten schon vor vier Jahren auf den sauberen Antrieb umsteigen“, erinnert sich Große. „Doch damals war die Leasingrate für den VW Up mit E-Motor fünfmal höher als beim Benziner.“ Das Verhältnis sei nun besser geworden, und der regionale Energieversorger Enviam beteiligt sich mit einem Zuschuss. Bei einem Kauf wären wohl rund 24 000 Euro fällig geworden.

Reichweite erfordert besondere Planung

Die Leistung von 82 PS (60 Kilowatt) und die vom Hersteller angegebene Reichweite von 120 Kilometer mit einer Batterieladung passen „für die Fahrten rund um den Wasserturm“, meint Silke Große – womit sie die Ortsteile einschließt. Behördenwege nach Borna, Grimma und Leipzig, vielleicht sogar zusätzlich, erfordern eben eine besondere Planung.

Skepsis wegen Stromfresser Heizung

Hauptnutzerin Carmen Wiesehügel ist etwas skeptisch. „Bei der Einweisung hieß es, dass die Reichweite ziemlich sinkt, wenn die Heizung eingeschaltet ist“, sagt die Vollzugsbedienstete. „Mal sehen, wie das im Winter wird, wenn ich mehrfach über die Dörfer muss. Da kommen 50 bis 70 Kilometer zusammen.“ Den vorherigen VW-Up-Benziner habe sie geliebt. „Ich fahre gern Auto, aber bisher nicht Elektro und keine Automatik.“ Sie werde sich reinfitzen.

Amtsleiterin Große ist bereits mit dem E-Up durch die Stadt gefahren. „Er hat eine ordentlichen Anzug und ist recht leise. Nur die Reifengeräusche sind zu hören.“ Das Auto falle wohl vor allem wegen der Farbgebung auf: „Die Leute gucken.“

Vorerst bleibt es bei einem E-Auto

Zwei Pkws VW Golf (Benziner) gehören noch zum Rathaus; der Kombi ist direkt dem Bürgermeister zugeordnet. Hier sei ein Umstieg auf Elektro vorerst nicht geplant. „Vielleicht wenn die Batterie mal die Fahrt nach Dresden und zurück an einem Tag ermöglicht“, so Silke Große. Das neue Auto werde in der Regel in der Garage geladen, über einen „Schnelllader“ an der haushaltsüblichen Steckdose. Der gesamte städtische Fuhrpark umfasst 60 Fahrzeuge, inklusive Bauhoftraktoren sowie zwölf Feuerwehrautos und 13 -anhängern.

Stadtverwaltung Kitzscher von E-Auto enttäuscht

Die Stadtverwaltung Kitzscher, die vor einiger Zeit ebenfalls ein elektrisches Auto gekauft hatte, hat dieses nach fünf Jahren wieder abgeschafft. Bürgermeister Maik Schramm zeigte sich enttäuscht: Die Ladeinfrastruktur sei noch immer mangelhaft, ein Elektroauto immer noch doppelt so teuer, wie ein vergleichbarer Wagen mit Verbrennungsmotor.

Von Olaf Krenz

23.10.2018
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