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Borna Linken-Chef im Landkreis Leipzig tritt vermutlich noch einmal an
Region Borna Linken-Chef im Landkreis Leipzig tritt vermutlich noch einmal an
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00:21 27.01.2018
Holger Luedtke
Holger Luedtke Quelle: unbekannt
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Borna/Grimma

Es sieht so aus, als würde Holger Luedtke noch einmal antreten. Als Vorsitzender der Linken in Westsachsen. „Wenn ich dem Drängen der Mitglieder nachgebe“, sagt der 57-Jährige, der seit einem Jahrzehnt im Amt ist. Und falls er sich noch einmal breitschlagen ließe, „dann wäre es wirklich das letzte Mal“. Er würde sich beim noch nicht exakt terminierten Parteitag im April vor allem deswegen noch einmal zur Wahl stellen, „weil das nächste Jahr ein entscheidendes Jahr ist“. Ein Wahljahr.

2019 werden nicht nur der Landtag und das Europaparlament neu gewählt. Was für Luedtke am wichtigsten ist, das sind die Urnengänge für die Stadt- und Gemeinderäte im Landkreis sowie für den Kreistag. In den Kommunalvertretungen sitzen die Linken derzeit mit 101 Leuten, und so viel, sagt Luedtke, sollten es auch wieder werden. Deswegen müsse sich die Partei erneuern. „Wir habe reichlich Eintritte.“ Etwa 20 neue Leute im letzten Jahr, Lehrlinge, Abiturienten und Studenten. Was die jungen Leute zu den Linken treibt? „Die kommen wegen unseres Bekenntnisses zum Thema Flüchtlinge, aber auch aus Frust gegenüber der Politik von SPD und CDU.“ Und, nicht zu vergessen, so Luedtke: „Wegen unserer klaren Haltung gegenüber der AfD.“

Die aktuelle Mitgliederzahl liegt bei 478 und damit zumindest unter den Befürchtungen, die Luedtke beim letzten Kreisparteitag der Linken vor zwei Jahren in Deuben bei der Formulierung eines sogenannten Kreisorganisationsstrukturprogramms selbst verlautbart hat. Damals war er davon ausgegangen, dass die Linken mit ihrer Mitgliedschaft vor allem im Seniorenalter im Jahr 2020 im Landkreis Leipzig nur noch 450 Mitglieder zählen würden.

Was von einem Linken-Kreischef eher nicht zu erwarten wäre: Er lobt den amtierenden Landrat Henry Graichen, der bekanntlich ein CDU-Parteibuch hat. Damit gebe es nicht mehr die Konfrontation früherer Zeiten, so Luedtke. „Jetzt haben wir einen Landrat, mit dem wir reden können.“ Vielleicht auch, weil es im Landkreis mittlerweile eine Mehrheit jenseits der CDU gibt. Die Akzeptanz der Linken-Fraktion im Kreistag habe sich verbessert. Und letztlich würden die Gräben zwischen dem ehemaligen Muldentalkreis und dem Leipziger Land „langsam zugeschüttet“.

Was nicht heißt, dass der Bornaer im Landkreis keine Problem mehr sehen würde. Dazu gehört für Luedtke der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV), der so ausgebaut werden müsse, „dass alle Menschen eine Chance auf Teilhabe bekommen“. Wichtig sei zudem eine flächendeckende Gesundheitsversorgung.

Darum wollen sich die Linken kümmern. Vermutlich noch weitere zwei Jahre unter Luedtkes Führung, der dann auch für eine geordneten Übergang an der Parteispitze sorgen will.

Von Nikos Natsidis