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Borna LVZ-Wanderung lockt auf Lausicks Höhen – Start im Kurpark
Region Borna LVZ-Wanderung lockt auf Lausicks Höhen – Start im Kurpark
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10:00 23.08.2016
Die 23. LVZ-Wanderung.
Die 23. LVZ-Wanderung. Quelle: Patrick Moye
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Bad Lausick

Besungen hat die Höhen, in die Bad Lausick eingebettet liegt, DDR-Volksmusik-Star Herbert Roth natürlich nicht. Wie sollte er auch, lugten die Kur­städter vor mehr als einem Jahrhundert lieber in Richtung Mont Blanc als zum Thüringer Inselsberg, wenn sie landschaftliche Parallelen suchten zum Tal des Steingrundbaches: Das in Anlehnung an den Nobel-Ort Chamonix Scha­moniental zu nennen, spricht für gesundes sächsisches Selbstvertrauen. Dieses Tal durchmessen die Teilnehmer der 23. LVZ-Wanderung, die am 17. September stattfindet, auf den ersten Kilometern.

Vom Startpunkt, der Freilichtbühne „Schmetterling“ im Kurpark, geht es vorbei an den historischen Heilwasser-Brunnen und an alten Moortaschen, Relikte einstiger Heilschlamm-Anwendungen, auf dem verschwiegenen Höhenweg hinaus zum Steinberg, der aus Quarzporphyr besteht und damit Zeuge ist vulkanischer Aktivitäten. „Hier oben, 175 Meter über dem Meeresspiegel, befand sich früher ein 15 Meter hoher Aussichtsturm aus Holz“, sagt Bernd Bertram, einer der Köpfe der Bad Lausicker Wandergruppe und einer der zahlreichen Wanderführer bei der LVZ-Tour. Von der Höhe herab geht es weiter durch den Kurpark und durch besagtes Schamoniental, damit wird zumindest ein Blick auf den Stadtpark mit seinem nach der Wende wieder aufgestellten Tor geworfen.

Der Kurpark von Bad Lausick entstand ab 1880 im englischen Stil unter anderem nach Plänen des Dresdner Hofgärtners Poscharsky. Geprägt wurde die Parklandschaft durch den Bergbau, der vordem hier stattgefunden hatte. Der Tuchmacher und Amtsrichter Gottlieb Friedrich Herrmann war es gewesen, der beim Graben nach Kohle auf eine Quelle mit heilsamer Wirkung gestoßen war, sagt Rainer Syrbe vom Geschichtsverein Bad Lausick und ebenfalls Wanderführer. „Die Ferrosulfatwässer des Herrmannsbrunnens gehörten nach denen von Vetriolo in Italien zu den zweitstärksten in Europa. Die Entdeckung dieses Heilwassers führte bereits 1821 zur Gründung des Herrmannsbades und im weiteren Verlauf zur Entwicklung des Kurortes Bad Lausick.“

So viel zu Geschichte und Reizen des Kurparks. Mehr erfährt, wer sich am 17. September mit der LVZ und ihren Unterstützern wie dem Fremdenverkehrsverband Kohrener Land und dem Bad Lausicker Kur- und Freizeitbad „Riff“ auf die insgesamt zwölf Kilometer lange, leicht zu bewältigende Wanderung begibt. Weitere Stationen sind Etzoldshain – hier wird die Martinskirche besichtigt, Orgelanspiel inklusive, undgibt es das obligatorische Wandergebäck, zu dem der Heimatverein Getränke reicht – und Glasten, wo Schäfermeister Andreas Kober Einblicke in seinen traditionsreichen Beruf gibt und ebenfalls die Kirche für eine kurze Besichtigung offensteht. Mit einem Wanderfest und Kultur – die Trommler der Gruppe „Como Vento“ und das Sängerinnen-Duo „Ladies First“ – klingt die Wanderung am Nachmittag unter dem „Schmetterling“ aus. Wer nicht mit wandern will oder kann, ist auch nur am Zielort gern gesehen.

Gewandert wird in kleinen Gruppen. Wer dabei sein will, kann sich unter der Telefonnummer 03433/27 07 21 (Montag bis Freitag, 10.30 bis 15.30 Uhr) bis 13. September registrieren lassen. Die Startgebühr beträgt drei Euro, Kinder bis 15 Jahre zahlen einen Euro.

Von Ekkehard Schulreich