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Borna Im Gutshaus Hainichen toben bald wieder Kinder
Region Borna Im Gutshaus Hainichen toben bald wieder Kinder
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10:52 31.01.2019
Manuela Schönitz ist die neue Tagesmutti im ehemaligen Herrenhaus in Hainichen.
Manuela Schönitz ist die neue Tagesmutti im ehemaligen Herrenhaus in Hainichen. Quelle: André Neumann
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Kitzscher/Hainichen

In Kitzscher gibt es vorläufig ein wenig Entspannung im knappen Angebot von Kinderbetreuungsplätzen. Während die Stadt aktuell den Bau einer neuen Kindertagesstätte anschiebt, hat Manuela Schönitz (48) im ehemaligen Herrenhaus des Rittergutes Hainichen eine neue Tagesbetreuung eröffnet.

Fast genau dreieinhalb Jahre, nachdem an gleicher Stelle die private Kindertagesstätte „Rotbuche“ schloss, können hier wieder bis zu fünf Kinder im Alter bis sechs Jahre betreut werden. Das erste Mädchen kommt gerade mit seiner Mutter zur Eingewöhnung in die freundlich gestalteten Räume.

Freundlich gestaltetet Raum für den Mittagsschlaf

In einem großzügigen Spielzimmer mit hellen Wänden haben die Kleinen auf einem kuschelweichen Teppich viel Platz zwischen Himmelbettchen, Bällebad, Sofa und Spielsachen. Nebenan stehen in einem ebenso freundlich gestalteten Raum fünf Betten für den Mittagsschlaf.

Freundlicher, heller Schlafraum für die Kinder. Quelle: André Neumann

Nach gut zwanzig Jahren, in denen Manuela Schönitz Autos und Immobilien bewertet, begutachtet und verkauft hat, wollte sie etwas ganz anderes machen. Vor einigen Jahren in Großpösna, wo sie vor dem Umzug nach Hainichen wohnte, klappte das noch nicht. Denn Platz für die kleine Kindertageseinrichtung war nur im Dachgeschoss des Hauses, dort aber wurde die Kinderbetreuung behördlich nicht erlaubt.

Eigentümer investierte nicht mehr in das Guthaus Hainichen

Vor einem Jahr lernte sie ihren jetzigen Mann kennen; mit ihm zusammen suchte sie nach einem geeigneten Objekt für die Tagesbetreuung. Sie fanden es im Herrenhaus in Hainichen, an dem der Sanierungsaufwand hoch gewesen sei, wie sie sagt. Dass der vorherige Eigentümer nichts mehr ins Haus investierte, war mutmaßlich auch der Grund dafür, dass ihre Vorgängerin Ende Juni 2015 die Einrichtung schloss.

Manuela Schönitz vor dem ehemaligen Herrenhaus in Hainichen. Quelle: André Neumann

Die Bausubstanz des Gebäudes sei in Ordnung gewesen, trotzdem sei vier Monate an Decken, Wänden und Böden saniert und renoviert worden, ehe sie und ihr Mann im vergangenen August in das Haus einzogen. Aus vier Wohnungen haben die neuen Eigentümer eine gemacht, ein Mieter wohnt noch im Haus. „Wir sind noch nicht am Ende“, sagt Manuela Schönitz bezüglich der Sanierungen.

Bis zum Frühjahr soll ein kleiner Spielplatz am Haus fertig sein

Bis zum Frühjahr soll ein kleiner Spielplatz am Haus fertig sein, kündigt sie an. Ohnehin wolle sie mit den Kindern viel raus in die Natur gehen. Der nahe Park lädt geradezu dazu ein. Auf dem Hof haben die neuen Gutshausbewohner Al Pakas, Minischafe und ein Pferd. In die Gehege, sagt die Tagesbetreuerin, sollen die Kinder zwar nicht gehen, bestaunen und streicheln werden sie die Tiere aber können.

Sie möchte mit den Kindern auch gärtnern, Beete anlegen, säen und selbst Geerntetes essen. Toben an der frischen Luft, dafür soll viel Zeit und Gelegenheit sein.

Weihnachtsmarkt in Hainichen wiederbeleben

Wäre es nach Manuela Schönitz gegangen, hätte es in Sachen Kinderbetreuung einen größeren Wurf geben können. Sie hätte gern noch eine zweite Tagesmutti im Haus gehabt, was aber nicht genehmigt worden sei. Um Verständnis bittet Manuela Schönitz dafür, dass der direkte Zugang zum Park, der bisher über das Herrenhaus-Grundstück führte, nicht mehr öffentlich genutzt werden kann.

Dafür hat sie Ideen, das Gelände um das Herrenhaus für die Öffentlichkeit zu nutzen, beispielsweise mit einem kleinen Weihnachtsmarkt, wie es ihn früher in Hainichen schon einmal gegeben haben soll. Das sei allerdings noch etwas Zukunftsmusik.

Von André Neumann