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Borna Kabarettist Uwe Steimle polarisiert bei Auftritt in Böhlen
Region Borna Kabarettist Uwe Steimle polarisiert bei Auftritt in Böhlen
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16:00 20.01.2020
Ein bisschen grün, ein bisschen schwarz, dazu noch links: Uwe Steimle will sich nicht in eine bestimmte politische Ecke stellen lassen. Quelle: Julia Tonne
Böhlen

Wenn auch der MDR ihn nicht haben will, so will ihn doch das Publikum. Nicht nur das Haus in Schneeberg war am Freitagabend ausverkauft, auch im Böhlener Kulturhaus blieb am Samstagabend kein Platz frei, als Uwe Steimle „Feinkost“ lieferte. Und eines stellte er während seines zweistündigen Auftritts immer wieder klar: In eine bestimmte politische Ecke, außer in die linke, lässt er sich nicht stellen.

„Unberechenbar, schwierig, ein Querulant? – Das sind ab jetzt Tugenden! Und: lieber schwierig, ….. als schmierig“ umriss er denn sein Programm, das 25 Jahre Uwe Steimle auf der Bühne in den Fokus stellte und doch soviel Aktuelles zu bieten hatte.

CDU, Grüne, Merkel – alle bekommen ihr Fett weg

Zum Beispiel den Einbruch ins Grüne Gewölbe in Dresden. „Die Polizei brauchte acht Minuten mit dem Auto, ich brauch` vier zu Fuß“, erklärte der „leidenschaftliche Dresdner“ gleich zu Beginn. Der übrigens der CDU einen Ehrenplatz einräumte: auf seinem Bauch.Also genauer: auf seinem Nicki, bestickt mit der aufgehenden Sonne der FDJ,nur eben mit den drei Buchstaben CDU.

Der streitbare Kabrettist Uwe Steimle begeisterte seine Zuschauer im ausverkauften Kulturhaus in Böhlen.

Und auch den Grünen zollte er Respekt: „Sie haben schon Recht: Wir brauchen die Erde, die Erde aber braucht uns nicht“, erklärte Steimle. Weshalb er sich dafür aussprach, nur noch nach Bedarf zu produzieren, „nicht nach Gewinn“. Steimle verstand es immer wieder, ernste Themen mit Satirischem und Kabarettistischem zu vermischen.

Kabarettist Steimle: „Man muss nur das Richtige denken“

Unverwechselbar präsentierte er sich mit hellem Hütchen und gab den einstigen DDR-Chef E.H., der die Zuhörer über Mauersegler belehrte. E.H. als Hobbyornithologe also. Und bei der jetzigen Bundeskanzlerin Angela Merkel sinnierte er über merkwürdige Wirrungen von Lebensläufen.

„Es gibt Biografien, die können ganz einfach nicht stimmen, einst FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda – und das als Pfarrerstochter – und jetzt....“ Auch „Annegret Kramp-Krkrkr“ bekam ihr Fett weg – und MDR-Intendantin Karola Wille, die gemeinsam mit anderen versucht habe, „mich in eine Ecke zu stellen, in der ich nie gestanden habe“. „Aber lieber verordneter Antifaschismus als gar keiner“.

Man dürfe ja heutzutage alles sagen, was man denke, „man muss nur das Richtige denken“, zitierte Steimle den Kabarettisten Werner Finck (dieser war 1935 ins Konzentrationslager Esterwegen gebracht und aus der Reichskulturkammer ausgeschlossen worden), dem er seine Hochachtung zollte und ihn als größten Kabarettisten aller Zeiten bezeichnete. Weshalb er seinen Zuhörern riet, das Maul aufzumachen und sich gegen Ungerechtigkeiten zu wehren, „sonst kommt die Demokratie auf den Hund“.

Besucher plädieren für weitere Sendungen „Steimles Welt“

Der Knatsch mit Steimles Sender hielt jedenfalls das Publikum nicht ab, ihn live erleben zu wollen. „Er redet frei Schnauze und hat eine direkte Art“, machte Volker Schnell deutlich. Der Markkleeberger sprach sich dafür aus, dass Meinungsfreiheit für alle gelten solle. Auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Auch Silke Scheibner kann den Zoff nicht nachvollziehen.

„Er erzählt aus dem Leben, aus dem Leben der Sachsen, er bringt einen zum Lachen“, sagte sie. Und dass die 765 Besucher des Kulturhauses die vom MDR abgesetzte Sendung „Steimles Welt“ wieder sehen wollen, machten sie mit lang anhaltendem und lautem Applaus deutlich.

AfD protestiert mit Steimle-Sprüchen vorm Kulturhaus

Dennoch: Steimle musste am Sonnabend auch damit leben, jene Zuhörer aus der Ecke zu haben, in die er sich nicht stellen lassen will. Zwei Böhlener AfD-Stadträte ließen sich im T-Shirt mit der Aufschrift „Kraft durch Freunde“ blicken, Mitstreiter verteilten auf dem Parkplatz Flyer, in denen die Abschaffung der GEZ-Gebühren gefordert wurde. Dies spielt auf Die Aussage des Schauspielers an, dass der Rundfunk keineswegs staatsfern sei. Steimle polarisiert, auch in Böhlen.

Von Julia Tonne

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