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Borna Mehr Linien, engere Taktung und zusätzliche Stopps im Landkreis Leipzig
Region Borna Mehr Linien, engere Taktung und zusätzliche Stopps im Landkreis Leipzig
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00:21 19.01.2018
Andrang: Täglich fahren 302 Zwenkauer Kinder und Jugendliche mit Linienbussen zum Unterricht nach Pegau und Groitzsch. Quelle: André Kempner
Landkreis Leipzig

Mit einem hochstrebenden Vorhaben will der Landkreis Leipzig in seinem westlichen Teil den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Schwung bringen. Das Konzept „Südliches Leipziger Neuseenland“ ist das Pendant zu „Muldental in Fahrt“ in der Mitte des Kreises, dessen Hauptumsetzung Anfang August 2017 als Quantensprung und Vorzeigeobjekt im Freistaat gefeiert wurde. Nun soll die Region mit den Kommunen Groitzsch, Pegau und Elstertrebnitz, Böhlen, Rötha, Kitzscher, Neukieritzsch, Regis-Breitingen, Belgershain, Großpösna und Zwenkau nachziehen. Bis zum Monatsende sind Meinungen und Hinweise der Bürger gefragt, die sich über die Projektdetails im Internet auf rund 120 Seiten Bericht sowie 18 zusätzlichen Abbildungen informieren können.

Das Vorhaben soll günstigere Angebote für viele Nutzergruppen bringen, um dem (Bus-)Nahverkehr im Alltag mehr Fahrgäste und damit eine bessere Auslastung zu verschaffen. Damit einher gehen eine bessere Anbindung der touristischen Ziele und umfangreichere Fahrten am Wochenende. Momentan liegt der ÖPNV-Anteil am Gesamtverkehrsaufkommen für Wege im Untersuchungsraum bei etwa fünf Prozent, heißt es im Bericht. Bei Verbindungen von beziehungsweise nach Leipzig, Markkleeberg und Borna sind es circa acht Prozent. Also ist reichlich Potenzial vorhanden. Nachdem bisher Liniennetz und Taktung vor allem auf den Schülerverkehr ausgerichtet sind, sollen nun Senioren und Berufstätige, Einkäufer, Freizeitsuchende und Touristen mehr zum Zuge kommen. Und das auch im echten Wortsinn mit der stärkeren Verknüpfung von Bus- und Schienenverkehr an den Bahnhöfen Böhlen, Pegau, Regis-Breitingen, Neukieritzsch und Belgershain.

Der Plan enthält 47 Änderungen bei Linienführung und Regelmäßigkeit der Fahrten. Unter anderem soll der Bus 101 zwischen Zwenkau und Borna die neue Route über Kahnsdorf und damit den Hainer See sowie Lobstädt nehmen, ganztägig einen Stundentakt und ein Wochenendangebot erhalten. Für den Bus 121 von Kitzen nach Pegau (Kirchplatz) ist eine Verlängerung nach Elstertrebnitz mit Zwischenstopp am Bahnhof vorgesehen. Den könnten künftig auch die Groitzscher alle zwei Stunden erreichen (Linie 123). Und der Bus 144 ZwenkauKitzscher soll den 60-Minuten-Takt erhalten. Die genannte „kurzfristige“ Umsetzung dieser vier Maßnahmen hat einen Zeitrahmen von bis zu drei Jahren.

Neben der Verknüpfungsstelle Pegau (Bahnhof) stellt Kitzscher (Busplatz) einen besonderen Knoten dar. Das ist der Haltepunkt für sechs Linien und die Übergangsstelle zwischen den Regionen Muldental und Südraum. Verbindungen be­stehen nach Böhlen/Zwenkau, Bad Lausick, Großpösna und Grimma (einerseits über Otterwisch, andererseits über Naunhof) sowie nach Borna. Letztere Linie 276 ist ein Bespiel für die angestrebte „Optimierung“: Sie fährt nur noch zwischen beiden Städten, wodurch bisher erreichte Orte nordwestlich von Kitzscher von anderen Linien bedient werden und die Fahrgäste auf dem Weg in die Kreisstadt (oder von dort) nun umsteigen müssen. Einmal umzusteigen, gilt im neuen Konzept nicht als Makel.

Umgesetzt werden kann das Vorhaben nur mit Investitionen und höheren Zu­schüssen des Landkreises für den Betrieb. Zwar sollen die vorhandenen mindestens 48 Busse ausreichen; zu „Muldental in Fahrt“ gehört der Kauf von elf Fahrzeugen für rund 2,7 Millionen Euro. Doch sollen 32 neue Haltestellen (temporäre: je 1000 Euro; kompletter Ausbau: je 25 000 Euro) errichtet werden. Und der jährliche Mehraufwand wird auch etwa 960 000 Euro beziffert (Muldental: 1,4 Millionen Euro). Die künftigen Mehreinnahmen werden auf circa 310 000 Euro geschätzt.

Das Projekt, das offiziell im Januar 2016 gestartet worden war, wurde vom Dres­dner In­ge­nieur­bü­ro Ver­kehrs­pla­nung Köh­ler und Taub­mann (VKT) bearbeitet. Unterstützung gab der Lehr­stuhl für Tou­ris­mus­wirt­schaft von Wal­ter Frey­er, Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Dres­den. Einbezogen wurden Kom­mu­nen, Ver­bän­den und In­sti­tu­tio­nen sowie Verkehrsunternehmen. Derzeit ist noch die Öffentlichkeit gefragt, die Planungen nach den eigenen Bedürfnissen zu betrachten. Über die Internetseite sind schon vor Fertigstellung des Abschlussberichts 60 Hinweise eingegangen. Weitere werden erwartet. Das überarbeitete Konzept soll dem Kreistag im Sommer vorgestellt werden.

Info: ÖPNV-Konzept „Südliches Leipziger Neuseenland“ im Internet unter www.nahverkehr-neuseenland.de

Hinweise bis 31. Januar per Post an Landratsamt des Landkreises Leipzig, Kultusamt, Stauffenbergstraße 4, 04552 Borna, sowie per E-Mail an kultusamt@lk-l.de

Von Olaf Krenz

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