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Borna Immer weniger Mitarbeiter in Agentur und Jobcenter des Landkreises
Region Borna Immer weniger Mitarbeiter in Agentur und Jobcenter des Landkreises
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10:25 09.07.2019
Weniger Arbeitslose – weniger Mitarbeiter in der Arbeitsagentur. Quelle: AP
Landkreis Leipzig

Erstmals rutschte jetzt die Arbeitslosenquote im Landkreis Leipzig unter fünf Prozent. Der Raum Wurzen konnte sogar vier Prozent verbuchen. „Es gibt auf dem regionalen Arbeitsmarkt nach wie vor eine sehr gute Entwicklung“, sagte Volkmar Beier, Pressesprecher der Agentur für Arbeit für die Landkreise Leipzig und Nordsachsen. In den vergangenen sieben Jahren sei die Zahl der Arbeitslosen um die Hälfte gesunken.

Das hat Auswirkungen auf die Behörden, die sich um Betroffene kümmern: die Agentur für Arbeit und das Kommunale Jobcenter. In beiden Einrichtungen schrumpfte die Zahl der Mitarbeiter erheblich.

Seit 2013 in der Arbeitsagentur 74 Stellen weniger

In der Arbeitsagentur für die beiden Landkreise arbeiteten 2013 noch 241 Beschäftigte, heute sind es 167, so Beier. Die Reduzierung sei aber nicht nur eine Folge der Arbeitslosenzahlen, sondern auch der Nutzung elektronischer Zugangswege. So werde Arbeitslosengeld I zunehmend elektronisch beantragt und bearbeitet. Diese Dienstleistung werde „sehr gut“ angenommen, zumal auch unkompliziert der Arbeitsstand abgefragt werden könne.

74 Stellen weniger seit 2013 in der ArbeitsagenturVolkmar Beier sagte dazu: „Vor allem für altersbedingt ausgeschiedene Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erfolgten in der Regel keine Neueinstellungen. Auslaufende Befristungen wurden teils nicht verlängert.“

Im Jobcenter schrumpft Personal von 380 auf 261 Stellen

Auch im Kommunalen Jobcenter mit Geschäftsstellen in Grimma, Borna, Markkleeberg und Wurzen sank die Zahl der Mitarbeiter erheblich – von 380 Vollzeit-Stellen im Jahr 2012 auf 261 Stellen heute, sagte Amtsleiter Jörg Altmann. Seine Behörde, die Arbeitslosengeld-II-Empfänger betreut, unterscheide sich in der Arbeit von der Agentur insofern, dass es dort nicht nur um Arbeitssuchende geht.

Die Hälfte der Menschen, die regelmäßig vom Jobcenter unterstützt werden, arbeiten – aber sie verdienen nicht genug und sind deshalb „Aufstocker“, bekommen also staatliche finanzielle Hilfe. Im Amtsdeutsch heißt das „erwerbsfähige Leistungsberechtigte“. Weiterhin gelten ebenso Langzeitarbeitslose in Qualifizierungsmaßnahmen, die die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt erleichtern sollen, mit mehr als 15 Stunden pro Woche nicht mehr als arbeitslos, auch sie werden vom Jobcenter betreut.

Sorge um Zukunft: Nachwuchskräfte werden fehlen

Es sei keinem Mitarbeiter gekündigt worden, so Altmann. Beschäftigte seien in den Ruhestand gegangen, viele hätten innerhalb der Kreisverwaltung gewechselt oder anderswo einen Job gefunden, einige befristete Verträge seien nicht verlängert worden.

Die Situation treibe ihm „einige Sorgenfalten“ auf die Stirn. Denn wenn man Personal reduziere, würden die Nachwuchskräfte immer zu kurz kommen – und damit die künftigen Mitarbeiter fehlen. Auch was Fachkräfte fürs Jobcenter betrifft, sei der Arbeitsmarkt nicht üppig bestückt.

Viel Arbeit mit Sozialgerichtsverfahren

Das betreffe nicht nur die Behörde selbst, sondern zum Beispiel auch externe Qualifizierungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose. Dafür werden Sozialpädagogen und Anbieter gebraucht. Beides zu finden, sei oft nicht einfach.

Viel mehr Arbeit hat das Jobcenter jetzt nach den Veränderungen bei den Sozialgerichten. Dort wurden die geforderten zusätzlichen Richter eingestellt, um die vielen liegengebliebenen Verfahren abzuarbeiten. Dafür muss das Jobcenter Zuarbeiten leisten, Mitarbeiter zu Anhörungen ins Gericht – zum Teil für Fälle, die lange zurück liegen und bei denen die Betroffenen gar nicht mehr vom Jobcenter betreut werden. Das sei derzeit ein erheblicher Mehraufwand – mit weniger Mitarbeitern.

Von Claudia Carell

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