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Borna Hainer und Kreudnitzer erinnern sich
Region Borna Hainer und Kreudnitzer erinnern sich
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18:29 26.05.2019
Ursula Krätzsch (von links), Marina Meusel, Gerde Krätzsch und Jutta Winkler gucken sich immer wieder Fotos früherer Treffen an. Quelle: Julia Tonne
Rötha

 Eine Kindheit wie aus dem Bilderbuch: Nach der Schule sofort nach Hause und mit Freunden durch die Gegend stromern, in der Pleiße schwimmen, auf die Babys der Nachbarn aufpassen, mit dem Fahrrad über Hügel rasen und den Tieren auf den umliegenden Bauernhöfen einen Besuch abstatten. An ihre Kindheit haben die Hainer und Kreudnitzer durchweg gute Erinnerungen. Und die waren Gesprächsthema Nummer eins beim mittlerweile achten Treffen der Bewohner der abgebaggerten Orte.

Rund 120 Gäste waren am Sonnabend dem Aufruf der zwei Familien Bothung und Hellriegel gefolgt, die zum wiederholten Male das Treffen im Röthaer Volkshaus organisiert hatten. Und ein wenig erinnerte das Zusammensein an das Kinderspiel „Reise nach Jerusalem“: Denn kurz nach dem Kaffeetrinken wechselte jeder mindestens einmal seinen Platz und an einen anderen Tisch. Einer von den Gästen war auch Röthas Bürgermeister Stephan Eichhorn.

„Wir hatten einen unbeschwerten Alltag“, erzählte Jutta Winkler, die heute Tusche heißt. Gelernt wurde während der Grundschulzeit sozusagen jahrgangsübergreifend (in Hain lernten die zweite und vierte Klasse, in Kreudnitz die erste und dritte Klasse zusammen), nach dem Unterricht ging es schnurstracks in die (noch fast) unberührte Natur. „Das Schönste war, dass alle Kinder miteinander gespielt haben“, sagte Winkler, die 1970 ihren Heimatort Hain verlassen musste. 16 Jahre alt war sie damals.

Noch jünger war Marina Meusel (heute Schilling), als sie mit dem fortschreitenden Tagebau, der ihre Heimat zerstörte, nach Rötha zog: neun Jahre. Und eines blieb ihr besonders in Erinnerung: der notwendige Besuch im Schulhort am neuen Wohnort. „In Hain sind wir richtig frei aufgewachsen. Als ich dann in den Hort musste, war das furchtbar“, erzählte sie.

Rund 120 Hainer und Kreudnitzer kamen am Wochenende zum Treffen. Quelle: Julia Tonne

Obwohl sie nur drei Jahre in Hain lebte, kann sich auch Gerda Krätzsch an die Zeit erinnern. Sie war der Liebe wegen – „und weil wir eine gemeinsame Wohnung dort hatten“ – von Neukieritzsch zu ihrem Mann Günter gezogen. Dabei lief das erste Rendezvous nicht so ab wie gedacht. „Ich bin mit dem Fahrrad zu ihm gefahren – in einer weißen Bluse“, erklärte sie. Noch vor Ankunft beim Freund und dessen Eltern war die Bluse schwarz. „Da hatte der Tagebau ganze Arbeit geleistet.“

Stephan Eichhorn (rechts) mit den Familien Bothung (links) und Hellriegel. Quelle: Julia Tonne

Ursula Krätzsch ist heilfroh, dass es diese Treffen seit 1994 gibt, „so konnten doch die einstigen Dorfgemeinschaften bestehen bleiben“, macht sie deutlich. Daher gehe ein großer Dank an die beiden Familien, die stets für die Zusammenkunft verantwortlich zeichnen: Familien Hellriegel und Bothung. „Wir haben doch alle sehr gerne auf dem Dorf gelebt, aber vor allem den Älteren ist es unglaublich schwer gefallen, wegziehen zu müssen“, sagt Hannelore Bothung. Zum einen hätten beide Ort landschaftlich unglaublich schön gelegen, zum anderen war die Bergschänke legendär. „Hier haben wir alles gefeiert, was zu feiern war.“

Von Julia Tonne

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