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Borna Mammut, Mehl und Metall – Museumspädagogik in Borna
Region Borna Mammut, Mehl und Metall – Museumspädagogik in Borna
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20:00 24.01.2018
Das Museum am Bornaer Reichstor hat viele Angebote für Schulklassen.
Das Museum am Bornaer Reichstor hat viele Angebote für Schulklassen. Quelle: Thomas Kube
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Borna

Längst kommen die jungen Besucher nicht nur von den Bornaer Bildungseinrichtungen. Gemeint sind die Schulklassen, die die museumspädagogischen Angebote des Bornaer Museums nutzen. So sind die Mädchen und Jungen der Grundschule in Großpösna schon lange Stammgäste der Einrichtung am Reichstor. Sie werden auch in diesem Jahr wieder erwartet, wenn das Museum mit seiner Fachfrau Almut Zimmermann zahlreiche Angebote für Lehrer mit ihren Schülern macht. Sie decken ein breites Themenspektrum ab.

Erstaunlich daran ist vor allem, was das Museum und letztlich auch die Stadt Borna aller „hergeben“. Etwa mit Blick auf das Thema Industrialisierung und Militarismus, um das kein Geschichtslehrer am Gymnasium einen Bogen machen kann. Das wird im Bornaer Museum durchaus erlebbar – allein schon anhand des heutigen Museumsgebäudes, an dem sich die städtebaulichen Veränderungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ablesen lassen. Schließlich waren Teile des heutigen Museums einstmals Quartiere für Soldaten des Karabinierregiments nebst deren Pferden.

Geschichte erlebbar wird auch in der Bornaer Kunigundenkirche. Titel des dazugehörigen museumspädagogischen Angebots: „Kaiser, Kirche, Kettenrasseln“, und dabei handelt es sich um eine Exkursion in das Mittelalter. Um die Geschichte der Menschheit wiederum geht es unter der Überschrift „Mammuts, Mehl und Metall“, wenn sich Fünftklässler mit den Arbeits- und Lebensbedingungen der Jungsteinzeit vertraut machen können. „Luther denk mal“ ist eine Angebot überschrieben, in dem sich die Schüler Gedanken über das Bornaer Lutherdenkmal, aber auch über den lutherischen Freiheitsbegriff machen und am Ende ein eigenes Denkmal gestalten.

Manche Offerten im Rahmen der Museumspädagogik sind aber auch tagesbezogen und ganz praktischer Natur – etwa am 12. Februar, dem Rosenmontag, wenn die jungen Besucher im Museum Masken basteln können. Oder am Aschermittwoch. Dann geht es nicht nur um die Frage, wie aus Kohle am Ende Asche wird, eine Frage, die Kinder, die nicht mit beheizbaren Kohleöfen groß werden wie Generationen vor ihnen, keineswegs wie selbstverständlich beantworten können. En passent wird dabei auch, wir sind schließlich in Borna, der berühmte Aschermittwochsbrief erklärt, den Martin Luther am 5. März 1522 verfasst hat.

Von Nikos Natsidis