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Borna Hortkinder aus Neukirchen brüten Eier aus
Region Borna Hortkinder aus Neukirchen brüten Eier aus
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19:00 14.06.2018
Erst kürzlich schlüpften die Hühner im Hort Neukirchen aus dem Ei. Seitdem kümmern sich die Drittklässler liebevoll um das Federvieh.
Erst kürzlich schlüpften die Hühner im Hort Neukirchen aus dem Ei. Seitdem kümmern sich die Drittklässler liebevoll um das Federvieh. Quelle: Julia Tonne
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Schule und Hort in Bornas Ortsteil Neukirchen sind auf dem besten Weg, einen Zoo zu eröffnen. Die ersten Tierarten sind bereits da. Während die Schule mit einem Schulhund aufwarten kann, hat der Hort zwölf Zweibeiner bekommen: Hühner. Seitdem kümmert sich die dritte Klasse rührend um das Federvieh. Den Namen „Abenteuerland“ hat der Hort also nicht zu Unrecht.

Projekt „Vom Ei zum Küken“

Dass die Einrichtung Haustiere ihr Eigen nennt, ist dem Projekt „Vom Ei zum Küken“ zu verdanken, dass Horterzieherin Kathleen Peitzsch vorgeschlagen hatte. 36 Eier wurden daraufhin von Ronny Tretzschock, dem einer kleiner Hof gehört, zur Verfügung gestellt, samt Brutkasten und allem, was sonst noch zum erfolgreichen Ausbrüten notwendig ist.

Langes Warten auf das Schlüpfen

21 Tage mussten die Kinder warten, bis die erste Schale Risse bekam, die Zeit überbrückten sie mit einem „Eierkalender“, in dem mit Hilfe von Plastikeiern die Entwicklung der Küken abgebildet ist. „Für die Kinder war es wichtig zu erfahren, dass nicht alle Eier befruchtet wurden und dass es leider auch Küken gab, die im Ei sterben“, machte Peitzsch deutlich. Das sei nun einmal der Gang der Dinge.

Das erste Huhn war „Herr Frosch“

Der 15. Mai wird den Grundschülern nun lange in Erinnerung bleiben, an dem Tag erblickte „Herr Frosch“ als erstes Huhn das Licht der Welt. Den kuriosen Namen hat es dem Umstand zu verdanken, dass es nach dem Schlüpfen minutenlang hoch und runter hüpfte, „um auf sich aufmerksam zu machen“, wie die neunjährige Anna erzählt.

Zwölf Hühner gackern im Hort

Zwölf Hühnern gelang es, sich durch die Schale zu picken, zwei von ihnen brauchten allerdings Hilfe von Peitzsch, die vorsichtig die Schale vom Küken pulte. Mittlerweile sind die Hühner fünf Wochen alt und sozusagen abflugbereit. Sehr zum Bedauern der jungen Tierpfleger gehen sie alle zurück zum Bauerhof.

Ziehkinder brauchen nun mehr Platz

Bis dahin aber kann die Zeit ausgiebig genutzt werden, um auf Tuchfühlung zu gehen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn zwölf Hühner und Hähne im Hortzimmer umherflitzen, im Hortgarten picken oder Streicheleinheiten einsammeln. „Es ist schon schade, wenn sie weg sind“, sagt Sarah, die sich besonders in „Yoga“ verliebt hat, ein Huhn, das sportlich begabt zu sein scheint.

Allerdings – und das wissen die Mädchen und Jungen – brauchen deren Ziehkinder zukünftig deutlich mehr Platz. Zudem werden zumindest die weiblichen Exemplare zum Eierlegen gebraucht.

Von Julia Tonne