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Borna Kirchgemeinde Mölbis will mit Rötha über Geld für Friedhöfe reden
Region Borna Kirchgemeinde Mölbis will mit Rötha über Geld für Friedhöfe reden
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17:37 12.01.2017
Auch das Dörfchen Kleinpötzschau hat an der Kirche einen eigenen Friedhof. Quelle: Jens Paul Taubert
Rötha/Mölbis

In Rötha ist die Diskussion um die Unterstützung kirchlicher Friedhöfe durch die Stadt aufgeflammt. Brigitte Engelmann (Rötha Land), Ortsvorsteherin von Oelzschau, appellierte auf der jüngsten Stadtratssitzung an die Mitglieder des Gremiums und an die Verwaltungsspitze: „Wir müssen über kirchliche Friedhöfe reden.“ Die dürften nicht einfach sich selbst überlassen werden.

Auslöser der Debatte ist die Situation in der Kirchgemeinde Mölbis. In den zur Gemeinde gehörenden Dörfern gibt es acht Friedhöfe. Fünf davon befinden sich in Orten, die bis 2015 zur Gemeinde Espenhain gehörten und jetzt Ortsteile der Stadt Rötha sind: Die Friedhöfe liegen in Mölbis, Großpötzschau, Kleinpötzschau, Oelzschau und Espenhain.

Die Gemeinde Espenhain, in der es keinen kommunalen Friedhof gibt, hatte die Kirchgemeinde früher finanziell unterstützt. Andrea Zimmerling vom Mölbiser Kirchenvorstand leitet aus dem Friedhofs- und Bestattungsgesetz die Verpflichtung der Kommunen ab, kirchliche Friedhöfe mit zu finanzieren, wenn sie keinen eigenen Friedhof betreiben.

Anders sieht es in Rötha aus. Hier gibt es sowohl einen kommunalen als auch einen kirchlichen Friedhof. Und der, sagte Uwe Wellmann (CDU) im Stadtrat, bekomme von der Stadt seit Jahrzehnten keine Zuschüsse. Aus seiner Sicht wäre es schwer zu erklären, wenn die kirchlichen Friedhöfe auf den Dörfern unterstützt würden, der in der Stadt aber nicht.

Auch Bürgermeister Stephan Eichhorn (parteilos) sieht das Begehren der Kirchgemeinde kritisch, erst Recht angesichts der angespannten Haushaltsituation und der behördlichen Auflage, eine Konsolidierung einzuleiten. „Das ist eine freiwillige Aufgabe, das dürfen wir gar nicht“, gab er im Stadtrat die, wie er sagte, „einhellige Auffassung des Finanzausschusses“ wieder. Hintergrund: Rötha hat aktuell keinen Haushaltplan und muss Auflagen der Rechtsaufsicht beachten. Finanzausschussmitglied Pascal Németh (Rötha Land) wies darauf hin, dass dies auch die Ansicht des Beratungsbüros sei, welches Rötha für die Haushaltkonsolidierung engagiert hat. „Wenn die kirchlichen Friedhöfe nicht kostendeckend sind, müssen sie an den Preisen etwas tun.“

Dass sie nicht kostendeckend sind, davon ist schon allein deshalb auszugehen, weil seit 2015 die jährlichen 1000 bis 1500 Euro fehlen, die Espenhain in den Jahren zuvor an die Kirchgemeinde überwiesen hatte. Die Zahlen, dass sagt der Möbiser Pfarrer Stephan Vorwergk, lägen der Stadt Rötha schon seit einigen Monaten vor. Wie auch die Bitte um ein Gespräch, auf die bisher nicht reagiert worden sei, was den Pfarrer sichtlich ärgert.

Für ihn gehören Friedhöfe zur Daseinsfürsorge. In kleinen Orten sei diese Pflicht mit einem Friedhof erfüllt. Kompliziert werde die Situation, wenn zu einer Stadt viele Dörfer gehören und es in jedem einen Friedhof gibt.

Vorwergk wünscht sich ein Gespräch mit Ortschaftsräten, Bürgermeister und Kirchenvorständen, an dem seitens der evangelischen Kirche Sachsen Friedhofspfleger Jens Atmannspacher teilnehmen würde. Der Pfarrer will dabei vordergründig gar nicht über eine bestimmte Geldsumme reden. Für ihn sei die erste Frage, über die man sich verständigen müsse: „Wie viele Friedhöfe soll es in Rötha geben? Erst dann sollten wir über Geld reden.“

Die Stadt Rötha ist nicht die einzige Kommune, mit der sich die Kirchgemeinde Mölbis über die Finanzierung der Friedhöfe auseinandersetzen muss. Über den in Dreiskau-Muckern wird mit der Gemeinde Großpößna verhandelt, für die in Trages und in Thierbach ist die Stadt Kitzscher der Gesprächspartner.

Von André Neumann

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