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Borna Gegen den Lehrermangel im Landkreis: Hier nehmen Referendare die Zulage in Anspruch
Region Borna Gegen den Lehrermangel im Landkreis: Hier nehmen Referendare die Zulage in Anspruch
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08:59 18.09.2019
Der Freistaat lockt Nachwuchslehrer jetzt mit 1000 Euro in die ländlichen Regionen. Quelle: dpa
Landkreis Leipzig

DerLehrermangel in einigen Regionen Sachsens ist so eklatant, dass der Freistaat Referendare mit einem dicken Zubrot lockt. Auch im Landkreis Leipzig wird für den Dienstantritt in etlichen Kommunen eine Zulage gezahlt, wie aus einer Übersicht des Sächsischen Kultusministerium hervorgeht.

1000 Euro Sonderzuschlag ab 1. August

Der Sonderzuschlag beläuft sich auf stattliche 1000 Euro und wird ab dem 1. August 2019 angeboten. Studienreferendare, die zu diesem Zeitpunkt ihren Vorbereitungsdienst antraten, können neben dem monatlichen Grundgehalt von rund 1500 Euro einen monatlichen Zuschlag in Höhe von maximal 70 Prozent des Anwärtergrundbetrages erhalten, heißt es seitens des Freistaates. Dieser betrage maximal 1046 Euro und werde für die Dauer des Vorbereitungsdienstes gewährt.

In weiten Teilen Sachsens erhalten Referendare Zuschläge von 1000 Euro im Monat. Lediglich in und um Leipzig und Dresden gilt die Lehrerversorgung als ausreichend, so dass hier keine Zuschläge gezahlt werden. Quelle: Kultusministerium

Den Zuschlag gibt es allerdings nicht ohne Gegenleistung: Zunächst muss der Vorbereitungsdienst an einer Schule in einer sogenannten Bedarfsregion absolviert werden. Hierzu zählen alle Regionen Sachsens außerhalb der Ballungszentren Leipzig und Dresden. Im Landkreis Leipzig stellt sich die Lage zweigeteilt dar. In Leipzig-nahen Kommunen herrschen offenbar weniger Probleme, Nachwuchs zu gewinnen. Demzufolge wird die Zulage in zwölf Städten und Gemeinden nicht gewährt. Hierbei handelt es sich um Borsdorf, Brandis, Machern, Bennewitz, Naunhof, Parthenstein, Belgershain, Großpösna, Markkleeberg, Böhlen, Zwenkau und Markranstädt. In den restlichen Kommunen bedarf es laut Kultus eines zusätzlichen finanziellen Anreizes, der seit August gezahlt wird.

„45 Referendare haben am 1. August ihren Vorbereitungsdienst im Landkreis Leipzig begonnen“, erklärt Roman Schulz, Sprecher des Landesamtes für Schule und Bildung (Lasub) in Chemnitz. „Davon nahmen 15 den Sonderzuschlag in Anspruch.“ Dass sich damit die deutliche Mehrheit der Junglehrer gegen den Obolus entscheidet, dürfte einen simplen Grund haben: Denn wer die Zulage beansprucht, verpflichtet sich gleichzeitig, nach seiner erfolgreichen Ausbildung für fünf Jahre im ländlichen Raum als Lehrer zu arbeiten. Entweder an einer öffentlichen oder auch einer freien Schule.

20 Prozent der Referendare nehmen Zuschlag in Anspruch

Sachsenweit nahmen zum Stichtag 1. August 2019 von insgesamt 1663 Referendaren in den drei Ausbildungsjahrgängen 324 den Anwärtersonderzuschlag in Anspruch, informierte das Kultus. Das sind knapp 20 Prozent aller Referendare, für die das Angebot besteht. Im Vergleich der Jahrgänge ist die Zahl derjenigen, die den Sonderzuschlag nutzen, schrittweise gestiegen. Wird 12,1 Prozent der Referendare, die ihren Vorbereitungsdienst zum 1. August 2018 begannen, der Zuschlag gewährt, waren es ein Jahr später deutlich mehr. 31,6 Prozent der Referendare, die zum 1. August 2019 ins Referendariat starteten, nahmen sachsenweit den Zuschlag in Anspruch.

Gewerkschafter weisen allerdings darauf hin, dass eine mögliche Folge des Land-Bonus’ nicht klar von Ministerium und Lasub kommuniziert wird. Die Einstellungsangebote nach dem Vorbereitungsdienst, heißt es als Kritik, könnten auch schulartfremd erfolgen. Bedeutet: Ein frischgebackener Gymnasiallehrer könne auch ein Angebot für eine Oberschule oder Grundschule erhalten, das er dann nicht ausschlagen dürfe. Mit dem Referendar-Zuschlag, so die Zweifler, kaufe man also die Katze im Sack.

Von Simone Prenzel

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