Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna In Kitzscher beginnt Sanierung der Oberschule
Region Borna In Kitzscher beginnt Sanierung der Oberschule
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:13 09.05.2019
An der Oberschule Kitzscher hat die energetische Sanierung begonnen. Teile der Fassade sind zum Schutz vor einfliegenden Vögeln mit Netzen verhüllt worden. Quelle: André Neumann
Kitzscher

Große Unternehmungen wollen gut vorbereitet sein, und das dauert manchmal etwas länger. Die energetische Sanierung der Oberschule Kitzscher ist so eine Mammut-Aufgabe. In dieser Woche hat sie wirklich begonnen.

Und damit sind immerhin mehr als 19 Monate ins Land gegangen, seit die Stadt Kitzscher eine Fördermittelzusage über rund 2,2 Millionen Euro vom Freistaat Sachsen erhalten hatte. Zwei Monate danach, das war im November 2017, brachte Frank Haubitz den symbolischen Scheck in die Schule. Der Lehrer und Gymnasialdirektor war Ende 2017 für zwei Monate Kultusminister in Sachsen.

Schwieriges Vergabeverfahren europaweit

Die große Zeitspanne hängt nach Darstellung der Stadtverwaltung vor allem mit dem komplizierten und aufwendigen Ausschreibungsverfahren zusammen. Das Ingenieurbüro musste wegen der hohen Bausumme europaweit gesucht werden. Mit der Ausschreibung hatte die Stadt ein Rechtsanwaltsbüro beauftragt.

Letztlich landete der Auftrag aber doch in Leipzig beim Ingenieurbüro Klemm und Hensen. Die Bauleitung vor Ort bilden Titus Schröder und dessen junger Kollege Johannes Balzer.

Bis Ende Oktober 2020 soll alles fertig sein. Die energetische Sanierung der Schule hat nun begonnen.

Veränderte Wege für Schüler und Lehrer

Die Bauleitung hat ihr Büro in einem Container auf dem Schulhof aufgeschlagen. Der ist mit Bauzäunen abgesperrt. Ebenso wie der direkte Weg zum Haupteingang der Schule. Die Sperrung auf der Vorderseite hat aber noch nichts mit der energetischen Sanierung zu tun, sondern mit dem Anbau eines Aufzuges, der ebenfalls schon läuft. Schüler und Lehrer müssen außen um das Gebäude und den Schulhof herum gehen. Der Pausenhof befindet sich vorläufig am Vereinshaus.

15 Nistkästen von Mauersegler und Fledermaus umgesetzt

Während in dieser Woche der erste Bautrupp anrückte, liegt die erste Aktion auf der Baustelle schon einige Tage zurück. Seit Anfang April ist der westliche Teil des langgestreckten Gebäudes auf beiden Längsseiten und an der Stirnseite mit grünen Netzen verhüllt. Das habe mit dem Umweltschutz zu tun, erklärt Schröder. Die Netze sollen verhindern, dass vor Beginn der Bauarbeiten Vögel in Fugen und Ritzen der alten Fassade einfliegen und dort Nester bauen.

Dass die andere Fassade noch kein Netz bekommen hat, liege nicht nur daran, dass dort in diesem Jahr noch nicht gebaut wird. „Den Teil mussten wir zum Ausgleich frei halten, damit die Vögel dort Nester bauen können“, sagt Schröder. Außerdem wurden knapp 15 Nistkästen für Mauersegler und Fledermäuse von der Dachkante des Schulhauses abgenommen und am Vereinshaus angebracht.

Erste Arbeiter sind schon auf der Baustelle

Die ersten Arbeiter auf der Baustelle sind André Wandelt und Karsten Ethner von der Firma Schornstein- und Industrieabbruch Voigt aus Zedtlitz. Sie schachten mit ihrem Bagger einen Graben dicht an den Außenwände aus. Darin wird im Boden die Abdichtung des Gebäudes zum Erdreich erneuert, erklärt Bauleiter Titus Schröder. Denn zur energetischen Sanierung gehöre neben Arbeiten an Elektrik, Heizung und Sanitärinstallation die komplette Erneuerung der Außenhülle des Bauwerkes. Und das umfasse natürlich auch den Keller.

