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Borna Heimatverein gedenkt Opfer der ersten Bomben auf Lippendorf
Region Borna Heimatverein gedenkt Opfer der ersten Bomben auf Lippendorf
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15:00 08.05.2019
Erinnerung an Lippendorfer Kriegsopfer: Werner Eißner (l.) und der damalige Neukieritzscher Bürgermeister Henry Graichen (CDU, jetzt Landrat) am 12. Mai 2014 an der Gedenktafel in Lippendorf.
Erinnerung an Lippendorfer Kriegsopfer: Werner Eißner (l.) und der damalige Neukieritzscher Bürgermeister Henry Graichen (CDU, jetzt Landrat) am 12. Mai 2014 an der Gedenktafel in Lippendorf. Quelle: Archiv/Detlef Bergholtz
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Neukieritzsch/Lippendorf

Vor 75 Jahren erreichten die Kampfhandlungen des Zweiten Weltkrieges den Ort Lippendorf. Daran will der Heimatverein Lippendorf – Kieritzsch und Umgebung am 12. Mai erinnern.

An dem Tag flogen die Alliierten 1944 den ersten massiven Luftangriff auf die Böhlener Werke und das Elektrowerk, das spätere Ferrolegierungswerk. Damals wurden auch Teile eines Wohngebietes getroffen. Zwanzig Lippendorfer verloren dabei ihr Leben, etliche wurden verletzt.

Den Todesopfern dieses und der noch folgenden Angriffe will der Heimatverein am Sonntag an einer Gedenktafel an der Lippendorfer Hauptstraße, der durch den Ort führenden S 71, gedenken. Die hatte die damals noch selbstständige Gemeinde Lippendorf 1995 anbringen lassen. Sie ist den Opfern des ersten und des zweiten Weltkrieges gewidmet.

99 amerikanische Bomber ließen 192 Tonnen Bomben über Lippendorf fallen

Heute, sagt Heimatvereinsvorsitzender Werner Eißner, lebten nur noch einige wenige Augenzeugen der damaligen Ereignisse. Dass die Erinnerungen wach gehalten werden, daran hat der Ortshistoriker maßgeblichen Anteil. Er hat die Fakten von damals akribisch zusammengetragen. Demnach hätten an dem Tag 99 amerikanische Bomber 192 Tonnen Bomben über den Werken fallen lassen, von denen einige das Wohngebiet trafen.

Zwanzig Einwohner verloren deshalb ihr Leben. Betroffen waren mehrere Familien mit jeweils zwei, drei oder vier Toten, unter denen waren sechs Kinder. Noch mehr Opfer forderte der Angriff in den Böhlener Werken. Dort starben laut Eißners Recherchen 77 Menschen, darunter waren 54 ausländische Zwangsarbeiter. Weiterhin kamen zehn Flaksoldaten ums Leben. Keine Zahlen gibt es über die vielen Schwer- und Leichtverletzten.

Heimatvereins trifft sich am Sonntag 10 Uhr an der Gedenktafel

Vertreter des Heimatvereins wollen sich am Sonntag 10 Uhr an der Gedenktafel einfinden und mit einer Kranzniederlegung an den Tag erinnern, an dem der Krieg mit all seinen tödlichen Schrecken in Lippendorf angekommen war. Bis zum Ende des zweiten Weltkrieges erfolgten noch 13 weitere Luftangriffe auf die Böhlener Werke und die umliegenden Orte.

Von André Neumann

08.05.2019
08.05.2019