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Borna Holzbiene im Südraum Leipzig heimisch
Region Borna Holzbiene im Südraum Leipzig heimisch
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18:27 01.08.2018
Die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacae) im Flug am Japanischen Blauregen (Wisteria). Quelle: Alfred Jeworutzki
Borna

Sie ist groß, dunkel und in der Region gelandet: die blauschwarze Holzbiene. „Mit 20 bis 23 Millimeter Körperlänge ist sie eine der auffälligsten und größten Wildbienen im Bereich Westsachsen und sogar Mitteleuropas und hat sich auch im Südraum Leipzig in den letzten Jahren sehr gut ausbreiten können“, erklärt auf LVZ-Nachfrage Alfred Jeworutzki. Der Bornaer ist Mitglied der Ökostation Borna und Mitstreiter in der Regionalgruppe Südraum Leipzig des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu).

In den letzten zehn Jahren habe es immer wieder vereinzelte aber auch neue Nachweise zum Auftreten von Holzbienen im Bereich südlich von Leipzig gegeben, erklärt der Fachmann. Die sehr großen Insekten sind bei uns blauschwarz gefärbt. In südlichen und tropischen Gebieten gibt es auch braune oder ganz schwarze Arten mit gelber Behaarung. Da die meisten Arten dieser Gattung ihre Nester in morschem Holz anlegen, werden sie auf deutsch Holzbienen genannt.

Einflugöffnung zum Nest der blauschwarzen Holzbiene Quelle: Alfred Jeworutzki

Jeworutzki geht davon aus, dass im Bereich Westsachsen derzeit drei verschiedene Arten der Holzbienen vorkommen. Speziell die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacae) galt noch vor wenigen Jahren als selten und nur inselhaft verbreitet. Sie sei durch den hummelartigen Körperbau, die durchgehend dunkle Körperfärbung sowie die blauschwarzen Flügel sehr auffällig und könne dadurch kaum mit einer anderen Bienengattung verwechselt werden.

Muss man sich vor dem großen Brummer in Acht nehmen? „Obwohl sie in Größe, Farbe und der möglicherweise etwas bedrohlich wirkenden Erscheinung sowie durch ihr zeitiges Auftreten im Frühjahr sehr markant ist, verweisen verschiedene Autoren darauf, dass diese Art stechunlustig und nicht aggressiv ist“, beruhigt Alfred Jeworutzki.

Nagespäne, die beim Anlegen der Brutröhre durch die blauschwarze Holzbiene anfallen. Quelle: Alfred Jeworutzki

Er regt an, den neuen Landkreisbewohner zu unterstützen. „Auch wenn sich die blauschwarze Holzbiene im Bereich südlich von Leipzig recht gut etablieren konnte, so ist die Art jedoch durch den Verlust ihrer Nistplätze gefährdet“, erklärt er. Seine Empfehlung: Nisthilfen in Form von senkrechten, sonnenexponierten Totholzstämmen von Obstgehölzen mit mindestens 20 Zentimeter Durchmesser.

Blauschwarze Holzbiene

Die blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacae) bevorzugt warme Lebensräume wie Parkanlagen, Gärten oder Waldränder, in denen ausreichend Totholz vorhanden ist. Sie ist in der Lage, bis 40 Zentimeter lange Gänge in dieses Holz zu nagen, die auch verzweigt sein können. Darin werden die Brutzellen in Reihen angelegt. Der Pollen, den sie gesammelt und mit den Beinbürsten und im Kropf transportiert hat, wird zu einer Kugel geformt und darauf ein Ei gelegt.

Die Zwischenwände der Brutzellen werden aus Nagespänen und Speichel errichtet. Pro Jahr gibt es eine Generation. Die frisch geschlüpften Holzbienen erscheinen Ende August/Anfang September und überwintern oft in Gruppen in geschützten Hohlräumen wie Mauerspalten, Erdlöchern, aber auch in den Geburtsnestern. Nach der Überwinterung findet im Frühjahr die Paarung statt, und bereits Ende April beginnen die Weibchen mit dem Nestbau und dem Brutgeschäft.

Hierzu sucht das Weibchen gut besonnte Totholzpartien des Brutbaumes – Stämme oder Astteile. Häufig werden auch alte Nester wieder benutzt, da die Holzbienen bevorzugt dort nisten, wo sie selbst geschlüpft sind. So können Totholzpartien völlig ausgehöhlt sein. Die Entwicklung vom Ei bis zum vollständigen Insekt dauert etwa eineinhalb bis zwei Monate. Die im Spätsommer geschlüpften Jungtiere kehren anfangs mehrfach zum Nest zurück und leben hier mit dem Muttertier bis zu dessen baldigem Tod zusammen.

Von Inge Engelhardt

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