Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Lokalpatriot Wolfgang Fuchs liebt die Bornaer Zwiebel
Region Borna Lokalpatriot Wolfgang Fuchs liebt die Bornaer Zwiebel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 30.03.2019
Der Ur-Bornaer Wolfgang Fuchs mit dem Born´schen Gemüse an sich: der Zwiebel.
Der Ur-Bornaer Wolfgang Fuchs mit dem Born´schen Gemüse an sich: der Zwiebel. Quelle: Jens Paul Taubert
Anzeige
Borna

Mit den „Kindheitserinnerungen“ fing es an. Das war der Titel einer kleinen Schrift, die Wolfgang Fuchs vor einem knappen Vierteljahrhundert anlässlich der Diamantenen Hochzeit seiner Eltern verfasste. Das war 1995. Seither kann er das Schreiben nicht lassen. Mittlerweile gibt es 36 Werke aus der Fuchs´schen Feder.

Ur-Bornaer am Schreibcomputer

Es lag es aber gar nicht so fern, dass der Mann, der vor wenigen Tagen seinen 83. Geburtstag feierte und überzeugter Ur-Bornaer ist, dereinst zur Feder griff. Oder sich vielmehr an seinen Schreibcomputer setzte, an ein aus heutiger Perspektive ausgesprochen einfaches Gerät, wie es in den 90er-Jahren üblich war. Und so entstand die „Bornaer Zwiebel-Fibel“, in der es um Allgemeines und Geschichtliches, aber auch um Rezepte geht – immer rund um die Zwiebel.

Im vergangenen Jahr fand der Zwiebellauf in Borna zum 32. Mal statt. Quelle: Jens Paul Taubert

Bornaer Lokalpatriot

Es folgten sozusagen im Jahrestakt Broschüren mit Texten, in denen es im Prinzip immer um Borna ging. Um die Heimatstadt von Wolfgang Fuchs, die ein Lokalpatriot, wie der gelernte Schriftsetzer einer ist und der in seiner Heimatliebe schwer zu übertreffen ist, selbstredend zu seinem Thema gemacht hat. Wer mitbekommt, wer seine Texte liest.

Zeitzeuge des Bombenangriffs auf Borna

Etwa in der Broschüre „Borna in den Jahren 1936 bis 2006“, einer Chronik für ein Klassentreffen, oder auch im „Bornaer Zwiebelmärchen“. Wolfgang Fuchs hat seine Lebensgeschichte aufgeschrieben – und zwar so, dass frühere Zeiten gut nacherlebbar werden. Schließlich ist er einer der Zeugen des schwersten Bombenangriffs auf Borna am 17. März 1945 – an seinem 9. Geburtstag.

Volkskorrespondent in Borna

Die Lust am Schreiben entstand, als sich Wolfgang Fuchs in den 70er-Jahren daran beteiligte, Glossen in der Rubrik „Letzte Spalte“ in der „Tribüne“ zu schreiben. Das war die Tageszeitung des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) der DDR. Bei einem Wettbewerb dort wurde er mit einem Preis ausgezeichnet. Da lag es nahe, dass Wolfgang Fuchs auch freier Mitarbeiter der LVZ wurde zu einer Zeit, als die noch Volkskorrespondenten hießen.

Erfinder des Bornaer Zwiebellaufs

Wobei Wolfgang Fuchs jahrzehntelang noch eine andere Leidenschaft hatte: das Laufen. Immerhin ist er der Erfinder des Bornaer Zwiebellaufs, dessen Ursprünge bis auf das Jahr 1975 zurückgehen. Bis zu seinem 63. Lebensjahr leitete er die Bornaer Lauftruppe.

Hausdruckerei in Borna aufgebaut

Das Schreiben ist Wolfgang Fuchs zum Bedürfnis geworden, und es ist zu hoffen, dass das auch so bleibt. Längst vorbei sind auch die Zeiten, in denen Fuchs an einem Computer saß, der beinah noch hätte aus der Zeit von Gutenberg stammen können. Mittlerweile hat er sich eine kleine Hausdruckerei aufgebaut, Kopierer, Papierlager und Papierschneider sowie Laminierer, Heftanlage und Falzbein inclusive. Ein Equipment, wie es jemand braucht, der in Borna auch weiterhin noch etwas zu sagen und zu schreiben hat.

Von Nikos Natsidis