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Borna Bundestagsabgeordnete Landgraf lässt ihre Zukunft offen
Region Borna Bundestagsabgeordnete Landgraf lässt ihre Zukunft offen
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12:44 31.01.2018
Thomas de Maiziere besucht die Feier zum 25. Jahrestag zum Beschluss der Bundesregierung zum Fortschrittsbericht ostdeutsche Braunkohle im Freizeitpark Belantis.v.l. Erwin Linnenbach und Thomas de Maiziere , sowie einige wagemutige Gäste afhren auf der Famielienachterbahn Cobra des Amun Ra Foto: Andre Kempner
Thomas de Maiziere besucht die Feier zum 25. Jahrestag zum Beschluss der Bundesregierung zum Fortschrittsbericht ostdeutsche Braunkohle im Freizeitpark Belantis.v.l. Erwin Linnenbach und Thomas de Maiziere , sowie einige wagemutige Gäste afhren auf der Famielienachterbahn Cobra des Amun Ra Foto: Andre Kempner Quelle: Kempner
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Borna/Grimma

Es ist natürlich spekulativ. Dennoch steht die Frage im Raum, was wäre – wenn es etwa nach möglicherweise gescheiterten Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD über kurz oder lang zu Neuwahlen käme. Würde die aktuelle Direktkandidatin des Bundestagswahlkreises Leipzig-Land, Katharina Landgraf (CDU), noch einmal antreten? Und wer könnte/dürfte ihr folgen, sofern die Frau, die mit reichlich zwölf Jahren genauso lange im Bundestag sitzt wie Angela Merkel im Kanzleramt, nicht mehr will. Eine abschließende Antwort darauf gibt es nicht.

Landgraf, Mitglied des Hauptausschusses im Bundestag, berichtet aus Berlin von „einer Stimmung, wie ich sie nicht kenne“. Heißt: „Alle wollen loslegen, fürchten aber, dass alles schnell vorbei sein kann.“ Und dann? „Ich weiß nicht, ob ich dann noch mal antreten würde.“ Die Annahme, dass die langjährige Bundestagsabgeordnete, die in ihrem politischen Vorleben auch im sächsischen Landtag und im Einheitsjahr 1990 in der ersten und einzigen frei gewählten Volkskammer saß, am Ende nicht noch einmal kandidieren würde, sei „nicht völlig falsch“. Das werde sich aber noch herausstellen.

Wenn die studierte Diplom-Ingenieurin für Meliorationswesen am Ende nicht noch einmal antritt, stellt sich natürlich die Frage, wer sie beerben könnte. Der Wahlkreis gilt, von der Unberechenbarkeit der AfD abgesehen, tendenziell als schwarz und damit vergleichsweise sicher für einen CDU-Kandidaten. Und es versteht sich von selbst, dass der Parteivorsitzende, CDU-Kreischef Georg-Ludwig von Breitenbuch, den ersten Zugriff auf eine Kandidatur hätte.

Der 47-Jährige, der seit mehr als acht Jahren im Dresdner Landtag sitzt, hebt auf Anfrage allerdings die Hände. „Katharina Landgraf wäre für uns die erste Wahl.“ So weit, so gut. Falls sie aber keine Lust mehr hat? „Wir haben das immer rechtzeitig geregelt.“ Das sei alles „total spekulativ“. Ob sich der Mann, der in der CDU-Landtagsfraktion einer der Stellvertreter von Fraktionschef Frank Kupfer ist, selbst eine Kandidatur vorstellen kann, beantwortet er mit einem beredten Schweigen.

Dabei schien es lange Zeit in gewisser Weise abgemacht, dass Landgrafs Mitarbeiterin Cora Lesch ihrer Chefin dereinst nachfolgen könnte. Landgraf erklärte mehrfach, Lesch sei „eingearbeitet und kennt viele Leute“. Sie würde es ihrer Mitarbeiterin durchaus zutrauen, erfolgreich für den Bundestag zu kandidieren, um dann darauf hinzuweisen, „dass eine potenzielle Kandidatin auch genügend Leute haben muss, die sie wählen“.

Genau aber dort liegt das Problem, denn Lesch, Stadträtin in Borna und für die CDU auch im Kreistag, wurde beim CDU-Kreisparteitag im Oktober in Neukieritzsch deutlich gestutzt, als sie in Abwesenheit nicht mehr zur stellvertretenden Kreischefin gewählt wurde. Und ihre Chefin Landgraf macht jetzt auch klar, „dass ich mich nicht um meine Nachfolgerin kümmern muss“. Lesch selbst sagt, dass in Bezug auf eine mögliche Landgraf-Nachfolge „einige andere schon mit den Hufen scharren“. Sie selbst stelle sich die Frage einer Landgraf-Nachfolge gar nicht mehr.

Das sagt auch von Breitenbuch. „Ich glaube, dass die SPD die Kurve kriegt“ und geht davon aus, dass es zur großen Koalition kommt – „auch wenn das für die CDU nicht einfach wird“.

Von Nikos Natsidis