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Borna Kräutermann beim achten Frauenma(h)l in Groitzsch
Region Borna Kräutermann beim achten Frauenma(h)l in Groitzsch
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18:04 07.04.2019
Beim achten Groitzscher Frauenmahl drehte sich alles um Frühlingskräuter - von Giersch, Duftveilchen über Gänseblümchen bis hin zu essbaren Baumblättern.
Beim achten Groitzscher Frauenmahl drehte sich alles um Frühlingskräuter - von Giersch, Duftveilchen über Gänseblümchen bis hin zu essbaren Baumblättern. Quelle: Kathrin Haase
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Groitzsch

Kleine Kräuterkunde beim achten Frauenma(h)l in der Groitzscher Stadtmühle: Kräuterexperte André Freymann von der Wilden Kräuterey in Leipzig-Schleußig hatte dafür mehrere Handvoll Grünzeug aus Leipzigs Auwäldern mitgebracht und dessen Inhaltsstoffe sowie Wirkungsweise erläutert. Es wurde ein Abend für alle Sinne, mit dem die Veranstalter von Stadtverwaltung und Kirchspiel Groitzsch ins Schwarze trafen. Das Haus war ausverkauft.

Bärlauch, Vogelmiere und essbare Blätter

Freymanns Favoriten von März bis Juni: Duftveilchen und Brennnesseln, Gänseblümchen und Ahornblüten, Giersch und Bärlauch, Vogelmiere und Wilder Schnittlauch, aber auch eine Reihe von essbaren Baumblättern wie Birken-, Ulmen- und Buchenblätter. Seit einigen Jahren bietet der 42-Jährige Workshops, Exkursionen und Kurse für Kinder und Erwachsene an. Der dreifache Familienvater, der in Kitzscher aufgewachsen und zur Schule gegangen ist, schwört schon lange auf die Wirkung der heimischen Vitaminbomben.

Der Leipziger Kräutermann André Freymann hatte viele Tipps für Kräutersalz, Kräuterkosmetik, Limonaden, Dipps und Salate mitgebracht. Quelle: Kathrin Haase

„Gänseblümchen kann man das ganze Jahr über essen“, preist er etwa die Heilpflanze des Jahres 2017 an. Sie sei mild, reinigend, entschlackend, mit reichlich Vitamin A und C sowie Kalium ausgestattet und unterstütze den Körper bei der Umstellung von Winter- auf den Sommerstoffwechsel. „Wenn man mit dem Fuß auf sieben Gänseblümchen treten kann, ist der Frühling da“, zitiert er ein altes Sprichwort.

Beim achten Groitzscher Frauenmahl drehte sich alles um Frühlingskräuter - von Giersch über Gänseblümchen bis hin zu essbaren Baumblättern. Quelle: Kathrin Haase

Alleskönner Brennnessel mit viel Vitamin C

Auch Brennnesseln sind kleine Alleskönner und dürfen das ganze Jahr über geerntet werden. Ihre Blätter und Samen enthalten mehr Vitamin C als manche Zitrusfrüchte, dazu eine ordentliche Portion Eisen, Kalium und Magnesium aber auch Eiweiß, ihre Wirkung: harntreibend, blutreinigend, antibakteriell, entzündungshemmend.

Spaßverderber: Der unverwüstliche Giersch

Ebenso der unverwüstliche Giersch, der mit seiner einnehmenden Art wenig Freunde unter den Gärtnern hat. Dennoch, seine Inhaltsstoffe sprechen für den Spaßverderber, der auch unter dem Namen Zipperleinkraut bekannt ist: ätherische Öle, Vitamin C, Kalium, Magnesium, Kalzium, Saponine. Giersch eigne sich gut als Spinatersatz und Limonade, sagt André Freymann.

Kräuterlimonade zum Probieren beim achten Groitzscher Frauenmahl. Quelle: Kathrin Haase

Grünes zum Essen und für die Haut

Mit praktischen Tipps für Kräutersalze, Limonaden, Tees, Pestos und Salate wurde das achte Groitzscher Frauenmahl abgerundet. Doch der Kräuterspezialist spann den Bogen noch weiter: „Kräuter sind nicht allein zum Essen da, sondern eignen sich auch für Kosmetik.“ In Kokosöl ausgekochte Vogelmiere sorge beispielsweise für zarte, geschmeidige Gesichtsröte.

Von Kathrin Haase