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Borna Leipziger Verein organisiert Hilfe für Waisenkinder im Kosovo
Region Borna Leipziger Verein organisiert Hilfe für Waisenkinder im Kosovo
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11:30 15.07.2019
Frisch unterzeichnete Kooperation: Max Schöpe, Ralph Rüdiger (v. l.) und Michael Eichhorn (r.) vom Leipziger Verein mit Albanë Zogu Morina (SOS Kinderdorf) in Pristina. Quelle: Privat
Grimma/Wurzen

Der Leipziger Verein „Perspektiven für Kinder auf dem Westbalkan“ mit Mitgliedern aus Grimma, Naunhof, Wurzen und Borna hat sein Engagement für Kinder auf dem Westbalkan erweitert. Ende Juni unterzeichnete der Vorstand nach monatelangen Verhandlungen in Pristina eine Kooperation mit dem SOS Kinderdorf Kosovo. „Damit können wir in den nächsten zwölf Monaten 26 von extremer Armut betroffene kinderreiche Familien mit insgesamt 118 Kindern im kosovarischen Fushe unterstützen“, berichtet der Vereinsvorsitzende Ralph Rüdiger. Seit Montag sind Mitglieder des Vereins bereits wieder auf dem Weg nach Albanien – die Mission geht weiter.

Hilfe für Waisenkinder in Fushe

Vor der Vertragsunterzeichnung für die Kooperation überzeugten sich Helfer vor Ort, wie bedürftige Kinder etwa bei der medizinischen Versorgung, beim Besuch in eine Schule oder der Integration in das Berufsleben vom SOS Kinderdorf unterstützt werden. Rüdiger: „Uns hat vor allem das Schicksal von sechs Geschwistern berührt, deren Eltern vor drei Jahren an Tuberkulose verstorben sind. Der älteste Bruder und das SOS Kinderdorf versorgen seit dem die Kinder. Bei einer anderen Familie, die nach fünfjähriger Betreuung aus dem Programm Schritt für Schritt entlassen wird, konnte einem Mädchen durch eine bezahlte OP (Kieferknochentumor) das Leben gerettet werden. Heute besucht sie die Schule in einer 10. Klasse. Durch Anbau von Gemüse und durch eine Lehre in einer Bäckerei beim ältesten Kind kann der Lebensunterhalt selbst finanziert werden. Wir haben auch gespürt, dass das Selbstwertgefühl dieser Kinder deutlich gestärkt worden ist.“ Die Berichte von Ralph Rüdiger und den Vereinsmitgliedern berühren.

Mit Hilfe von Spenden wollen sie das Leben dieser Kinder etwas erträglicher machen. Die direkte persönliche Hilfe aus dem Landkreis Leipzig soll garantieren, dass jeder gespendete Cent direkt an betroffene Familien geht. „Die Verwaltung des SOS Kinderdorf Kosovo sendet uns quartalsweise Belege und Rechnungen zu, die den Einsatz der Spendengelder nachvollziehbar macht“, erklärt der Vereinschef.

Spendenkonto

Spenden können auf folgendes Konto überwiesen werden:

Verein „Perspektiven für Kinder auf dem Westbalkan e.V.“

IBAN: DE26 8605 5592 1090 0884 57 (Sparkasse Leipzig)

Verwendungszweck: Hilfe für Kinder auf dem Westbalkan

Auf Wunsch kann eine Zuwendungsbescheinigung ausgestellt werden.

Roma-Mädchen Medina geht es gut

Ein besonderes Schicksal begleitet der Leipziger Verein schon länger. Logisch, dass bei der jüngsten Reise nach Albanien auch geschaut wurde, wie es Medina inzwischen geht. Dem kleinen Roma-Mädchen konnte vor zwei Jahren dank der Spenden aus Deutschland eine lebensnotwendige Hüft-Operation ermöglicht werden. Ralph Rüdiger. „Medina geht es den Umständen entsprechend gut.“

Medina wurde 2016 aus Deutschland abgeschoben. Quelle: Privat

In Pristina trafen sich die Sachsen beim letzten Besuch im Frühsommer mit Vertretern des Partnervereins „Familien in Not – Rietberg“, um eine der nächsten Projektfahrten zu organisieren. Im Dezember werden die Leipziger Sachspenden zur Weihnachtszeit in den Kosovo bringen.

In diesem Wohnhaus in Fushe (Kosovo) wohnt eine achtköpfige Familie. Quelle: Privat

Hilfe für „Rreze Dielli“

Im Kosovo bekommt eine Familie mit sechs Kindern eine Sozialhilfe in Höhe von monatlich 120 Euro. Die Lebenshaltungskosten seien ähnlich hoch wie in Deutschland. Ein Kind, das das 5. Lebensjahr überschritten hat, bekommt keine staatliche Unterstützung mehr. Bei einer offiziellen Arbeitslosigkeit von 30 Prozent bedeutet das, dass viele Familien momentan weder über ein Einkommen, noch über eine Krankenversicherung verfügen.

Besonders tragisch ist das für elternlose Kinder. Der Verein unterstützt deswegen auch das albanische Kinderheim „Rreze Dielli“ bei Tirana. Dort leben Waisen oder Kinder, die aus den ärmsten familiären Verhältnissen kommen. Vor einem Jahr hat eine Organisation, die das Kinderheim über mehrere Jahre mit einer Projektpatenschaft unterstützt hatte, entschieden, sich ab 2019 nur noch auf ihre traditionellen Unterstützungsländer zu konzentrieren. Da Albanien nicht auf dieser Liste ist, bedeutet dies eine empfindliche finanzielle Einbuße für „Rreze Dielli“.

Zwei Mitglieder des Leipziger Vereins sind seit Montag nach Albanien unterwegs, um sich ein Bild von der Situation des Kinderhauses zu machen.

Von Thomas Lieb

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