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Borna Grunderwerb: Junge Familien könnten von Freibetrag profitieren
Region Borna Grunderwerb: Junge Familien könnten von Freibetrag profitieren
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09:46 28.02.2019
Die Grafik zeigt den Anteil an Mieterhaushalten in Sachsen, die als Ersterwerber von einem Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer profitieren würden. Quelle: Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen
Landkreis Leipzig

Vor der Entscheidung fürs eigene Heim sollte ein genauer Blick aufs Budget dazu gehören. Um den Erwerb von Wohneigentum zu fördern, hat die Große Koalition bereits das Baukindergeld eingeführt. Aber auch eine weitere geplante Maßnahme verspricht, das Eigenkapital zu schonen. Dabei handelt es sich um die angekündigte Einführung eines Freibetrages bei der Grunderwerbssteuer.

Sachsen mit niedriger Grunderwerbssteuer

Auch dieser Posten kann eine ordentliche Summe ausmachen. In Sachsen beträgt die Grunderwerbssteuer aktuell 3,5 Prozent. In Thüringen und Brandenburg müssen Käufer sogar 6,5 Prozent berappen. Die sächsischen Nachbarländer gehören damit zu den Spitzenreitern bundesweit. Nur noch in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland ist der Kauf ebenso teuer.

Wichtig ist der Steuersatz vor allem, um die Nebenkosten beim Hauskauf zu meistern. Würde die große Koalition an dieser Stelle einen Freibetrag einführen, könnte das auch im Landkreis Leipzig zu Effekten führen.

Familien mit geringerem Einkommen profitieren

Während sich bisher die eher gut Verdienenden am Markt bewegt haben, könnten nun Interessenten mit weniger Vermögen ebenfalls mit einem Gang zum Notar liebäugeln. Untersuchungen dazu veröffentlichten jetzt die Landesbausparkassen (LBS). Deren Bundesgeschäftsstelle erklärte: „Bereits bei einem relativ niedrigen Freibetrag von 100.000 Euro würde sich das Potenzial an jungen Ersterwerberhaushalten bundesweit um 18 000 auf über 300.000 erhöhen.“

Bis zu 10 Prozent der Haushalte wohnen zur Miete

In Sachsen könnten sich demnach über 1000 junge Familien erstmals an den Erwerb einer Immobilie heranwagen, weil der Hausbau dann nicht die Haushaltskasse sprengt. Im Landkreis Leipzig wohnen laut Studie fünf bis zehn Prozent der Haushalte aktuell zur Miete. Diese Zahl könnte sich in der Folge verringern.

Zusatzpotenziale durch einen möglichen Freibetrag bei der Grunderwerbssteuer. Quelle: Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen

Naturgemäß sei die Entlastung durch einen Freibetrag dort höher, wo die höchste Grunderwerbsteuer gilt. Auch das Preisniveau spiele eine Rolle. In der Gesamtschau sei festzustellen, dass ein Freibetrag von beispielsweise 100.000 Euro bei der Grunderwerbsteuer überproportional in Regionen mit niedrigen Immobilienpreisen wirken würde, während in Metropolen mit hohen Kaufpreisen ein solcher Freibetrag weniger ins Gewicht fiele.

Vor allem Landstriche außerhalb der kaum noch erschwinglichen Großstädte und Ballungsräume würden demnach vom Steuerverzicht profitieren, so die Experten. Abschließend heißt es seitens der LBS: „Um eine weitere Abwanderung in die Städte zu stoppen und die ländlichen Regionen zu fördern, könnten Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer, wie sie laut Koalitionsvertrag angestrebt werden, eine sinnvolle Maßnahme sein.“

Von Simone Prenzel

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