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Borna Innensanierung der Kirche Kitzen beginnt
Region Borna Innensanierung der Kirche Kitzen beginnt
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12:00 24.01.2019
Die Kreuzkirche St. Nikolai ist nicht nur ein kulturhistorisches Kleinod, sondern eine Begegnungs- und Kulturstätte für die Bürger.
Die Kreuzkirche St. Nikolai ist nicht nur ein kulturhistorisches Kleinod, sondern eine Begegnungs- und Kulturstätte für die Bürger. Quelle: Verein
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Pegau/Kitzen

 Auf der Zielgeraden eingebogen ist der Förderverein der Nikolaikirche in Kitzen mit der Sanierung der einzigen gut erhaltenen romanischen Kreuzkirche in Sachsen. Seit seiner Gründung 2007 bemüht sich der Verein um das 920 Jahre alte Kulturdenkmal, bewahrt es einerseits vor dem baulichen Verfall und füllt es andererseits wieder mit Leben.

Die letzte große Bauetappe umfasst nun die Innensanierung. Dafür fließen neben Denkmalpflegemitteln auch Fördergelder aus dem europäischen Leader-Programm, berichtet Ingrid Riedel, die Vorsitzende des knapp 60 Mitglieder zählenden Fördervereins. „Vor uns liegt viel Arbeit und sie wird sich weit bis ins Jahr 2020 hinziehen.“

Kulturdenkmal in Kitzen ist bereits eine Augenweide

Äußerlich ist das Kulturdenkmal bereits eine Augenweide geworden, vom einstigen Verfall ist kaum noch etwas zu sehen. Allein für das Dach, die Fassade und Patronatsloge sind annähernd 850.000 Euro aus Fördertöpfen, Spenden, Stiftungs- und Vereinsgelder geflossen.

Die Patronatsloge von außen. Sie wurde 2017 saniert. Quelle: Julia Tonne

Die Patronatsloge, im vergangenen Jahr um- und ausgebaut, beherbergt nun Toiletten im Erdgeschoss sowie einen Vereinsraum in der oberen Etage. Dieser werde für Vorstandssitzungen, Beratungen und bei Kirchenführungen als Aufenthaltsraum genutzt. 130.000 Euro habe die Sanierung gekostet.

In diesem Jahr schwenkt der Förderverein nun ins Kircheninnere. Die Aufgabenliste sei lang und umfasse unter anderem Restaurations-, Maler- und Putzarbeiten, die Sanierung der Holzdecke und des romanischen Nordportals, Elektroinstallation sowie den Einbau einer Sitzpolsterheizung, zählt Ingrid Riedel auf. Bereits Anfang Oktober hatte der Staatssekretär des sächsischen Innenministeriums, Günther Schneider, den Kitzenern persönlich eine Fördergeldzusage über 30.700 Euro übergeben und ihnen seine weitere Unterstützung zugesichert.

Wermutstropfen sei der hohe Anteil an Eigenmitteln des Vereins

Darüber hinaus fließen Fördergelder aus dem europäischen Leader-Programm sowie weitere Denkmalpflegemittel, der letzte Zuwendungsbescheid erreichte den Verein drei Tage vor Heiligabend. „Eine Riesenüberraschung! Damit haben sich ein ganzes Jahr Vorbereitung, Geduld und Nerven ausgezahlt“, genießt die Kitzenerin den Lohn ihrer mühevollen Arbeit.

Einziger Wermutstropfen sei der hohe Anteil an Eigenmitteln, den der Förderverein nun aufbringen muss. Der beläuft sich in diesem Jahr auf rund 50.000 Euro. „Noch weiß ich nicht, wie wir das bewerkstelligen“, überlegt Ingrid Riedel, „aber wir haben es bisher geschafft und wir werden es auch jetzt schaffen. Und wenn es erstmal private Darlehen sind...“ Sie sei guten Mutes und gewollt, auch diese Hürde zu nehmen.

Der Leipziger Rockmusiker Tino Standhaft wird mir seiner Band nach Kitzen kommen. Quelle: privat

„Weil wir es unbedingt wollen, und man sieht ein Ende der Arbeiten.“ Ihrer Prognose nach könne die Sanierung der Nikolaikirche in etwa vier Jahren abgeschlossen sein und dann können dort auch wieder Gottesdienste stattfinden.

Frühjahr soll die Holzdecke der Kirche saniert werden

In diesen Tagen laufen erste Absprachen mit dem Landesamt für Denkmalpflege in Dresden und dem Landratsamt in Grimma hinsichtlich der nächsten Bauetappen. Schon Anfang Februar beginnt die Elektroinstallation mit der Kabelführung im Fußboden, im Frühjahr folgt die Sanierung der Holzdecke. „Ich freue mich, dass es endlich losgeht“, blickt die Vereinsvorsitzende optimistisch in dieses Jahr.

Zugleich beginnt im März die beliebte Veranstaltungsreihe „Kultursonntage“ mit monatlich wechselnden Angeboten. Den Auftakt macht der Kitzener Carsten Iwan mit einem Vortrag über das Rittergut beziehungsweise Schloss in Kitzen. Daneben begrüßt der Förderverein wieder namhafte Künstler wie die Leipziger Rockmusiker Tino Standhaft und Norman Daßler oder den letzten lebenden Troubadour Squeezebox Teddy.

Kultursonntag Kitzen

– 31. März: Vortrag „Rittergut-Burg-Schloss Kitzen“ von Carsten Iwan im Rittergut

– 28. April: Jüdische Klezmer-Musik mit dem Norinsky-Trio in der Kirche

– 26. Mai: Songs und Lyrics „Am Abend mancher Tage“

– 16. Juni: Saxofonklänge mit „Die Sax`n“ aus Leipzig

– Juli: Musicals

– 31. August: Konzert mit Tino Standhaft und Norman Daßler aus Leipzig

– 22. September: Auftritt des Troubadours Squeezebox Teddy

– 1. Dezember: Adventskonzert mit dem Pegauer Elsterchor

Der Eintrittspreis kann stabil bei zehn Euro pro Person gehalten werden. „Wir hoffen, dass wir ab Oktober oder spätestens Dezember warme Bänke für unsere Veranstaltungen haben“, so Ingrid Riedel, „dann werden vielleicht etliche Besucher mehr dabei sein, denen die Kirche im Winter bisher zu kalt war.“

Von Kathrin Haase