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Borna Ladehemmung ade: Kreis will Netz aus Stromtankstellen knüpfen
Region Borna Ladehemmung ade: Kreis will Netz aus Stromtankstellen knüpfen
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00:21 26.01.2018
Ein Netz aus Ladestationen ist im Landkreis Leipzig vorgesehen: Auto-Mobile Borna unterhält bereits eine Station zum Aufladen von Batterien für Elektro-Fahrzeuge.
Ein Netz aus Ladestationen ist im Landkreis Leipzig vorgesehen: Auto-Mobile Borna unterhält bereits eine Station zum Aufladen von Batterien für Elektro-Fahrzeuge. Quelle: Andreas Döring
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Landkreis Leipzig

E-Bikes, insbesondere Pedelecs sind im Kommen. Mit einem Bestand von mehr als zwei Millionen Stück sind sie auf deutschen Straßen deutlich stärker verbreitet als E-Autos. Dank der elektrischen Tretunterstützung lassen sich mit dem Pedelec - im Vergleich zum normalen Drahtesel - längere Distanzen und auch Steigungen besser bewältigen. Ohne dass man gleich ins Schwitzen kommt. Ein Freizeittrend, auf den auch der Landkreis mit Blick auf touristische Potenziale, aber auch Berufspendler gezielt setzt.

Übersicht L Quelle: Patrick Moye

„Bei unseren Empfehlungen legen wir einen Schwerpunkt auf den Pedelec-Verkehr“, erklärte Projektleiter Thorsten Gehrlein vom Büro Teamred bei der Vorstellung erster Ergebnisse des Elektromobilitätskonzepts, das die Berliner Experten erarbeiteten. Laut Gehrlein sei der Kreis einer der ersten deutschlandweit, der über ein derart umfassendes Papier verfügt. Die E-Studie, die der Bund mit 80 000 Euro förderte, lotet Möglichkeiten einer flächendeckenden Nutzung der E-Mobiliät aus.

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Eine Postkarte zum Thema E-Mobilität. Quelle: Landkreis Leipzig

m Wildwuchs zu vermeiden, legen die Stadtplaner unter anderem ein Konzept für künftige Ladesäulenstandorte vor. „Während das Stromtanken entlang der Autobahnen schon gut funktioniert, haben wir es abseits der Trassen mit einem Flickenteppich zu tun“, erklärte Stadtplaner Jens Gerhardt vom Leipziger Büro UMS Stadtstrategen. Hier müsse die öffentliche Hand reagieren und Lücken schließen. Künftig soll deshalb ein Netz von öffentlichen Stromtankstellen geknüpft werden. Dabei besonders im Fokus: Schnittstellen von öffentlichem und Individualverkehr zum Beispiel an Bahnhöfen, aber auch Verwaltungssitze. In einer zweiten Etappe könnte dieses Basisnetz durch Ladepunkte an touristischen Zielen wie den Seen und in einem weiteren Schritt durch die Einbindung von Gewerbegebieten, Supermärkten ecetera ergänzt werden.

Elektromobilität im Unterricht: Paula, Hannah, Dominik und Moritz (v.l.) aus der Sophienschule Colditz haben Modellautos gebaut, die sie mit Solarstrom antreiben. Animiert wurden die Neuntklässler am Dienstag in einer Unterrichtsstunde, die unter Federführung der Sächsischen Energieagentur stattfand. Quelle: Andreas Döring

Ein Feld, das noch relativ unbeackert ist, sei die Zusammenarbeit mit der Wohnungswirtschaft, ergänzte Gehrlein. „Hier schlummert noch viel Potenzial.“ Stellplätze für Mieter bereitzustellen, an denen diese ihre E-Autos oder -Bikes aufladen, könne dem Thema Schwung verleihen. Verwiesen wurde unter anderem auf ein Modellprojekt in Chemnitz. „Hier wurde ein ehemaliger Plattenbau saniert. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach liefert nicht nur Strom für die Wohnungen, sondern auch zum Laden von vier E-Autos“, schilderte Rita Schröck von der ebenfalls mit dem Thema betrauten Metropolregion Mitteldeutschland.

Auch E-Mobilität zu Wasser soll künftig eine Rolle spielen. „Im Leipziger Neuseenland bietet sich die Vermarktung als Destination für E-Boote geradezu an“, ermunterte Gehrlein. Der Landkreis selbst will eine Lotsenstelle einrichten, um die empfohlenen Maßnahmen zu koordinieren und Ansprechpartner zu sein. Zudem gibt es Überlegungen, Dienstfahrzeuge und eventuell auch E-Busse anzuschaffen.

Von Simone Prenzel