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Borna Nach Angriff auf Bad Lausicker Kirche steht Verdächtiger in Chemnitz vor Gericht
Region Borna Nach Angriff auf Bad Lausicker Kirche steht Verdächtiger in Chemnitz vor Gericht
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12:36 08.10.2018
Die Christusabbildung wurde aus der Kanzel gebrochen. Quelle: Jens Paul Taubert
Bad Lausick/Chemnitz

Der spätgotische Schnitzaltar beschädigt, der Altarraum verwüstet, ein Bleiglasfenster der Apsis eingeschlagen: „Schlimme Zerstörungen“ – so beschrieb der Bad Lausicker Pfarrer Thomas Erler, was er am Morgen des 23. Aprils in der Kilianskirche sah. Der Mann, der für den Angriff auf die mehr als 900 Jahre alte Bad Lausicker Kirche und auf zwei weitere Kirchen in Chemnitz verantwortlich gemacht wird, steht ab 9. Oktober vor Gericht.

Im April zerstörte ein Mann viele Gegenstände in der mehr als 900 Jahre alten Bad Lausicker Kirche. Der spätgotische Schnitzaltar wurde beschädigt, der Altarraum verwüstet.

Die 4. Strafkammer des Landgerichts Chemnitz verhandelt gegen Matthias S. Der Verdächtige war am 23. April von der Polizei in der Chemnitzer Kirche St. Petri festgenommen worden. Die Tatvorwürfe lauten in Summe gemeinschädliche Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Nötigung, Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Bad Lausicker Pfarrer ist Zeuge

Der Mann, dem das Gericht diese Taten zur Last legt, leide an einer paranoiden Schizophrenie, sagt Gerichtssprecherin Marika Lang: „Deshalb gibt es eine Antragsschrift, keine Anklageschrift.“ Zu den zu dieser Verhandlung geladenen Zeugen gehört der Bad Lausicker Pfarrer. Der Sachschaden, der allein in der Kirche St. Kilian entstand, ist auf 7000 Euro veranschlagt.

Pfarrer Thomas Erler aus Bad Lausick. Quelle: privat

Der immaterielle Schaden dürfte deutlich höher sein, schließlich wurden wertvolle Kunstwerke wie der Altar mit seinen geschnitzten Figuren, um 1490 entstanden, die Kanzel und der Kronleuchter in Mitleidenschaft gezogen. Noch schlimmer als diese Schäden aber sei die Entweihung, sagte Erler damals der LVZ – und das Gefühl von Verunsicherung, wenn Kirchen plötzlich das Ziel eines solchen Angriffs würden, zumal in einer sonst so ruhigen Stadt.

Kerzen im Kirchturm gefunden

Dass es um ein Haar viel schlimmer hätte kommen können, hatte Erler erst tags darauf feststellen müssen: Da wurden im Kirchturm Kerzen gefunden, die der Täter vom Altar genommen hatte. Sie müssen gebrannt haben, als er damit hinauf in den hölzernen Dachstuhl stieg: „Nicht auszudenken, was hätte geschehen können bei all dem trockenen Holz dort oben.“

Von Ekkehard Schulreich

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