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Borna Kitzscher: Kahlschlag auf dem Markt löst Debatte aus
Region Borna Kitzscher: Kahlschlag auf dem Markt löst Debatte aus
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16:00 24.01.2020
Der Markt in Kitzscher soll umgestaltet werden. Dafür wurden jetzt die letzten Bäume im angrenzenden Park gefällt. Quelle: André Neumann
Kitzscher

Der Kahlschlag auf dem Marktplatz von Kitzscher hat auf Facebook eine Welle der Empörung ausgelöst. Bauhof-Mitarbeiter haben jetzt die letzten Bäume auf dem Marktplatz gefällt, die Stadt spricht von rund 15 Stück. Überwiegend waren das Birken.

Die Fäll-Aktion leitet die von der Stadt geplante Umgestaltung des Marktes und des angrenzenden Parkes ein. Die Pläne für die Neugestaltung des Areals zwischen der Eisdiele und dem Marktplatz waren schon vor einem Jahr bekannt gemacht worden.Auch die Leipziger Volkszeitung berichtete darüber.

Widerspruch regt sich erst jetzt

Widerspruch gab es damals kaum. Der regt sich erst jetzt, nachdem die letzten Bäume innerhalb weniger Tage gefällt wurden.„Eigentlich traurig, war ein schöner schattiger Platz im Sommer, um sein Eis zu genießen“, schreibt beispielsweise Sabine Fugmann. Holger Knitter teilt mit: „Für mich auch ein Witz, frage mich, wer das veranlasst hat.“ Und Julia Toni fragt: „Wie kann eine Stadt immer mehr Bäume fällen und immer mehr Grünflächen opfern und dann von optischer Aufwertung sprechen?

Wie ist eure Meinung dazu?

Gepostet von Klein Chicago • Was Kitzscher bewegt am Sonntag, 19. Januar 2020

Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler) begründet die Beseitigung der Birken unter anderem mit der öffentlichen Sicherheit. „Das war alter Baumbestand aus den 50er-Jahren“, sagt er. Die Bäume seien teils trocken gewesen und Äste seien heruntergefallen. Deshalb habe die Stadt schon in den vergangenen Jahren immer wieder einige von ihnen in dem Park fällen lassen.

In Kitzscher wird der Marktplatz umgestaltet. Dafür wurden jetzt alle Bäume gefällt.

Bürgermeister: Markt soll aufgewertet werden

„Der Markt soll aufgewertet werden“, wiederholt Schramm die Argumentation, mit der er schon vor einem Jahr die Umgestaltungspläne im Stadtrat vorgestellt hatte. Demnach wird die befestigte Fläche des jetzigen Marktplatzes ungefähr bis zur Hälfte des jetzigen Parkes erweitert. Daran soll sich eine Grünzone mit einem flachen Wasserspiel und umlaufenden Bänken unter einer Schatten spendenden Pergola anschließen.

Besonders ein Detail der Pläne des Bornaer Architekturbüros Beier Steiner haben sich Facebook-User vorgenommen: eine Bühne, die auf dem befestigten Teil des neuen Platzes installiert werden soll. „Für was? Hier ist doch eh nix los“ meint Luisa Oechel. „Ein Betonklotz umgeben von Grün ist und bleibt ein Betonklotz“, findet eine Nutzerin, die sich Jani Rere nennt. Und Janet Hanickel befürchtet: „Da ist dann noch mehr Lärm, und man kann dann nachts gar nicht mehr schlafen.“

Stadtrat soll Pläne besprechen

Etliche andere Kommentatoren können den Plänen aber auch Positives abgewinnen. „Natürlich sieht es jetzt nicht schön aus, aber warten wir doch mal ab“, entgegnet zum Beispiel Kay Enge den Kritikern. Und Sven Barufe hat sich schon festgelegt: „Wenn das wirklich so umgesetzt wird, wie geplant, dann wird es richtig schön.“

So soll der Marktplatz in Kitzscher bald aussehen. Am Entwurf ändert sich der Standort des Toilettenhäuschens. Quelle: Steffen Beier

Nächste Woche sollen die Pläne für die Umgestaltung im Stadtrat erneut besprochen werden. Bürgermeister Schramm hofft, dann zügig die Aufträge ausschreiben und vergeben zu können, so dass die Arbeiten im April beginnen könnten, sagte er der LVZ. Wegen der Kritik an der Bühne will er die im Stadtrat noch einmal zur Diskussion stellen. Die soll allerdings nicht öffentlich geführt werden, kündigte Schramm gegenüber der LVZ an.

Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis Herbst

„Der Marktplatz ist das Zentrum, da muss auch Leben sein“, hält er persönlich an der Idee fest. Das Podest mit Stufen soll nicht nur Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt und dem Karneval dienen, sondern auch als Sitzgelegenheit.

Schramm rechnet damit, dass die Bauarbeiten bis in den Herbst dauern werden. Die Eisdiele und die Broilerbar seien von der Umgestaltung nicht betroffen und könnten genutzt werden.

Von André Neumann

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