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Borna Mit Herzblut: Heimatforscher tauschen sich in Kohren-Sahlis aus
Region Borna Mit Herzblut: Heimatforscher tauschen sich in Kohren-Sahlis aus
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08:02 05.06.2018
Zum Fachtag der Ortschronisten in Kohren-Sahlis gehörte ein historischer Stadtrandgang, den Peter Ruf (rechts) leitete. Quelle: Jörg Vater
Frohburg/Kohren-Sahlis

Mehr als 80 Ortschronisten und Heimatforscher aus der Region, aus Sachsen und darüber hinaus trafen sich vor wenigen Tagen zum dritten Mal in Kohren-Sahlis zu einem Erfahrungsaustausch. Der Fachtag, in der Evangelischen Heimvolkshochschule ausgerichtet durch das Sächsisches Landeskuratorium Ländlicher Raum, stand unter dem Motto „Werte im Kontext“. Parallel gibt es noch bis September in der Heimvolkshochschule die Ausstellung „Sachsens Geschichte unterm Acker“ des Landesamtes für Archäologie zu sehen.

Bilder vom dritten Fachtag der Ortschronisten in Kohren-Sahlis. Quelle: Jörg Vater

„Wenn Sie es nicht aufschreiben, macht es keiner“, unterstrich Rudolf Priemer vom Geschichts- und Altertumsverein zu Grimma den Wert der chronistischen Arbeit. Mit einem Vortrag über den Wertewandel im Dorf stimmte er auf die Tagung ein. Er erinnerte an vergessene Handwerke, in den Erinnerungen verschwundene Personen und verlorene Dorf- und Stadtansichten und sensibilisierte und motivierte Ortschronisten und Heimatforscher, in ihrem Bemühen nicht nachzulassen. Ines Zekert informierte über den „Ur-Krostitzer Jahresring“. Der mitteldeutsche Historikerpreis, der jährlich vergeben wird, hat sich längst etabliert als Würdigung, aber auch als eine Plattform für Austausch und öffentliche Wahrnehmung.

Vier Themen der Heimatforschung in Werkstätten herausgestellt

In vier Werkstätten wandten sich die Teilnehmer verschiedenen Gebieten zu. Susann Gramm vom Büro für Kultur- und Kunstgeschichte gab Impulse zum Sammeln und Bewahren von Literatur, Archivalien und Objekten. Frank Metasch vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde Dresden weckte ein Gespür für Werte- und Währungsverhältnisse in der Geschichte, um widersprüchlichen oder zweifelhaften Vergleichsangaben in der Geschichtsschreibung zu entgehen. Wie Sammlungen und Veröffentlichung von Quellen und Quellenverweisen auf digitalen Plattformen im Netz funktionieren können, zeigte Susanne Baudisch, freiberufliche Historikerin und wissenschaftliche Bibliothekarin. Sie stellte das Projekt „Digitale Wissensbasis.MUSEUM“ vor. Eine Schreibwerkstatt gab es mit Joachim Krause, Betreiber einer Geschichtswerkstatt und Autor der Bücher „Fremde Eltern“ und „Im Glauben an Gott und Hitler“. Er zeigte, wie aus trockenen Fakten lesbare Geschichten erzeugt werden können. Zum Programm gehörten außerdem ein historischer Stadtspaziergang mit Peter Ruf aus Kohren-Sahlis und ein archäologischer Rundgang zur Burgruine Kohren mit Susanne Baudisch.

Austausch unter Gleichgesinnten erweitert Horizonte

„Es ist wichtig, dass es solche Veranstaltungen gibt“, sagte Adolf Tuchscherer, der seit vier Jahren an der Ortschronik von Niederossig, einem Ortsteil des nordsächsischen Dorfes Krensitz schreibt. Der pensionierte Lehrer für Deutsch und Geschichte hat dafür bereits eine Menge Material zusammengetragen. Nun gehe es vor allem um die textliche Umsetzung; für die habe er in Kohren-Sahlis wichtige Impulse erhalten. Beeindruckt habe ihn Rudolf Priemer: „Man hat deutlich gemerkt, dass er mit viel Herzblut Heimatforschung betreibt.“

Austausch unter Gleichgesinnten beim dritten Fachtag der Ortschronisten in Kohren-Sahlis. Quelle: Landeskuratorium

Im Heimatverein Großbothen engagiert sich Petra Strauß. Für sie war Baudischs Vortrag über die digitale Aufbereitung historischer Unterlagen aufschlussreich. „Bei uns im Heimatverein gibt es gerade Überlegungen zur Digitalisierung der heimatkundlichen Daten. Da konnte ich wertvolle Anregungen mitnehmen.“ Darüber hinaus sei es bereichernd, sich mit anderen Heimatgeschichtlern auszutauschen. Das erweitere den Horizont. Der Fachtag fand im Rahmen des Projektes „Unterstützung des freiwilligen Engagements in der Heimatforschung im ländlichen Raum Sachsens“ statt und wurde durch das sächsische Landwirtschaftsministerium gefördert.

Von Ekkehard Schulreich

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