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Borna Kreis will mit Böhlen und Bad Lausick Orchester-GmbH gründen
Region Borna Kreis will mit Böhlen und Bad Lausick Orchester-GmbH gründen
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15:16 14.04.2019
Das Leipziger Symphonieorchester bei einem Konzert in Borna. Quelle: Andreas Döring
Landkreis Leipzig

Der Landkreis hebt den Taktstock, um ein neues Kapitel für die Orchester anzustimmen. „Wir verfolgen das Ziel, für die beiden im Kreis beheimateten professionellen Klangkörper, die Sächsische Bläserphilharmonie und das Leipziger Symphonieorchester (LSO), eine gemeinsame GmbH ins Leben zu rufen“, erklärt Landrat Henry Graichen (CDU). Bisher agieren beide Klangkörper komplett eigenständig – mit eigenen Trägergesellschaften und Geschäftsführern.

Seit 2017 beteiligt sich der Landkreis neben der Zahlung der Kulturumlage an den Kulturraum zusätzlich an der Finanzierung der Klangkörper. „Künftig“, betont Graichen, „wollen wir als Landkreis unsere Verantwortung noch stärker wahrnehmen.“

Dafür plane der Kreis, sich in der noch zu gründenden GmbH als Gesellschafter einzubringen. Ein Grundsatzbeschluss steht auf der Sitzung des Kreistages am 17. April Im Kloster Nimbschen auf der Agenda.

2.Neuseenland Musikfest im Hafen in Zwenkau. Konzert Klassiknacht am Kap mit Gunther Emmerlich und dem Leipziger Symphonieorchester unter Leitung von Wolfgang Rögner auf der Bühne am See. Quelle: André Kempner

Deutsche Bläserakademie GmbH und Leipziger Symphonieorchester GmbH zusammenführen

Bevor die neue Struktur greifen kann, müssten die beiden bestehenden Gesellschaften Deutsche Bläserakademie GmbH und Leipziger Symphonieorchester GmbH zusammengeführt werden, heißt es. „Zuständig für diesen ersten Schritt sind ausschließlich die Stadträte von Böhlen und Bad Lausick.“

Auf Gegenwehr dürfte der angedachte Weg in den Rathäusern nicht stoßen, ist Graichen überzeugt. „Die beiden Kommunen sehen das genauso. Die Städte haben einfach nicht die Kraft, die Klangkörper auf Dauer zu finanzieren.“

Dies zeige sich schon darin, dass sich der Kreis seit 2017 verstärkt finanziell engagiert. Damals fiel die Entscheidung, mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Seit über 20 Jahren hatten sich die rund 70 Musiker mit einer Entlohnung weit unter Tarif zufrieden geben müssen. Das hatte zu einem Aufbegehren und einer Petition geführt, mit der sich 18.000 Unterzeichner für eine Zukunftssicherung der Klangkörper einsetzten.

Gabriele Hegner ist die Geschäftsführerin der Sächsischen Bläserphilharmonie. Quelle: Jens Paul Taubert

Mit dem 2017 erzielten Durchbruch bekannte sich der Kreis auch dazu, die Sitzgemeindeanteile für Böhlen und Bad Lausick zu übernehmen. „Als Landkreis geben wir damit jährlich über 800.000 Euro für die beiden Orchester aus. „Ohne“, wie Graichen anfügt, „in den Gesellschafterversammlungen ein Mitspracherecht zu haben. Dies soll sich mit unserem Einstieg als Gesellschafter nun ändern.“

Ausscheiden von Hans-Ulrich Zschoch gab den Anstoß

Äußerer Anlass, gerade jetzt über neue Strukturen nachzudenken, dürfte aber auch das zum Jahresende bevorstehende Ausscheiden von Hans-Ulrich Zschoch, Geschäftsführer des LSO, sein. „Die Stadt Böhlen hat signalisiert, dass dies aus ihrer Sicht ein geeigneter Zeitpunkt wäre, über neue Wege nachzudenken“, erklärt Graichen.

Hans-Ulrich Zschoch, Geschäftsführer des Leipziger Symphonieorchesters, scheidet zum Jahresende aus. Quelle: LVZLVZ

Wie sich die Gewichte in der neuen GmbH verteilen, sei noch nicht geklärt. Allerdings sind andere Zielstellungen schon klar: So soll es einen gemeinsamen Geschäftsführer geben. Auch bei anderen Dingen wie Steuererklärung oder Wirtschaftsplan soll künftig gemeinsame Sache gemacht werden. Synergieeffekte sollen ebenso bei Buchhaltung, IT und Datenschutz ausgelotet werden. Eine gegenseitige Vertretung von Musikern werde derzeit als nur bedingt machbar erachtet.

„Bei allem ist zu betonen, dass sich an der Eigenständigkeit der Klangkörper und an den Spielstätten nichts ändern soll“, versichert der Kreischef. Sitz der GmbH soll Bad Lausick sein.

Von Simone Prenzel

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