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Borna Keiner will Zwiebelhoheit in Borna werden
Region Borna Keiner will Zwiebelhoheit in Borna werden
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13:00 26.06.2019
Die Bornaer Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) bei der Übergabe der Urkunde für die Ausrichtung des Landeserntedankfestes in diesem Jahr. Dafür wird auch ein Zwiebelkönig oder eine Zwiebelkönigin gesucht. Quelle: Kuratorium
Borna

An sich müssten die Bewerber(innen) Schlange stehen. Doch während andernorts der Posten als Weinkönigin oder Karnevalsprinz als begehrenswertes Ziel für wenigstens eine Saison gilt, bewegt sich in Borna nichts.

Konkret bei der Suche nach einer Zwiebelkönigin oder einem Zwiebelkönig für das sächsische Landeserntedankfest. Bis jetzt jedenfalls, bestätigt der Bornaer Rathaussprecher Robert Scheibe, „haben wir noch nicht eine Bewerbung“. Warum, bleibt dem Mann, bei dem die mediale Vorbereitung des Landeserntedankfestes vom 4. bis 6. Oktober in Borna zusammenläuft, unklar.

Kenntnis der Bornaer Stadtgeschichte gefragt

Vielleicht ist die Ausschreibung zu ambitioniert. So sollten Interessenten „sowohl über ein fundiertes Allgemeinwissen zur Historie als auch Kenntnisse über den Bau und die Kultivierung der Zwiebel mitbringen“, wie es in der Ausschreibung dazu heißt. Auch sollten sie sich in der Bornaer Stadtgeschichte auskennen, und zwar speziell im Hinblick auf die Feldgärtnerei und den Zwiebelanbau. Dass sie sich mit dem „Amt und der Würde einer (Zwiebel-)Hoheit identifizieren können“, liegt auf der Hand, dass „Charme und Sachverstand in der Öffentlichkeit“ dazugehören, auch. Und: Sie sollten mindestens 18 Jahre sein.

Der sächsische Minister für Umwelt und Landwirtschaft, Thomas Schmidt, überbringt Bescheid für Borna als Austragungsort des 22. Landeserntedankfest. Quelle: Jens Paul Taubert

Noch niemand in Borna angesprochen

Ob die letzte Bedingung der Grund ist, weshalb sich an der Bewerberfront noch nichts getan hat, kann der Stadtsprecher nicht sagen. Bisher haben die Organisatoren der seit Jahren größten Veranstaltung in Borna noch niemanden gezielt angesprochen. Ob das am Ende womöglich geschieht, ist offen. „Vielleicht müssen wir auch die Ausschreibung ändern.“ Ob es allerdings hilft, die Altersgrenze nach unten zu setzen, ist fraglich. Schließlich sollen Zwiebelkönig/-königin eine Reihe von öffentlichen Einsätzen absolvieren, was angesichts der Schulpflicht jüngerer Kandidaten zu Problemen führen könnte.

Gültiger Beschluss des Bornaer Stadtrates

Bisher gibt es einen gültigen Stadtratsbeschluss, weshalb auch an der Ausschreibung vorerst nicht zu rütteln ist. Zustande gekommen war er auf Initiative der Linken-Stadtratsfraktion. Sebastian Stieler (CDU-Fraktion) hatte deren Beschlussvorlage dann noch ein wenig geändert und für die Ergänzung gesorgt, sodass nicht nur eine Zwiebelkönigin, sondern auch ein Zwiebelkönig gesucht wird.

Wahl beim Bornaer Zwiebelfest

Die Ausschreibung läuft noch bis zum 2. August. Die Entscheidung über den/die Zwiebelkönig/Zwiebelkönigin fällt eine Jury mit Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke), Stadträten sowie Vertretern der regionalen Landwirtschaft. Die Wahl selbst ist für den 24. August im Rahmen des Zwiebelfestes auf dem Martin-Luther-Platz geplant. Zur Bewerbung gehört auch ein Wettbewerb in den Disziplinen Zwiebel schälen und Zwiebeln würfeln.

Interessenten melde sich im Organisationsbüro 22. LED, Markt 1., 04552 Borna oder info@borna.de.

Kommentar: Borna braucht eine Zwiebelhoheit

Borna ist eben doch nicht Köln oder Mainz. Wenn dort der Posten eines Karnevalsprinzen oder einer Weinkönigin zu besetzen ist, gibt es in der Regel nicht nur keinen Mangel an Bewerbern. Wer dort etwas werden will, muss sogar, zumindest in Köln, auch noch etwas tun – im Zweifel sogar in die Geldbörse greifen. In Borna könnte es am Ende auch soweit kommen, dass die Stadt etwas tun muss.

Sicher nicht in die Kasse greifen. Wohl aber am Ende doch die Kriterien für potenzielle Bewerber überarbeiten, damit die mögliche Hemmschwelle sinkt. Oder die Attraktivität des Präsentationspostens etwas stärker herausarbeiten. Schließlich hatte Borna schon einmal ein – durchaus vorzeigbares – Gesicht, als es 2010 um die Bewerbung um die Landesgartenschau ging. Anne-Mohne hieß die junge Frau, die bei allem, was mit der Sache zu tun hatte, einen guten Eindruck hinterließ. Dass die Bewerbung am Ende schief ging und Borna den Zuschlag als Austragungsort des Events nicht bekam, lag jedenfalls nicht an ihr.

Es wäre so schön wie wünschenswert, wenn es beim Bornaer Landeserntedankfest eine Zwiebelhoheit geben würde. Nur Mut, liebe potenzielle Bewerber(innen)!

Von Nikos Natsidis

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