Abschlussprüfungen wegen Baulärms im Rathaus

Über den weiteren Fortgang der Arbeiten kann der Bauleiter derzeit noch nichts sagen, nur so viel: „Ziel ist die Fertigstellung am 31. Oktober 2020.“ Über die Feinabstimmung zum Bauzeitplan werde man sich nächste Woche verständigen. Die sei nicht leicht, weil die Schule während der Bauzeit in Betrieb bleibe, deutet der Bauleiter die Probleme an.

Die Schule reagiert schon jetzt auf den oft unvermeidlichen Baulärm. Die zehnten Klassen schreiben einige ihrer schriftlichen Abschlussprüfungen nicht wie üblich in der Aula der Oberschule sondern im Festsaal des Rathauses.

Kommentar: Unmut ist vorprogrammiert

Ein Kommentar von Julia Tonne

Böhlen hat es hinter sich, Kitzscher noch vor sich: die energetische Sanierung der Oberschule. Die hat in Kitzscher nun endlich begonnen. Was aber schon für Irritationen sorgen könnte, ist die Aussage, dass der detaillierte Bauzeitplan noch nicht steht. Erwähnenswert ist das deshalb, weil die Sanierung während des laufenden Schulbetriebs erfolgt.

Für die Schulleitung hängt der Umstand des noch ausstehenden Zeitplans wie ein Damoklesschwert über den kommenden Monaten. Denn wenn nicht genau klar ist, wer wann welche Arbeiten wo im Gebäude ausführt, müssen Lehrer und Schüler, wenn es dumm läuft, kurzfristig alle bisherigen Überlegungen über den Haufen werfen, gucken, wo Ausweichräume frei sind, wie der Stundenplan umgebaut werden kann und wo in Ruhe Klausuren geschrieben werden können. Das mag die Flexibilität fördern, aber nicht das Lernen.

Keine Frage: unverhoffte Überraschungen können bei einer Sanierung immer auftauchen und Planänderungen erforderlich machen. Wichtig ist es daher, dass Schule, Bauleitung und ausführende Gewerke jederzeit und während jedes einzelnen Bauabschnitts im Gespräch bleiben. In Böhlen hat das auch funktioniert, wurden laute Arbeiten wenn möglich in die Nachmittagsstunden verlegt, wurden etliche Arbeiten – sofern möglich – in den Ferien erledigt. Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Baufirmen bezeichnete die Schulleiterin nach Ende der Sanierung dann auch als sehr erfolgreich.

Sollte das in Kitzscher genauso reibungslos über die Bühne gehen, dürfte es auch da ein großes Dankeschön-Fest für alle Beteiligten geben. Voraussetzung aber sind detaillierte Absprachen mit der Schulleitung – und das so weit wie möglich im Voraus. Sonst sind Unterrichtsausfälle und Unmut von Schülern, Eltern und Lehrern vorprogrammiert.

Von André Neumann

Wenn etwas Wichtiges verloren geht, kann das Herz schon mal kurz stocken. Zum Glück gibt es Fundbüros. Im Landkreis Leipzig landen dort nicht nur Fahrräder, Schlüssel, Handys und Brillen – sondern auch Eheringe, Motorräder, Lkw, Ölgemälde und Zahnspangen.

09.05.2019

Die Stadt Groitzsch muss Teile der Fassade am Wiprecht-Gymnasium erneuern lassen. Die Wände sind von Spechten heimgesucht worden, die auf der Suche nach Würmern Löcher hineinklopften.

09.05.2019

Böhlen profitiert von seiner Nähe zu Leipzig, einer guten ÖPNV-Anbindung und einer gesunden Infrastruktur – was besser werden muss, dazu beziehen die Spitzenkandidaten der Kommunalwahl Stellung.

09.05.2019