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Borna Industriestandort Böhlen-Lippendorf wird 100 Jahre alt
Region Borna Industriestandort Böhlen-Lippendorf wird 100 Jahre alt
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09:00 12.04.2019
Christiane Fuhrmann, Annette Bergmann, Carola Bock und Thomas Woidak (von links) sichten die ersten großformatigen Bilder. Quelle: Julia Tonne
Böhlen

98 Jahre alt ist das Industriegebiet Böhlen-Lippendorf mittlerweile, feiert also in zwei Jahren seinen 100. Geburtstag. Der neu gegründete Verein „100 Jahre Industriekultur Böhlen-Lippendorf“ nimmt genau das zum Anlass, erste Vorbereitungen für einen großen Festakt zu treffen. „Doch mit diesem allein soll es noch lange nicht getan sein“, macht Carola Bock deutlich, Vorstandsvorsitzende des Vereins.

Vielmehr wollen sie und ihre Mitstreiter – insgesamt neun Böhlener – schon in den kommenden Monaten einiges auf die Beine stellen, um die Bedeutung des Standortes zu würdigen. „Wir werden uns explizit mit diesem Territorium befassen, Forschungsprojekte anstoßen, Ausstellungen organisieren, umfangreiche Dokumentationen veröffentlichen“, zählt sie auf.

100 Jahre alt wird der Industriestandort Böhlen-Lippendorf 2021. Ein neuer Verein will sich anlässlich des Jubiläums mit dessen Bedeutung befassen und die Entwicklung umfassend dokumentieren.

Ziel ist es, herauszufinden, welche sozialen, territorialen und kulturellen Veränderungen mit dem Entstehen des Industriestandortes einhergingen.

Nein Verein, der sich dem Thema Industriekultur widmet

Die ersten Schritte sind längst gemacht, mit zahlreichen Böhlenern sind die Vereinsmitglieder genauso ins Gespräch gekommen wie mit anderen Vereinen, die sich der Industriekultur widmen, und mit den am Standort ansässigen Unternehmen und Betrieben. Auch der Landkreis ist involviert, Konstanze Kötz, Mitarbeiterin der Kulturförderung beim Landkreis Leipzig, hatte sich erst am Donnerstag über den Verein und dessen Ziele informiert. Wobei sie, wie sie zugab, zunächst skeptisch war.

„Mein erster Gedanke war: Oje, noch ein Verein, der sich dem Thema Industriekultur widmet“, erklärt sie. Dennoch: viele Puzzleteile würden ein Gesamtbild ergeben. Zumal es bei dem Böhlener Verein vorrangig um den Industriestandort gehe und nicht ausschließlich um Braunkohle und Tagebau.

Böhlener Verein sammelt Erinnerungen von Zeitzeugen und Brigadetagebücher

Schon jetzt hat der Verein unzählige Dokumente zusammengetragen, alte Postkarten, Erinnerungen von Zeitzeugen, Brigadetagebücher, Gegenstände. „Uns geht es darum, Dokumente aller Art zu sammeln, zu archivieren und so aufzuarbeiten, dass sie die Erinnerung an Böhlen-Lippendorf wachhalten“, sagt Thomas Woidak, ebenfalls Vereinsmitglied.

Immerhin sei das Areal eines der bedeutendsten mitteldeutschen Industriestandorte und spiele für die Region eine herausragende Rolle. Böhlen-Lippendorf vereine in einer „optimalen und umweltfreundlichen Form“ Bergbau, Chemie, Energieerzeugung, Metallurgie und weitere Industriezweige.

Zahlreiche großformatige Bilder dokumentieren die Historie des Industriestandortes Böhlen-Lippendorf. Sie basieren auf alten Postkarten. Quelle: Julia Tonne

Die Mitglieder des Vereins wissen, wovon sie sprechen. Fast durchgängig haben sie selbst am Standort gearbeitet: So war Bock als Chemielaborantin tätig, Woidak zunächst als Elektriker im Kraftwerk, später bei der Werksfeuerwehr.

Böhlen-Lippendorf war einst eine kleine Stadt in der Stadt

„Entsprechend spannend ist es, von Kollegen und Mitarbeitern anderer Betriebe Einblicke in deren Tätigkeiten zu bekommen“, betont Bock. Zumal Böhlen-Lippendorf ja einst eine kleine Stadt in der Stadt gewesen sei. Unter anderem habe es einen Busbahnhof gegeben und Einkaufsmöglichkeiten. Selbst sportliche Aktivitäten hätten ihren Ursprung im Industriestandort. Genannt sei unter anderem der SV Chemie Böhlen.

Bereits in diesem Jahr will der Verein präsent in Böhlen und Umgebung werden, sich am 1. Mai vor dem Kulturhaus – dessen Leiterin Christiane Fuhrmann ebenfalls zum Vereinsteam gehört – vorstellen, im Kulturhaus eine Ausstellung realisieren und sich am Tag der Industriekultur sowie am Familientag der Dow beteiligen. Großer Höhepunkt wird dann 2021 ein Festakt anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Industriegebietes sein.

Von Julia Tonne

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