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Borna Gruppe hilft Diabetikern seit 20 Jahren
Region Borna Gruppe hilft Diabetikern seit 20 Jahren
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00:19 17.06.2018
Die Vorsitzende Carmen Weise (hinten li.) zieht Bilanz zum 20-jährigen Bestehen der Selbsthilfegruppe Diabetes Pegau.
Die Vorsitzende Carmen Weise (hinten li.) zieht Bilanz zum 20-jährigen Bestehen der Selbsthilfegruppe Diabetes Pegau. Quelle: Verein
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Pegau

Ein Jubiläum haben kürzlich die Mitglieder der Selbsthilfegruppe Diabetes Pegau gefeiert. Vor 20 Jahren hatten betroffene Bürger diese Gemeinschaft gegründet. Hier können Menschen zusammenkommen, die unter dem gemeinsamen Problem Zuckerkrankheit leiden, um mit vereinten Kräften etwas zu dessen Überwindung beizutragen. Es soll einen Austausch von Gleichgesinnten geben, ohne dass einer, der seine Schwierigkeiten nicht öffentlich darstellen will, das auch muss.

Den Körper in Vorträgen abgearbeitet

In ihrer Festrede ließ die Vorsitzende Carmen Weise die zwei Jahrzehnte mit allen Höhen und Tiefen Revue passieren. Die Mitglieder treffen sich einmal im Monat, um Vorträge von Hausärzten, Diabetologen, Fachärzten sowie Ernährungsberatern zu hören. In der langen Zeit wurde dabei der gesamte menschliche Körper abgearbeitet, so die Leiterin der Gruppe.

Verschiedenste Referenten zu Gast

Die Themen behandelten unter anderem Augen und Füße, Zahngesundheit, Dialyse und Nieren, Schlafprobleme, Wundversorgung, Schmerzbehandlung, Gefäßerkrankungen, Blutdruck, Herzklappenerkrankungen, Chancen und Risiken von CT und MRT, Handhygiene sowie Gehirntumor.

Dazu sprachen Referenten aus Pegau, Borna, Leipzig, Gera, Wolfen, Dresden und Limbach-Oberfrohna. Allerdings sei nicht jeder angefragte Arzt und Experte bereit gewesen, in die Elsterstadt zu kommen. Deshalb sei es immer wieder eine Herausforderung gewesen, den jährlichen Arbeitsplan zu erstellen.

Gefeiert wird auch bei der Diabetiker-Selbsthilfegruppe zünftig. Die Speisen sind der Stoffwechselerkrankung angepasst. Quelle: Verein

Seit Längerem führt der Verein einmal im Jahr als Höhepunkt eine Schulungsfahrt in eine Reha-Klinik durch. Besucht wurden schon Bad Gottleuba, Bad Suderode, Malchow, Marienbad, Bad Flinsberg, Bad Lauterberg, Karlovy Vary, Bad Elster, Tharandter Wald, Tabarz, Bad Salzelmen und Kreischa. Dabei gehören ein Klinikrundgang und Arztvorträge ebenso zum Programm wie ein kultureller Teil.

Von Bootstour bis Bergwerksbesuch

Es wurden eine Bootstour unternommen, ein Bergwerk besichtigt, eine Verkostung im Kloster Wöltingerode sowie Stadtrundfahrten in Dresden und Magdeburg, aber auch eine Fahrt mit der Thüringer Waldbahn durchgeführt. In Sebnitz versuchten es die Teilnehmer selbst mit „Blümeln“ (Kunstblumen anfertigen). Alles diente dem Gemeinschaftssinn und der Gruppentätigkeit, sagte Weise.

Jährlich findet Aktionstag statt

Jährlich wird versucht, einen Aktionstag zu organisieren, bei dem die Mitglieder selbst aktiv sind. Sie führten Fußdruckmessungen durch, machten einen Hörtest, verkosteten exotische Früchte und stellten Kräuteressig her. Eine leckere Teeverkostung fand statt. Zudem gestalteten sie Blumen nach Ikebana, der japanischen Blumensteckkunst, und übten sich im Gemüseschnitzen Kha Se Luk, der thailändischen Art, Gemüse kunstvoll zu präsentieren.

Gruppe hat 30 Mitglieder

Von den in Pegau geschätzten 300 Diabetikern sind in der Gruppe 30 Personen vereint. Diese aber sind engagiert, und jeder freut sich auf den monatlichen Schulungstag, so die Vorsitzende. Selbst wenn die Mitglieder auch sonst viel über ihre Stoffwechselerkrankung hören und lesen, könnten sie doch hier immer etwas Neues und Interessantes erfahren. Deshalb wünschen sie sich viel Gesundheit, damit weitere Monate und Jahre in der Gruppe gestaltet werden können.

Von LVZ