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Borna Hundehaufen: Stadt Borna weitgehend machtlos
Region Borna Hundehaufen: Stadt Borna weitgehend machtlos
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14:25 20.07.2018
Süß, so ein Hund. Noch süßer, wenn der Halter die Hinterlassenschaften seines Tieres auch entsorgt. Quelle: Leipzigreport
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Borna

Hundehaufen im öffentlichen Raum sind nicht nur unerfreulich, sondern – vor allem bei den aktuellen Temperaturen – auch unappetitlich und eine Brutstätte für Bakterien. Deswegen ärgert sich LVZ-Leserin Heike Schneider besonders darüber, dass auf dem Parkplatz „Apfelwiese“ neben dem Hochhaus in Borna immer besonders viele Kothaufen liegen, erzählt sie.

Hundehaufen neben dem Spielplatz

„Direkt nebenan befindet sich ein Spielplatz, das kann doch nicht sein“, sagt Schneider. Über lange Zeit beobachte sie die Situation nun schon, habe auch Kontakt zum Ordnungsamt aufgenommen. Getan habe sich bisher nichts.

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Appetitlich geht anders, hygienisch auch: Auf der Apfelwiese in Borna kümmern sich viele Halter nicht um die Hinterlassenschaften ihrer Hunde. Nebenan ist ein Spielplatz. Quelle: Heike Schneider

Fakt ist: Im öffentlichen Raum sind Hundehalter dazu verpflichtet, die Hinterlassenschaften ihrer Tiere zu entsorgen. Sonst droht ein Bußgeld. Das Problem ist aber häufig: „Wir können nichts machen, wenn wir den Halter des Hundes nicht kennen“, sagt Silke Heisig, Leiterin des Ordnungsamtes Borna. Nötig sei der Name der Person, zudem Tatort und -zeitpunkt sowie ein Zeuge, der bestätigt, dass der Halter den Kot seines Tieres nicht entsorgt hat.

Ordnungsamt kann nicht ständig kontrollieren

„Uns stört es ungemein, dass an manchen Ecken so viele Hundehaufen herumliegen. Jeder Halter kann und sollte die Hinterlassenschaften seines Hundes beseitigen“, sagt Heisig. Doch es sei so: Ist der Außendienst des Ordnungsamtes in der Stadt unterwegs, lässt niemand den Hundehaufen direkt vor der Nase der Ordnungshüter liegen. Und für eine ständige Kontrolle in Zivil fehlen schlicht Zeit und Mittel.

„Wir freuen uns sehr, wenn die Bürger Menschen ansprechen, die sich nicht ordnungsgemäß um die Hinterlassenschaften ihrer Hunde kümmern“, sagt Heisig weiter. Nötig seien aber handfeste Beweise und die Bereitschaft, im Notfall als Zeuge vor Gericht auszusagen – denn dort landet so mancher Bußgeldbescheid.

Auch die Hundesteuer, die jeder Halter zahlen muss, hilft in punkto Sauberkeit nicht weiter: Sie wird in Borna nicht in Hundetoiletten oder zusätzliche Mülleimer investiert, sondern nach Informationen der Stadt wie andere Steuern auch dem Haushalt zugeführt.

Von soa