Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Großzössen: Verein Neue Helene will Rittergutspark umgestalten
Region Borna Großzössen: Verein Neue Helene will Rittergutspark umgestalten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:00 07.01.2018
Andreas Bodenlos steht auf dem Balkon des Bürgerhauses und zeigt auf den Rittergutspark, den sein Verein in diesem Jahr gern wiederbeleben möchte. Quelle: André Neumann
Neukieritzsch/Großzössen

So manches kleine Dorf hat ein Problem. Es fehlt an Treffpunkten – Konsum, Post und Kneipe haben schon lange geschlossen. Vereine, die etwas auf die Beine stellen, gibt es oft kaum. Das gemeinsame Leben im Ort beginnt zu erlahmen, irgendwie findet nichts mehr statt, stellen die Bewohner traurig fest. So kann ein Dorf zur reinen Schlafsiedlung werden...

Dass es aber auch anders geht, zeigt zum Beispiel der Neukieritzscher Ortsteil Großzössen. Selbst einige Jahre nach der Wende wurde das Dorf noch nicht von Fördermillionen verwöhnt, die Straßen waren löchrig, die Einwohnerzahl ging zurück. „Wir hatten kein Dorffest mehr, eine Gaststätte auch nicht und überhaupt war das ganze Jahr nichts mehr los“, erinnert sich Andreas Bodenlos. Der Bäckermeister gehört zu einer Gruppe Großzössener, die sich im Jahr 2009 sagte: Das ändern wir jetzt. Sie gründeten die Interessengemeinschaft Neue Helene, die seitdem eine ganze Menge auf die Beine stellt.

Grübeleien gab es lange Zeit über den Namen. Das frühere Braunkohlenwerk hieß Dora und Helene. Der Erbauer, der die Fabrik Anfang des 20. Jahrhunderts errichten ließ, benannte es nach seinen Töchtern. So entstand die Idee, dass der Verein, der das Dorf nun mit voran bringen soll, Neue Helene heißen soll.

Andreas Bodenlos: „Wir leben in einem kleinen Dorf, wo fast jeder jeden kennt. Das Miteinander ist hier ganz wichtig.“

Das Programm ist bunt. Schlachtfeste, Dorffeste, Osterfeuer und Helene-Tag werden seit Jahren gefeiert. Die gemeinsamen Busfahrten sind Kult. Da starten bis zu 120 Leute in Großzössen in zwei Bussen in Richtung Weihnachtsmarkt nach Chemnitz, Erfurt, Quedlinburg oder Seifen. „Die Idee, die Dorfgemeinschaft stärker zusammenzubringen, ist aufgegangen“, sagt der 41-jährige Bodenlos zufrieden.

Auch im Ort, in dem inzwischen wieder 540 Menschen leben, ist viel passiert. Als die alte Gaststätte abgerissen wurde, gestalteten die Gemeindeverwaltung Neukieritzsch und der Verein Neue Helene den Vorplatz neu. Findling und Metalltafeln erinnern heute an die Orte der unmittelbaren Region, die den Braunkohlebaggern weichen mussten.

Ein Herzensanliegen der Interessengemeinschaft war das neue Feuerwehrgerätehaus mit Bürgerhaus, das vor drei Jahren eingeweiht wurde. Der Veranstaltungsraum sei zu 85 Prozent ausgelastet, sagt der Vereinschef. Mit Privatfeiern und Versammlungen sowie Festen der Neuen Helene.

Ein großes Projekt in diesem Jahr ist der ans Bürgerhaus angrenzende Rittergutspark. Die Garagen sollen versetzt werden und stattdessen ein Outdoor-Generationenpark entstehen. Der verspricht Sport und Spaß für Kinder und Senioren. Auf Kletterturm, Rutsche und Schaukel dürfen sich die Steppkes freuen. Leichte Sportgeräte sind fürs ältere Semester geplant.

Mittelfristig soll in dem Park auch an das einstige Rittergut erinnert werden. Eine Idee ist, das Areal des Hauses durch Hecken zu zeigen, Schautafeln können von der Historie erzählen. „Es geht uns darum, den Park zu beleben“, sagt Bodenlos. Dafür fließen auch Gelder des Vereins, die zum Beispiel bei Veranstaltungen eingenommen wurden.

Hinter all dem steckt viel Arbeit. So manche Stunde verbringen die Vorstandsmitglieder mit jeder Menge Schreibkram und Organisation. Ein wenig Hilfe bei der Büroarbeit könnte der Verein gut gebrauchen, sagt dessen Chef. Ansonsten schwört er auf seine Helene-Mannschaft, sei es der fleißige Reinigungstrupp oder die Akteure, die bei Festen stets mit auf- und abbauen. 45 Mitglieder gehören derzeit dazu. Seine eigene Motivation für die Neue Helene beschreibt der Bäckermeister so: „Wir leben in einem kleinen Dorf, wo fast jeder jeden kennt. Das Miteinander ist hier ganz wichtig.“

Von Claudia Carell

Die Bahnstrecke zwischen Neukieritzsch und Regis-Breitingen über Deutzen gehört zur Sachsen-Franken-Magistrale, die die Bahn derzeit für höhere Geschwindigkeiten ertüchtigt. Bis Ende des Jahres wird in dem Abschnitt noch gebaut.

23.02.2018

Bleibt es bei ehrenamtlichen Verbandsräten im ZBL oder verlieren die ihre Sitze? Einige wollen den Status Quo erhalten, andere kommen ohnehin nicht mehr zu den Sitzungen. Diese und andere Veränderungen sollen in den Mitgliedsgemeinden diskutiert werden.

19.03.2018

Zu personellen Baustellen und Herausforderungen, die vor dem Landkreis Leipzig liegen, äußert sich Kreischef Henry Graichen (CDU) im Interview. Vor allem beim Thema Breitband und der Unterstützung des ländlichen Raumes formuliert er klare Erwartungen an die Adresse der neuen sächsischen Landesregierung.

10.01.2018