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Borna Lösung gegen Verkehrslärm in Lobstädt greifbar
Region Borna Lösung gegen Verkehrslärm in Lobstädt greifbar
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17:16 10.01.2019
Nach einer Ortschaftsratssitzung könnte es jetzt eine schrittweise Lösung für die stark befahrene Glück-Auf-Straße in Lobstädt geben. Quelle: André Neumann
Neukieritzsch/Lobstädt

Neubau der Glück-Auf-Straße und bis dahin eine Temporeduzierung auf 30 Kilometer je Stunde – auf diese Weise könnte es für die lärmgeplagten Anwohner der Glück-Auf-Straße in Lobstädt ruhiger und sicherer werden. Auf diese mögliche Lösung verständigten sich am Mittwochabend Anwohner und der Lobstädter Ortschaftsrat mit dem Neukieritzscher Bürgermeister Thomas Hellriegel und Landrat Henry Graichen (beide CDU).

Bürgerinitiative hat Probleme angesprochen

Eine Bürgerinitiative (BI) steht seit Monaten mit Behörden in Kontakt, weil die Anwohner der Glück-Auf-Straße sich auf Grund eines größer gewordenen Verkehrsstromes auf der beschädigten Straße zu starken Belastungen ausgesetzt sehen.

Graichen präsentierte zu Beginn seiner Äußerungen eine Erkenntnis, die spät, aber eigentlich nicht überraschend kam: Es sei klar, dass der Landkreis für den baulichen Zustand dieser Kreisstraße zuständig ist, und es sei klar, dass nur der Landkreis eine verkehrsrechtliche Anordnung erlassen kann, wie sie für das Aufstellen von Verkehrsschildern erforderlich ist. Ortschaftsratsmitglied Werner Winkler wunderte sich laut darüber, dass die BI zunächst zwischen Landesverkehrsministerium und Kreis hin und her geschickt worden war.

Etwa zwanzig Anwohner nahmen an der Beratung teil, einige schilderten erneut die Situation aus ihrer Sicht. Es gehe um Lärm, um Schäden durch Vibrationen für die um die 100 Jahre alten Häuser und um Verkehrssicherheit. Ein Vater schilderte beispielsweise, dass seine Tochter vom Schulbus bis nach Hause bis zu eine Viertelstunde benötige, weil sie nicht über die Straße komme. Zudem sei es gefährlich, wenn Lastwagen dicht an den Kanten der Fußwege fahren.

Graichen verweist auf Ermittlung des Ausbaubedarfes

Die Bürgerinitiative schätzt selbst ein, dass es nicht möglich sein werde, den Verkehr aus der Straße zu bekommen. Entlastung verspricht man sich aber durch eine sanierte, ebene Straße, auf der Fahrzeuge weniger Lärm verursachen.

Landrat Graichen schilderte, dass der Ausbaubedarf von Kreisstraßen durch eine Bewertung des Zustandes mit Schulnoten und durch die Anzahl der Anlieger ermittelt und eingeordnet werde. Ein Ausbau der Glück-Auf-Straße liegt eher fünf bis sechs als zwei oder drei Jahre in der Ferne. Neben dem Landkreis und der Kommune (für Gehwege und Beleuchtung) müssten auch die Zweckverbände für Wasser und Abwasser das Geld für ihren Bauanteil bereitstellen. Beide Verbände, das berichtete Bürgermeister Hellriegel, würden tatsächlich dringenden Erneuerungsbedarf für ihre Leitungen in der Straße sehen.

Hinzu kommt noch: So lange die Bundesstraße 93 in Borna gesperrt ist, werde der Landkreis nach Ansicht des Bürgermeisters kaum die Straße in Lobstädt sperren, weil das die Verkehrssituation in der Region zusätzlich verkomplizieren würde.

Tempo 30 muss begründet werden

Deswegen, und dieser Vorschlag traf auf allgemeine Zustimmung, sollte bis zum Ausbau der Straße wenigstens eine Geschwindigkeitsreduzierung herbeigeführt werden. Landrat Henry Graichen bremste allerdings voreilige Erwartungen: Eine Geschwindigkeitsreduzierung müsse von der Straßenverkehrsordnung gedeckt sein. „Ich habe den Ansatz, die 30 zu begründen, noch nicht gefunden“, sagte Graichen.

Dafür lieferten Anwesende einige Argumente: Der Zustand der Straße und Lärmschutz, der auch anderswo auf besseren Straßen für Temporeduzierungen sorge. Das Fehlen eines Radweges im Ort und die Querung der Straße für Radfahrer in einer Kurve, um auf den Radweg außerhalb des Ortes zu kommen. Die Bushaltestellen, an denen Schulkinder ein- und aussteigen.

Versprechen wollte der Landrat diesbezüglich nichts, er sagte aber zu: „Wir müssen Argumente sammeln.“

Landrat soll mit Liefer-Unternehmen Gespräch suchen

Zur Einigung auf diesen Weg – Ausbau der Straße vorbereiten und bis dahin eine Geschwindigkeitsreduzierung begründen und einrichten – bat die Bürgerinitiative noch um ein Gespräch des Landrates mit dem Getränkehersteller Sonnländer in Rötha.

Dessen Liefer-Lkw fahren in großer Zahl durch die Glück-Auf-Straße, laut Anwohnern auch nachts, was laut Carsten Wiesner von der BI unterbunden werden sollte. Graichen sagte zu, das Gespräch zu suchen, es könne dabei aber nur um Freiwilligkeit seitens des Unternehmens gehen. Diesbezüglich sprach ein Anwohner namentlich auch die Spedition Ettig an. Auch mit der sollte gesprochen werden, um die Fahrer zum langsameren Fahren anzuhalten.

Von André Neumann

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