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Borna Konjunkturmittel auch für Hagenester Kegelbahn
Region Borna Konjunkturmittel auch für Hagenester Kegelbahn
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19:48 26.10.2010
Von Thomas Lieb
Mittlerweile steht die Mauer der Hagenester Kegelbahn, die Wolfgang Otto von Testa Bau Grimma hier hochzieht. Quelle: Jens Paul Taubert
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Regis-Breitingen

Mittel, die eigentlich der energetischen Sanierung von Schulen und Kindergärten oder in Umweltmaßnahmen und kommunale Infrastruktur fließen sollten. So hätten die Kommunen statt in den Ausbau des Breitbandnetzes lieber in Kegelanlagen investiert. Wie in Hagenest. Im Regis-Breitingener Ortsteil werden gerade Konjunkturmittel für den Ersatzneubau der Kegelbahn verwendet. Offiziell lautet die Bezeichnung der Baumaßnahme: Energetische Sanierung der Bürgerbegegnungsstätte Hagenest mit Ersatzneubau Kegelbahn. Womit Regis-Breitingen durchaus dem Anspruch der Bundesregierung gerecht wird, die Gelder auch für Vorhaben zu verwenden, die eine Minimierung des Energieverbrauchs in öffentlichen Gebäuden zum Ziel haben.

„Ziel, der vom Bund auf den Weg gebrachten Investitionen, sollte es sein, dass langfristige Wachstumspotenzial der deutschen Wirtschaft zu erhöhen", sagt Ferdinand Pavel. Ob das ausgerechnet mit Kegelbahnen erreicht werden könnte... Den Kommunen sei daraus aber kein wirklicher Vorwurf zu machen, so Pavel weiter. Jedenfalls in den meisten Fällen nicht. Denn die in den Gesetzen verankerten Steuerungsmechanismen hätten ein breite Auslegung für die Mittelverwendung zugelassen. In Mitteldeutschland schießt Sachsen den Vogel ab. Sieben Kommunen im Freistaat investierten den Angaben zufolge zusammen 880 000 Euro in die Sanierung, den Aus- oder Neubau von Kegelbahnen. In Thüringen flossen für diesen Zweck 473 000 Euro und in Sachsen-Anhalt 79 000 Euro. Pavel erklärt sich das damit, dass es für die Kommunen „komplizierter" sei, Breitbandanschlüsse voranzutreiben. Bei Kegelbahnen müsse man eben nicht „das Potenzial und die technische Machbarkeit prüfen".Wie dem auch sei. In Hagenest soll die energetische Sanierung der Bürgerbegegnungsstätte mit neuer Kegelbahn Ende Dezember so weit abgeschlossen sein. „Wenn kein vorzeitiger Wintereinbruch zu verzeichnen ist, sollte das bis auf einige Restarbeiten auch möglich sein", erklärte Bauamtsleiter Uwe Zetzsche aus der Regiser Stadtverwaltung. Finanziert werde das mit 350 000 Euro kalkulierte Bauvorhaben aus 80 Prozent Fördermitteln von Bund und Land sowie Eigenmitteln der Pleißestadt.Die Bauarbeiter liegen im Zeitplan, „auch der finanzielle Rahmen wurde nahezu eingehalten", so Zetzsche. Was auch der Eigenleistung der Mitglieder des Kegelverein Hagenest unter Leitung des Vorstandes Werner König und Eckhard Hönig zu verdanken ist. Zetzsche: „Sie sind jedes Wochenende aktiv im Einsatz. Übernehmen Entkernungsarbeiten, die Schuttberäumung, schlagen Putz ab oder übernehmen Schachtungs- und Freiflächenarbeiten. Der Vorstand arbeitet dabei eng mit Planer und Architekt zusammen.

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Thomas Lieb