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Borna Großdeubener ärgern sich über Bau-Dreck und Laster-Lärm
Region Borna Großdeubener ärgern sich über Bau-Dreck und Laster-Lärm
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15:34 12.03.2019
In Großdeuben sieht es seit Wochen so aus. Staub und Dreck gehören hier zum Bild. Quelle: privat
Böhlen

Fast im Minutentakt rollen schwere Lastwagen durch den Böhlener Stadtteil Großdeuben. Beladen mit Schutt, Schotter und Kies. Ihr Ziel: Das Baustofflager in der Neuen Harth, eine Verlängerung des Schachtwegs in Großstädteln. Dabei passieren sie zwangsläufig die Zwenkauer Straße – und genau das wird für die Anwohner zunehmend unerträglich.

Wie berichtet, zeichnet die DB Netz AG für den Ausbau der Sachsen-Franken-Magistrale verantwortlich. Diese verbindet die Städte Leipzig und Dresden über Werdau mit Hof.

Seit Jahren wird die Strecke grundlegend erneuert, um sie an die heutigen technischen Anforderungen sowie an die künftigen Anforderungen des Personennah- und Fernverkehrs sowie des Güterverkehrs anzupassen. Ziel soll es laut Bahn sein, die Züge künftig mit 160 Kilometern in der Stunde fahren zu lassen, um die Fahrzeiten zu verkürzen.

In Großdeuben sieht es seit Wochen so aus. Staub und Dreck gehören hier zum Bild. Quelle: privat

Fahrbahn, Gehwege und Grundstückseinfahrten sind verdreckt

Doch mit den Bauarbeiten gehen für die Anwohner der anliegenden Orte einige Einschränkungen einher. „Wir wussten ja, dass gebaut wird und sich das auch über eine langen Zeitraum ziehen wird, aber währenddessen können doch die Baufirmen etwas Rücksicht üben“, erklärt ein Großdeubener. Derzeit aber versinke vor allem die Zwenkauer Straße in Staub und Schlamm.

„Zum Teil sind die Grundstückseinfahrten vollkommen verdreckt, die Fahrbahn und auch die Gehwege“, macht er deutlich. Und sein Nachbar ergänzt: „Wegen des Staubs ist es kaum möglich, tagsüber die Fenster aufzumachen.“ Grund dafür sei das Baustofflager der Bahn, das sich zwischen Bahntrasse und dem Weg Neue Harth befinde.

In Großdeuben gibt es derzeit keine romantischen Nebelbilder, sondern Staubwolken. Quelle: privat

Doch der Dreck ist nicht das einzige Thema, das die Anlieger umtreibt. Auch die Fahrweise der Lastwagenfahrer ärgert sie. „Sie fahren hier zum Teil deutlich schneller als die vorgegebenen 30 Kilometer pro Stunde, nutzen außerdem die Gehwege.“ Das sei nicht mehr hinnehmbar, zumal die Zwenkauer Straße Schulweg für Kinder sei, die das Gymnasium Lernwelten besuchen.

Anwohner schlagen Umleitung über Schachtweg vor

Mehrere Vorschläge haben die Anwohner, um die Lage etwas zu entspannen. So schlagen sie unter anderem eine Lkw-Waschanlage vor, die vor Fahrtantritt wenigstens den gröbsten Dreck vom Fahrzeug spült. „Vor einigen Jahren gab es die auch schon, allerdings war nach wenigen Wochen damit Schluss.“ Sie bringen zudem eine Umleitung ins Gespräch. Die Lastwagen, die aus der Straße Neue Harth Baustoffe holen, abtransportieren und neue anliefern, könnten über den Schachtweg in Großstädteln geschickt werden, damit würde in der Zwenkauer Straße wieder Ruhe einkehren.

Die Anlieger der Zwenkauer Straße haben sich mit ihren Beschwerden und Lösungsvorschlägen schon mehrmals an die Stadtverwaltung Böhlen gewandt. „Für uns ist die Stadt erster Ansprechpartner, denn wir erfahren leider nicht von der Bahn oder den Baufirmen, wann was gemacht wird“, begründet der Großdeubener.

