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Borna Katholiken aus Borna helfen Bedürftigen in Rumänien
Region Borna Katholiken aus Borna helfen Bedürftigen in Rumänien
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10:58 07.11.2019
Bedürftige in Rumänien: Sie sind die Adressaten der Hilfsaktion, für die auch jetzt wieder Spenden gesucht werden. Quelle: privat
Borna/Benndorf

Sie bringen Hilfe dorthin, wo sie gebraucht wird. Nach Rumänien, wo auch drei Jahrzehnte nach der Herrschaft von Nicolae Ceausescu noch vielerorts Armut und Elend zu finden sind. Deshalb sammeln Cornelia und Jens Scheffler aus Benndorf Spenden. Insbesondere Pakete, die in Siebenbürgen Behinderten und Kindern zugutekommen. Auch jetzt wieder. Ende November fahren erneut zwei große Lastwagen mit Paketen auf den Balkan.

Ein Kind freut sich überein gespendetes Plüschtier aus Deutschland. Quelle: privat

Familie Scheffler setzt damit eine Hilfsaktion fort, die es schon seit Jahrzehnten gibt. Bereits in den 90er-Jahren sammelte die katholische Gemeinde in Borna alljährlich in der Vorweihnachtszeit Pakete mit Nahrungsmitteln, aber auch Süßigkeiten und Spielzeug für Bedürftige in Rumänien. Damit griff der damalige Pfarrer Michael Teubner eine Idee auf, die bereits zu DDR-Zeiten entstanden war.

Aus der DDR nach Rumänien

Es war ein schlimmes Hochwasser in den 70er-Jahren in Rumänien, das die Eltern von Jens Scheffler dazu brachte, für die Opfer zu sammeln. Ganz privat, aber mit Unterstützung der katholischen Gemeinde in Frohburg. Und weil Rumänien damals zu den sozialistischen Bruderländern der DDR gehörte, blockierten die staatlichen Stellen die Hilfsaktion nicht.

„Es wurden damals Schuhkartons geschickt“, was allerdings einen unglaublichen Papierkram notwendig machte. „Alle Formulare mussten auf Französisch ausgefüllt werden“, erinnert sich Jens Scheffler. So entstand eine Brieffreundschaft zwischen den Sachsen und den Siebenbürger Sachsen. Und eine Beziehung, die heute noch immer trägt, wenngleich auch auf einer anderen Basis.

Hilfsbedürftige in Rumänien. Quelle: privat

Hilfe für Behinderte und Kinder

Im Kern aber geht es um praktische materielle Hilfe für Bedürftige in Klausenburg, auf Rumänisch Cluj. Dort gehören Behinderte in einem Heim, aber auch Kinder zu den Adressaten der Spendenaktion, die von der Osthilfe Tauscha, einem offenen sozial-christlichen Hilfswerk unterstützt wird. „Ein ökumenisches Projekt“, wie Familie Scheffler unterstreicht. Was in ihrem Fall von besonderer Bedeutung ist, weil Cornelia Scheffler katholisch, ihr Gatte hingegen evangelisch ist.

Tour von mehr als 1000 Kilometern

Bereits vor einigen Wochen war Jens Scheffller mit drei weiteren Männern und zwei Lastern in Klausenburg. Zu den Spenden gehörten Lebensmittel, die beim Sächsischen Landeserntedankfest in Borna nicht benötigt wurden und die transportfähig waren. Die Touren Richtung Süden, immerhin weit mehr als 1000 Kilometer pro Strecke, sind durchaus Herausforderungen. Immerhin starten die Männer mit ihrem Transport 4 Uhr in der Frühe, um gegen 19 Uhr in Rumänien anzukommen. Am nächsten Tag werden die Spenden verteilt, und spätestens dann wissen die Fahrer, dass sie am richtigen Ort sind.

Hilfsbedürftige in Rumänien. Quelle: privat

Menschen in Erdhütten

„Da gibt es Familien, die leben noch in Erdhütten“, sagt Jens Scheffler. Manche Häuser haben kein Dach, und wenn dann mit Hilfe von Geldspenden ein Gebäude gedeckt werden kann, „wirkt unsere Hilfe doppelt“. Geld, das den Spendensammlern selbstredend auch willkommen ist und mit dem dann nicht nur eine Familie ein Dach über dem Kopf bekommt, sondern dank dessen die Arbeiter, die dafür sorgen, für eine Weile ein geregeltes Einkommen haben. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit in Rumänien alles andere als selbstverständlich.

Päckchen, die Kindern Freude bereiten

Für die bevorstehende Fahrt in der Vorweihnachtszeit hofft Familie Scheffler erneut auf Spenden. Benötigt werden Weihnachtspäckchen, gern in Schuhkartongröße, in denen neben Grundnahrungsmitteln auch Süßigkeiten, Malsachen, aber auch Spielzeug und Plüschtiere stecken sollten. Bastelmaterial wird ebenso gebraucht wie Schulsachen. Der Inhalt sollte vor allem Kindern Freude bereiten. Kinderkleidung ist ebenfalls gefragt. „Und die Lebensmittel sollten ein Vierteljahr haltbar sein“, sagt Cornelia Scheffler.

Angenommen werden die Pakete bis zum 23. November in der katholischen Gemeinde Borna in der Stauffenbergstraße oder bei der Firma Scheffler An der Kantine 6 in Benndorf.

Von Nikos Natsidis

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