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Borna Lob und Kritik fürs Leader-Förderprogramm – auch vom Minister
Region Borna Lob und Kritik fürs Leader-Förderprogramm – auch vom Minister
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19:32 31.07.2019
Ingrid Riedel vom Förderverein der Kreuzkirche in Kitzen zeigt Minister Schmidt das 920 Jahre alte romanische Gotteshaus. Ohne Leader hätte der Verein die Sanierung nicht stemmen können, meinte die Vorsitzende. Quelle: Claudia Carell
Pegau/Kitzen

Der Leipziger Südraum ist Nummer 26 in der Liste des Ministers. „Mein Ziel ist, alle 30 Leader-Regionen in Sachsen zu besuchen und zu sehen, was gut läuft und wo die Säge klemmt“, sagte Thomas Schmidt, CDU-Minister für Umwelt und Landwirtschaft, zu den rund 50 Akteuren, die am Mittwoch nach Kitzen bei Pegau gekommen waren.

Darunter auch Andrea Auster, die mit Leader-Mitteln das Alte Wasserwerk im Pegauer Ortsteil Werben zur Imkerei mit Hofladen umbaut. „Unsere Region hat von Leader sehr profitiert“, lobte sie. „Das Programm ist konkurrenzlos, weil es so vielfältig fördert.“ Ein Problem sei allerdings, dass sich durch die langen Fristen bei der Bewilligung in ihrem Fall die Baupreise verteuerten und es dafür keinen Puffer gibt – was für sie als Einzelakteurin ein echtes Problem sei.

Ohne Fördermittel gäbe keine sanierte Kreuzkirche in Kitzen

Seit fast zehn Jahren nutzt der Förderverein der Kreuzkirche Kitzen das Förderprogramm. Heute ist das 920 Jahre alte romanische Gotteshaus außen saniert, innen laufen gerade die Bauarbeiten. In der Patronatsloge, wo früher die hohen Herrschaften dem Gottesdienst beiwohnten, entstanden Toiletten und ein Vereinsraum.

Sogar für das Kälte-Problem in der Kirche, wo es viele Konzerte und Ausstellungen gibt, fand sich mit einer Sitzheizung eine Lösung. Die schaltet sich automatisch ein, wenn jemand Platz nimmt und wieder aus, wenn er aufsteht. Vereinsvorsitzende Ingrid Riedel sagte klipp und klar: Ohne Leader hätte ihr Verein mit 50 Mitgliedern das niemals stemmen können.

Zum Minister-Besuch sind rund 50 Akteure der Region gekommen, darunter mehrere Bürgermeister und Akteure des Förderprogramms. Sie sehen sich hier die Kreuzkirche an, die innen derzeit saniert wird. Quelle: Claudia Carell

Solche Berichte hört der Minister bei seinen Stippvisiten oft – und natürlich gern. Er betonte, dass Sachsen bei der Leader-Förderung einen besonderen Weg ging, indem die einzelnen Regionen eigenständig über ihr Budget entscheiden können. Das habe zu Beginn für Skepsis gesorgt. Doch im Ergebnis sei die Vielfalt der Projekte größer als anderswo.

Antragstellung zu kompliziert und umfangreich

Allerdings gibt es Probleme. Die Antragstellung für ein Leader-Projekt lässt selbst Bauamtsleiter einer Stadtverwaltung mit 25 Jahren Berufserfahrung mitunter aus der Haut fahren – ganz zu schweigen von Ehrenamtlern, die neben Job und Familie für ihren Verein solch einen Antrag ausfüllen müssen. Dies bestätigte auch der Groitzscher Bürgermeister Maik Kunze (CDU): „Das ist alles zu umständlich, es muss einfacher gehen.“

Der Minister kennt die Schwierigkeiten. „Die Prozesse sind viel zu kompliziert und zu umfangreich“, sagte er. Bei der „Detailverliebtheit in der Antragstellung und Abrechnung“ müsse sich in der nächsten Förderperiode unbedingt etwas ändern. Die Leute hätten weniger Probleme, ihr Haus zu sanieren als vielmehr, diesen Antrag richtig auszufüllen.

Stichwort Leader

Leader ist die Abkürzung von französisch Liaison entre actions de développement de l'économie rurale, was übersetzt heißt: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft. Es ist seit 1991 eine Initiative der Europäischen Union zur Entwicklung der ländlichen Räume unter maßgeblicher Mitarbeit der Bevölkerung. Lokale Aktionsgruppen erarbeiten vor Ort ihre Konzepte selbst. Das Geld fließt aus europäischen und sächsischen Fördertöpfen.

Außerdem müsse es „klare Zuständigkeiten bei den Kontrollen“ geben. Derzeit könnten theoretisch elf Institutionen von EU, Bund und Freistaat ein und dasselbe kontrollieren, „das muss gestrafft werden“. Er hätte sich gewünscht, dass es bereits bis zur Europawahl im Mai all diese Veränderungen gegeben hätte, was leider nicht geschehen sei.

Nun müsse sich erst wieder ein neuer Ausschuss bilden, das Verfahren zieht sich hin, „das werden sicher zwei Jahre, bis das durch ist“. Daher sei es wichtig, von Brüssel jetzt schnell zu erfahren, welches Geld demnächst zur Verfügung steht. 2020 endet die jetzige Förderperiode. Ganz klar sagte der Minister: „Wir wollen mit den jetzigen Leader-Strukturen weiter arbeiten.“ Nur einfacher soll es werden.

Budget liegt bei 18,6 Millionen Euro

Dem Leader-Gebiet Südraum Leipzig mit 14 Kommunen und knapp 120.000 Einwohnern stehen zwischen 2015 und 2020 rund 18,6 Millionen Euro Budget zur Verfügung. 75 Prozent der Gelder seien bereits verplant, sagte Leader-Regionalmanagerin Annedore Bergfeld.

In der Vergangenheit nutzten oft Kommunen diese Förderung, doch mit 65 Prozent der Vorhaben würden derzeit vor allem Vereine, Kirchen und viele Privatleute unterstützt, darunter dreißig junge Familien, die zum Beispiel alte Häuser in Dörfern wieder aufbauen. Auch für Abriss werde Geld ausgegeben – was so manchen Schandfleck in einem kleinen Ort verschwinden lässt.

Kontakt Leader-Region Südraum Leipzig: Mandy Landmann, 034296/90 04 44, E-Mail kontakt@planungsbuero-landmann.de; Annedore Bergfeld/Ina Groß, Telefon 0341/­9 12 49 27, E-Mail mail@iwr-leipzig.com, Internet www.suedraumleipzig.de

Von Claudia Carell

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