In Großdeuben sieht es seit Wochen so aus. Staub und Dreck gehören hier zum Bild. Quelle: privat

Die Stadt kennt das Problem und ist mit der DB Netz AG als Bauherr im Gespräch. „Jeden Freitag wird eine Kehrmaschine nach Großdeuben geschickt, die rund um die Zwenkauer Straße alles sauber macht“, betont Böhlens Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos). Die angedachte Umleitung sei hingegen nicht machbar, weil die Lastwagen aufgrund ihrer Höhe nicht unter der Gaschwitzer Brücke hindurch fahren können.

Bauarbeiten sollen in dem Bereich im Juni abgeschlossen sein

Die Großdeubener hoffen, dass sich die Bauarbeiten nicht mehr ewig hinziehen. Matthias Sieber von der DB Netz AG bittet die Anwohner noch um etwas Geduld. „Die Zufuhr zum Lagerplatz soll bis Ende des Frühjahrs abgeschlossen sein, die Abfuhr ist weitestgehend abgeschlossen“, erklärt er. Bis Juni sei in dem Bereich alles fertig. Bis dahin werde die Zwenkauer Straße regelmäßig gereinigt, und auch die Kraftfahrer seien wiederholt belehrt worden, so umsichtig wie möglich zu arbeiten.

Kommentar: Dünner Geduldsfaden ist verständlich

Wo gehobelt wird, fallen Späne, sprich: Bauarbeiten gehen nun einmal mit Dreck, Staub und Lärm einher. Das wissen auch die Großdeubener, die seit Jahren Einschränkungen hinnehmen müssen, weil die Deutsche Bahn die Sachsen-Franken-Magistrale rundum erneuert. Ob ständig gesperrte Durchfahrten, weil Brücken abgerissen und neu gebaut werden, damit einhergehende Umleitungen und das Ertragen des hohen Verkehrsaufkommens durch die Lastwagen: Es kann kaum verwundern, dass der Geduldsfaden vieler Großdeubener äußerst dünn geworden ist – sofern überhaupt noch vorhanden.

Auch die Lösungsvorschläge der Anwohner sind verständlich, in der Tat kann eine Lkw-Waschanlage vor dem Lagerplatz der Baumaterialien keinen großen Aufwand darstellen, der Platz jedenfalls dafür wäre da. Mit der gewünschten Umleitung sieht es schon etwas anders aus. Eine Umleitung bedeutet, dass andere Anlieger dann mit Schlammspuren und Staub leben müssen. Und bei denen dürfte der Aufschrei auch groß werden. Letztlich würde das Problem nur an andere Stelle verlagert werden. Das Resultat wäre das gleiche.

Dennoch spricht nichts dagegen, als Bauherr (also als DB Netz AG) dafür zu sorgen, mehrmals in der Woche die Straßen und Gehwege zu reinigen, einmal in der Woche erscheint in Anbetracht von 24 Lastwagen in 18 Minuten (gezählt am Dienstag von 13 bis 13.18 Uhr) denkbar wenig. Hochgerechnet sind das rund 100 Transportfahrten pro Stunde. Da fällt mehr Dreck an, als eine Kehrmaschine an einem Tag beseitigen kann. Vor allem auch auf den benachbarten Grundstücken.

Und es ist auch nicht zu viel verlangt, die ausführenden Baufirmen auf gewisse Verhaltensregeln hinzuweisen. Wo „30“ dran steht, sollte auch nur 30 gefahren werden. Schon wegen der Schule, die sich in direkter Nachbarschaft zur Baustelle befindet.

Nun scheint zum Glück für alle Anwohner ein Ende in Sicht. Nur noch wenige Wochen, dann sollen die Transporte durch die Zwenkauer Straße wegfallen. Den Großdeubenern bleibt zu wünschen, dass die Hoffnung tatsächlich erfüllt wird.

Von Julia Tonne

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