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Borna Landkreis Leipzig gibt Geld für Behinderten-Werkstätten
Region Borna Landkreis Leipzig gibt Geld für Behinderten-Werkstätten
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09:07 29.03.2019
Der Kreis beteiligt sich finanziell an mehreren Investitionen im Bereich der Behindertenhilfe sowie der Betreuung psychisch Kranker.
Der Kreis beteiligt sich finanziell an mehreren Investitionen im Bereich der Behindertenhilfe sowie der Betreuung psychisch Kranker. Quelle: dpa
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Landkreis Leipzig

Einen Neubau plant die Arbeiterwohlfahrt in der Erich-Weinert-Straße in Bad Lausick. Die Vorbereitungen für die neue Sozialtherapeutische Wohnstätte laufen seit etlichen Jahren. Auf dem Gelände des nach der Wende geschlossenen Kinderheims „Werner Seelenbinder“ werden derzeit Frauen und Männer mit psychischen Erkrankungen von der Awo betreut.

„Der Altbau wäre allerdings nur mit einem unvertretbar hohen Aufwand zu sanieren“, hatte Jürgen Herrn, Geschäftsführer der Awo Senioren- und Sozialzentrum gGmbH Sachsen-West mit Sitz in Markkleeberg, bereits vor längerem erklärt.

Deshalb sei die Entscheidung für einen Neubau gefallen. Im Kreistag spielte das Thema jetzt eine Rolle, weil das Vorhaben teurer wird als geplant und deshalb auch der zehnprozentige Anteil des Landkreises an der Gesamtinvestition steigt. „Statt 222.000 Euro sollen jetzt rund 231.000 Euro aus der Kreiskasse fließen“, erklärte die Zweite Beigeordnete Ines Lüpfert. Bereits vor Jahren hatte sich der Landkreis dazu bekannt, den Neubau finanziell zu fördern.

180.000 Euro für Wohnpark in der Deutzener Straße

Ebenfalls engagieren wird sich der Landkreis bei einem Projekt der Lebenshilfe in Borna. Für den geplanten Wohnpark in der Deutzener Straße wurden unterm Strich rund 180.000 Euro vom Kreistag bewilligt. Die Lebenshilfe Borna habe mit der Wohnpark Borna gGmbH bereits eine Tochtergesellschaft gegründet, die das Grundstück an der Deutzener Straße gekauft hat. Unter anderem sind hier ein Neubau zur Tagesbetreuung von Menschen mit Behinderungen mit 24 Plätzen und weitere 16 Wohnheimplätze geplant.

Das Angebot richte sich an ältere Menschen mit Handicap, die keiner Beschäftigung in einer Behindertenwerkstatt mehr nachgehen können, hieß es. Mit der Tagesbetreuung werde zudem der Grundsatz „Ambulant vor stationär“ umgesetzt. Das heißt, stationäre Heimaufnahmen könnten verzögert oder gar ganz vermieden werden.

Anstieg der Zahl älterer und behinderter Menschen im Landkreis

Auf Grund der demografischen Entwicklung und dem stetigen Anstieg der Zahl älterer und behinderter Menschen sollen auch barrierefreie Wohnheimplätze entstehen. Nach umfangreicher Prüfung durch das Kreissozialamt in Verbindung mit dem Kommunalen Sozialverband werde das Vorhaben unterstützt, erklärte die Kreisbehörde. Auch die Sächsische Aufbaubank (SAB) habe die Investition bereits in ihre Prioritätenliste aufgenommen.

Viertes Projekt im Bunde sind die DRK-Werkstätten für Behinderte in Geithain. Rund 260 Plätze stehen hier zur Verfügung. Die Mitarbeiter kümmern sich um bedürftige, ältere und behinderte Menschen. Nach Arbeitsstättenverordnung seien die sanitären Anlagen für die Anzahl der Beschäftigten unzureichend, so der Landkreis.

Um die Arbeitsbedingungen zu verbessern, sollen ein Garagenkomplex umgebaut und auch Brandschutzmaßnahmen umgesetzt werden. An der Investition in Trägerschaft des DRK-Kreisverbandes Geithain beteiligt sich der Kreis mit knapp 20.000 Euro.

Von Simone Prenzel