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Borna Jugendliche wollen im Landkreis mitreden
Region Borna Jugendliche wollen im Landkreis mitreden
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18:54 04.07.2019
Rund 20 Teilnehmer waren beim Jugendcamp dabei und kamen mit einigen Bürgermeistern ins Gespräch. Quelle: privat
Böhlen/Colditz/Brandis

Die Jugend redet zunehmend mit, wenn es um die Gestaltung von Kommunen geht. In zahlreichen Orten gibt es Jugendparlamente oder Jugendforen, die sich für die Belange von jungen Menschen einsetzen. Geschuldet ist das der Tatsache, dass seit Anfang 2018 die Kinder- und Jugendbeteiligung auf kommunaler Ebene auch in Sachsen Pflichtaufgabe und in der Landkreisordnung festgeschrieben ist. Und die Teenager nehmen das ernst.

Erst vor wenigen Tagen waren mehrere Foren und Initiativen aus Colditz, Rötha, Geithain, Markkleeberg, Borna, Böhlen und Großbardau in Bad Lausick zu einem Jugendcamp zusammen gekommen. Titel: „Jetzt reden wir“. „Und wir haben an den zwei Tagen viel besprochen“, sagt Lea Döring, die derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert und das Camp gemeinsam mit dem Jugendforum aus Böhlen organisiert hatte.

Viel Vorarbeit für die Umsetzung einer Idee

Inhaltlich ging es an den zwei Tagen unter anderem in einem Workshop darum, ein Projekt zu planen. „Bevor man etwas auf die Beine stellen kann, braucht es viele Stellschrauben, damit eine Idee auch umsetzbar ist“, erklärt Döring. Das fange bei der Finanzierung an, beinhalte die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Gestaltung von Flyern und höre erst bei der Realisierung auf. Die Jugendlichen waren gleich mit konkreten Ideen nach Bad Lausick gekommen. So planen die Colditzer ein Festival, die Böhlener eine große Jugendparty Ende des Sommers und andere Jugendforen beispielsweise Open-Air-Kino-Abende.

Böhlens Jugendforum arbeitet seit einem Jahr und hat schon mehrere Projekte auf die Beine gestellt. Quelle: Marcus Stöver

Rund 20 Teilnehmer hatten das Wochenende beim Camp verbracht, sich gegenseitig kennen gelernt, Ideen ausgetauscht und von Erfahrungen erster Projekte berichtet. „Dafür sind die Tage auch gedacht“, sagt die 20-jährige Organisatorin. Denn natürlich könne jeder von jedem lernen. Zumal es auch einen Instagram-Workshop zur U18-Wahlkampagne #dannwaehldoch gab und einen Nachmittag, an dem die Positionen sächsischer Parteien zur Senkung des Wahlalters im Fokus standen.

Jugendliche sprechen mit Bürgermeistern der Region

Mit von der Partie waren an einem Tag die Bürgermeister der Kommunen Böhlen, Colditz, Brandis und Borna. „Die Jugendlichen haben in den Gesprächen schnell gemerkt, dass sich Nachhaken lohnt“, berichtet Döring. So hatte Böhlens Rathauschef Dietmar Berndt deutlich gemacht, dass er einen Jugendclub unterstütze und sich sogar vorstellen könne, ein neues Gebäude dafür zu errichten. Dabei hatte Berndt erst kürzlich erläutert, dass die Stadt derzeit keine Veranlassung habe, einen neuen Jugendclub zu etablieren. Zumal das Jugendforum nach einem Jahr Arbeit sein Domizil künftig in der Jahnbaude aufschlagen darf.

Kunstprojekte, aber auch mal Müllsammelaktionen gehören zum Repertoire des Kinder- und Jugendparlaments in Borna. Quelle: Julia Tonne

Ansprechpartner und Räume in den Kommunen

Auch die Frage, wie mehr Jugendliche beteiligt werden können, wurde diskutiert. „Um zu erreichen, dass sich viele junge Menschen einmischen, müssen seitens der Kommunen bestimmte Bedingungen gegeben sein“, betonte Döring. Sei es durch eine Fachkraft oder einen Ansprechpartner in der Stadtverwaltung oder durch Räumlichkeiten, die die Jugendlichen nutzen können.

Das Camp fand im Rahmen des Projektes „Ohne Jugend sieht unser Ort alt aus“ statt. Gefördert wird es durch das Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ und durch das Programm „Werkstatt Vielfalt“ der Robert Bosch Stiftung.

Von Julia Tonne

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