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Borna Keine Schließung, kleinere Klassen: Landkreis Leipzig konkretisiert Schulnetzplan
Region Borna Keine Schließung, kleinere Klassen: Landkreis Leipzig konkretisiert Schulnetzplan
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05:00 04.11.2017
Schulschließungen sind nach Verabschiedung des Schulgesetzes nach Einschätzung der Kreisbehörde kein Thema mehr. Quelle: dpa
Landkreis Leipzig

Keine Schulschließungen, kleinere Klassenstärken: Das sind Eckpfeiler des neuen sächsischen Schulgesetzes, die auch im Kreis für Aufatmen sorgen. Nicht nur der neuen Rechtslage, auch einer vielerorts stabilen Einwohnerentwicklung wird derzeit der Schulnetzplan des Landkreises angepasst. „Im Kultusamt sind dazu die Vorbereitungen angelaufen“, informiert die Zweite Beigeordnete Ines Lüpfert. Zuletzt hatte der Kreis im Jahr 2010 seine Vorstellungen zu Papier gebracht.

Inzwischen haben sich die Rahmenbedingungen deutlich verändert. Wurde noch vor sieben Jahren um Standorte gebangt, dürfte sich mit der Landtags-Entscheidung das Thema Schulschließung erledigt haben. „Unangenehme Entscheidungen“, so Lüpfert, „werden uns definitiv erspart bleiben.“ Nachdem in Sachsen bereits seit 2011 ein Moratorium der Staatsregierung galt, wurde der vorübergehende Schulschließungsstopp nunmehr zum Gesetz.

Das von der Regierungskoalition verabschiedete Paragrafenwerk legt die Rahmenbedingungen fest: Für Schulen außerhalb der Großstädte gelten demnach neue Untergrenzen. Grundschulklassen können außerhalb von Mittel- und Oberzentren mit 12 statt 15 Schülern geführt werden, wenn insgesamt mindestens 60 Schüler an der Schule lernen. Außerdem ist jahrgangsübergreifender Unterricht mit 15 Schülern möglich. Für Oberschulen im ländlichen Raum reichen künftig 20 Schüler pro Jahrgang, um mindestens eine fünfte Klasse zu bilden. Gymnasien außerhalb von Mittelzentren können vorübergehend zweizügig mit 20 Schülern pro Klasse geführt werden. Für die beruflichen Schulzentren gilt eine Mindestschülerzahl von 550.

Inklusion spielt eine große Rolle

Der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung soll an allen Schulen möglich sein. Eltern können damit selbst entscheiden, ob ein Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf in einer allgemeinen Regelschule oder auf einer spezialisierten Förderschule unterrichtet wird. Weil nicht alle Schulen die baulichen Voraussetzungen erfüllen, können sie Kooperationsverbünde gründen. „Auch hierzu sind die Schulträger angehalten, sich zu äußern“, verdeutlicht die Beigeordnete. „Das Thema Inklusion spielt bei der Schulnetzplanung insgesamt eine große Rolle. Im Einzugsbereich der Mittelzentren sind Schulen angehalten, bei diesem Thema enger zu kooperieren. “

Aktuelle Schülerzahlen im Landkreis Leipzig

Das sind die Zahlen der Schulen und der Schüler im Schuljahr 2017/18

in öffentlicher Trägerschaft: 53/8944; Grundschulen in freier Trägerschaft: 4/397

in öffentlicher Trägerschaft: 19/6874; Oberschulen in freier Trägerschaft: 1/101

in öffentlicher Trägerschaft: 6/4376; Gymnasien in freier Trägerschaft: 6/1472

in öffentlicher Trägerschaft: 4/559; Schulen für geistig Behinderte in öffentlicher Trägerschaft: 3/197

in öffentlicher Trägerschaft: 3/2344; Berufsbildende Schulen in freier Trägerschaft: 4/338

Von den Schulträgern werden aktuell sämtliche Daten abgefragt. „Dazu ist ein umfangreicher Fragenkatalog abzuarbeiten“, so Ines Lüpfert. In die Erhebung fließen nicht nur aktuelle Schülerzahlen und Prognosen ein. Selbst zur Raumplanung müssen sich die Kommunen detailreich äußern. Abgefragt werden Standorte der Schulen und Sportstätten, eine Gebäudeanalyse mit Darstellung jedes Raumes unter Angabe von Fläche und Nutzungsart sowie Aussagen zur Doppel- oder Fremdnutzung, um nur einige Beispiele zu nennen. Auch eine mögliche Internatsunterbringung und außerunterrichtliche Betreuungsangebote sind von Interesse, einschließlich Kapazitäten und Auslastung. Die Kommunen sind ebenso aufgefordert, einen Blick in die Zukunft zu werfen: Welche Entwicklungen streben die Orte an? Sind neue Wohngebiete in der Pipeline? Alles Fragen, die bezüglich der künftigen Bildungslandschaft eine Rolle spielen.

Rund um Leipzig stehen Kommunen vor Herausforderungen

„Vor allem im Speckgürtel rund um Leipzig müssen die Kommunen auf steigende Schülerzahlen reagieren“, sieht die Beigeordnete Handlungsbedarf. Schwerpunkte seien unter anderem Großpösna, Naunhof, Brandis und Markranstädt. Auch das Thema freie Schulen spielt eine immer größere Rolle und sorgt für eine gewissen Unberechenbarkeit, was Schülerströme anbelangt. .

Um die Planung auf eine möglichst breite Basis zu stellen, sei die Gründung einer Arbeitsgruppe geplant, so Lüpfert abschließend . Dem Gremium sollen auch Kreisräte und Elternvertreter angehören. Das Ziel darf als ehrgeizig gelten: Bereis im Sommer nächsten Jahres soll der neue Schulnetzplan stehen und nach jetzigem Fahrplan im September 2018 vom Kreistag beschlossen werden.

Von Simone Prenzel

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